Magisterarbeit, 2005
82 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Entwicklung der Lokalpresseforschung
3. Lokale Kommunikation und öffentliche Meinung
3.1 Lokale Kommunikationsprozesse
3.2 Macht in der Gemeinde
3.3 Öffentliche Meinung in der Gemeinde
4. Medienwirkung und Themenagenda
4.1 Themenagenda und Agenda-Setting
4.2 Medienwirkung, das Produkt einer Kosten-Nutzen-Rechnung?
5. Wählerforschung: Parteienidentifikation und Wählerverhalten
6. Der moderne Wahlkampf und seine Folgen
6.1 Wahlkampf in der Gemeinde
6.2 Professionalisierung des Wahlkampfs
6.3 Die Folgen: Entpolitisierung und schwindende Legitimation
7. Lokalpresse im Wahlkampf
7.1 Funktionen von Tageszeitungen
7.2 Medienkonsum und Partizipation
7.2 Lokale Berichterstattung im Wahlkampf
7.3 Medienwirkung bei Kommunalwahlen
8. Die Bürgermeisterwahl in Neustadt und die Berichterstattung in der Leine-Zeitung
9. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Lokalpresse während des Kommunalwahlkampfs und analysiert, inwieweit die mediale Berichterstattung die Prozesse der Politikvermittlung in der Gemeinde beeinflusst. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob Lokalzeitungen ihre Kontroll- und Vermittlungsfunktionen erfüllen oder ob sie durch die Professionalisierung des Wahlkampfs selbst zum Instrument einer personalisierten und inhaltsschwachen Propaganda werden.
1. Einleitung
Viel gelesen, oft gescholten: Lokalzeitungen führen eine ambivalente Existenz. Viele Zeitungsleser lesen morgens zuerst den Lokalteil. Untersuchungen belegen seit Jahrzehnten, dass kein anderes Ressort einen derart hohen Leseranteil vorweisen kann, Tendenz steigend. Im Kontrast dazu sind die Vorurteile und Geringschätzungen gegenüber dem Lokalteil, unterstützt durch seriöse Forschungen, beispiellos. Hofberichterstattung und Verlautbarungs-Journalismus sind Schlagwörter, die in diesem Zusammenhang häufig fallen.
Die Defizite, die der lokalen Berichterstattung vorgeworfen werden, beziehen sich meistens auf die mangelhafte Erfüllung wesentlicher Funktionen von Tageszeitungen, insbesondere der Kritik- und Kontrollfunktion sowie Vermittlungsaufgaben von Politik in der Gemeinde. Das betrifft die entscheidenden Tugenden der Medien während des politisch-kommunikativen Ausnahmezustands Wahl, um den Wählern den nötigen Durchblick zu verschaffen und ihnen die Entscheidung zu erleichtern. Welche Auswirkungen die defizitäre Berichterstattung auf den Verlauf und den Ausgang des Wahlkampfes hat, verschweigen die meisten Analysen.
Diese Aspekte sollen Thema meiner Arbeit sein. Wie verhalten sich die gescholtenen Lokalzeitungen im Kommunalwahlkampf? Mit welchen lokalen Kommunikationsstrukturen werden die Medien konfrontiert? Was für Bedeutung haben die Qualitätsmängel, die ihnen vorgeworfen werden, für den Verlauf und Ausgang der Wahl?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die ambivalente Rolle der Lokalzeitungen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich deren Verhaltens im Kommunalwahlkampf sowie der Auswirkungen auf die Wahl.
2. Entwicklung der Lokalpresseforschung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Lokalpresseforschung und identifiziert methodische Defizite sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte.
3. Lokale Kommunikation und öffentliche Meinung: Hier werden die strukturellen Rahmenbedingungen lokaler Machteliten und die Entstehung öffentlicher Meinung im Gemeindeumfeld analysiert.
4. Medienwirkung und Themenagenda: Dieses Kapitel vergleicht theoretische Ansätze zur Medienwirkung wie Agenda-Setting und Uses-and-Gratifications im lokalen Kontext.
5. Wählerforschung: Parteienidentifikation und Wählerverhalten: Die Analyse konzentriert sich auf die Determinanten des Wählerverhaltens in Deutschland unter Berücksichtigung des Wandels von Parteibindungen.
6. Der moderne Wahlkampf und seine Folgen: Hier werden Professionalisierung, Amerikanisierung und Personalisierung des Wahlkampfs kritisch hinterfragt und deren Konsequenzen für die politische Kultur diskutiert.
7. Lokalpresse im Wahlkampf: Dieses Kapitel befasst sich mit den Funktionen der Lokalpresse und analysiert, wie diese mit den Anforderungen eines Wahlkampfs umgehen.
8. Die Bürgermeisterwahl in Neustadt und die Berichterstattung in der Leine-Zeitung: Die Autor nutzt eine Inhaltsanalyse der Berichterstattung über eine konkrete Bürgermeisterwahl als praktische Fallstudie.
9. Schluss: Die Arbeit endet mit einem Resümee über die Rolle der Lokalpresse, die Grenzen der Medienwirkung und den Bedarf an weiterer systematischer Forschung.
Lokalpresse, Kommunalwahl, Politikvermittlung, öffentliche Meinung, Agenda-Setting, Wahlkampf, Professionalisierung, Personalisierung, Lokaljournalismus, Medienwirkung, politische Partizipation, Machtelite, Kommunikationsprozesse, Wählerverhalten, Demokratie.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Lokalzeitungen, Politikern und Wählern während des Kommunalwahlkampfes.
Zentrale Themen sind die Qualität der Lokalberichterstattung, die Funktionsweise lokaler Machtstrukturen und der Einfluss der Medien auf den Wahlverlauf.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Lokalzeitungen ihren Auftrag der Politikvermittlung erfüllen oder ob sie durch die Professionalisierung der Wahlkämpfe an Substanz verlieren.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse medienwissenschaftlicher Theorien und beinhaltet zudem eine vereinfachte quantitative und qualitative Inhaltsanalyse.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Lokalpresseforschung, den Mechanismen der politischen Kommunikation sowie den Auswirkungen der Wahlkampfprofessionalisierung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lokalpresse, Agenda-Setting, Personalisierung, politische Partizipation und Medienwirkung.
Die Fallstudie zeigt, dass die Leine-Zeitung eine sehr intensive Berichterstattung betrieb, die zwar personalisiert war, aber durch standardisierte Formate versuchte, die Kandidaten vergleichbar zu machen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Medien zwar als Verstärker fungieren konnten, ein kausaler Zusammenhang zum überraschenden Wahlausgang jedoch spekulativ bleibt.
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