Diplomarbeit, 2004
105 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Essstörungen im Überblick
1.1. Zum Verständnis von Essstörungen
1.2. Die Formen der Essstörungen
1.3. Gemeinsamkeiten der Essstörungen
1.4. Bulimie im Vergleich zu anderen Essstörungen
2. Bulimie bei Mädchen
2.1. Historische Betrachtung der Bulimie
2.2. Ursachen
2.2.1 Gesellschaftliche Faktoren
2.2.2 Familiäre Faktoren
2.2.2.1 Die Sprache der Bulimie im familiären System
2.2.3 Individuelle Faktoren
2.2.4 Zusammenfassung
2.3. Auslösende Ereignisse der Bulimie
2.4. Der Krankheitsverlauf
2.5. Behandlung
3. Prävention von Essstörungen
3.1. Präventionskonzepte im Wandel
3.2. Differenzierungen der Prävention
3.3. Gesundheitsfördernde, präventive Maßnahmen bei Essstörungen
3.1.1 Personorientierte Prävention
3.1.2 Umweltbezogene Prävention
3.4. Sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten
4. Schlussbetrachtung
5. Literaturverzeichnis
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Ursachen, den Krankheitsverlauf sowie Behandlungsmöglichkeiten von Bulimie bei Mädchen zu untersuchen. Dabei wird die These geprüft, dass das Zusammenspiel von gesellschaftlichen, familiären und individuellen Faktoren die Erkrankung auslöst, und aufgezeigt, wie präventive Maßnahmen dieser Entwicklung entgegenwirken können.
2.2.1 Gesellschaftliche Faktoren
In strukturierten Beziehungen zwischen Menschen bestehen Normen und Wertsysteme, sprich, es gibt eine Gesellschaft. Gerlinghoff et al. (1999) sind der Überzeugung, dass die Bulimie eine Krankheit ist, die ohne Gesellschaft nicht existieren würde. Demnach sei die Gesellschaft aber nicht die alleinige Ursache. Die veränderten Gesellschaftsstrukturen ab Mitte der 50er Jahre, wie die veränderte Rolle der Frau in der Gesellschaft, ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein und eine kalorienbewußte Ernährung mit der Intention, dem herrschenden Schlankheitsideal zu entsprechen, seien mit ausschlaggebend. Auch die Autoren Herperzt und Senf (1997) schließen sich dieser Aussage an. Die Zunahme der Bulimikerinnen habe, neben anderen Faktoren, ihre Erklärung in gesellschaftlich überlieferten Wertvorstellungen und deren Wandel innerhalb der letzten Jahrzehnte.
“Im Gegensatz zu Ländern der Dritten Welt, lässt sich in hochindustrialisierten Gesellschaften auf der einen Seite ein ausgeprägter Nahrungsüberschuß, gleichzeitig ein immer rigider werdendes Figurdiktat beobachten…“
Ein solches Figurdiktat herrscht nur in einer Gesellschaft, in der die Überzeugung gilt, dass mager schön ist. In Kulturen , die noch nicht „verwestlicht“ sind, fällt auf, dass dort keine Essstörungen vorkommen. In den Entwicklungsländern und in der arabischen Welt, in denen Nahrungsmitteln knapp sind, gilt Übergewicht als Zeichen von Stärke, Reichtum und Fruchtbarkeit. Es gilt: Fett ist schön.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die heutige gesellschaftliche Fixierung auf Gewicht und Schönheit als Nährboden für Essstörungen und definiert die Bulimie als psychische Krankheit.
1. Essstörungen im Überblick: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen, definiert verschiedene Formen von Essstörungen und arbeitet deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zur Bulimie heraus.
2. Bulimie bei Mädchen: Das Kapitel widmet sich der Entstehungsgeschichte, den Ursachen (gesellschaftlich, familiär, individuell), dem Krankheitsverlauf und den Behandlungsmöglichkeiten der Bulimie.
3. Prävention von Essstörungen: Hier werden präventive Konzepte vorgestellt, die gesellschaftliche, familiäre und schulische Interventionsmöglichkeiten sowie die Förderung von Lebenskompetenzen umfassen.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die multifaktoriellen Ursachen der Bulimie zusammen und bekräftigt die Effektivität eines ganzheitlichen Präventionsansatzes.
5. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen.
Bulimie, Essstörungen, Mädchen, Prävention, Gesundheitsförderung, Schlankheitsideal, Sozialpädagogik, Familienstruktur, Lebenskompetenzen, psychosomatische Erkrankung, Identität, Körperbild, Ursachenforschung, Suchtvorbeugung, Intervention.
Die Diplomarbeit behandelt das Thema Essstörungen bei Mädchen am Beispiel der Bulimie und analysiert insbesondere sozialpädagogische Möglichkeiten zur Prävention.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Ursachenanalyse (gesellschaftlich, familiär, individuell), den Krankheitsverlauf und präventive Strategien wie die Lebenskompetenzförderung.
Das primäre Ziel ist es, die These zu belegen, dass das Zusammenspiel verschiedener Bedingungsfaktoren eine Bulimie auslöst, und aufzuzeigen, wie Prävention dieser Entwicklung entgegenwirken kann.
Die Diplomarbeit basiert auf dem hermeneutischen Ansatz.
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Überblick zu Essstörungen, eine spezifische Analyse der Bulimie bei Mädchen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Präventionsansätzen auf verschiedenen Ebenen.
Zentrale Begriffe sind Bulimie, Lebenskompetenzförderung, präventive Maßnahmen, gesellschaftliche Einflüsse und familiendynamische Ansätze.
Die Arbeit identifiziert rigide Familienstrukturen, unterdrückte Bedürfnisse, hohe Leistungsansprüche und gestörte Kommunikationsmuster als Faktoren, die die Entwicklung von Bulimie begünstigen.
Da die Schule die Zielgruppe aufgrund der Schulpflicht fast vollständig erreicht und eine Vernetzung mit Eltern, Peers und weiteren Institutionen ermöglicht, ist sie ein idealer Ort für langfristige, frühzeitige Präventionsarbeit.
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