Diplomarbeit, 2005
186 Seiten, Note: 1
0 Zusammenfassung
1 Einleitung
2 Kultur und Werte
2.1 Der Begriff Kultur
2.2 Aktion in der Kultur
2.3 Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Rollen
2.4 Kulturelle Einflüsse auf Persönlichkeit
2.5 Werte und deren Sozialisation
2.6 Wertorientierungen
3 Handlung – Kultur und Persönlichkeit
3.1 Handlungstheorie - Handlungsschemata
3.2 Antriebsregulation und Handlung in konflikthaltigen Situationen
3.3 Motivdisposition
3.4 Konfliktverhalten und Interaktionen in Situationen
4 Konfliktverhalten
4.1 Begriff Konflikt
4.2 Modell
4.3 Konflikt als Interaktion - Konfliktstile
4.4 Strukturzentrierte Konfliktperspektive – der situative Ansatz
5 Die vorliegende Untersuchung
5.1 Fragestellungen und Hypothesen
5.1.1 Fragestellung Eins
5.1.2 Fragestellung Zwei
5.2 Untersuchungsplan
5.3 Durchführung der Untersuchung
6 Methoden
6.1 Methode und Kulturvergleich
6.2 Erhebungsinstrument
6.2.1 Konfliktverhalten situativ (KV-S)
6.2.2 Schwartz Werte-Inventar
6.3.3 FPI-R
6.2.4 AVEM
6.2.5 Validierungsansatz für den Fragebogen Konfliktverhalten situativ in der russischen Version
6.3 Methodenkritik
7 Ergebnisse
7.1 Stichprobenbeschreibung
7.2 Fragestellung Eins
7.3 Fragestellung Zwei
8 Diskussion
8.1 Interpretation der Ergebnisse zu den Skalen
8.2 Zusammenführung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht kulturvergleichend das Konfliktverhalten von deutschen und russischen Bankangestellten in Abhängigkeit von ihren kulturellen Werten, um differenziertere Ansätze für interkulturelle Trainings und die Personalentwicklung im Bankensektor zu identifizieren.
2.1 Der Begriff Kultur
„Kultur (vom lat. colere, pflegen oder besorgen) bezeichnet teils die Tätigkeit, welche auf einen Gegenstand gewendet wird, um ihn zu veredeln oder zu gewissen Zwecken geschickt zu machen, teils den Erfolg dieser Tätigkeit. Man spricht daher ebensowohl von der K. eines Ackers, worunter man die Urbarmachung und den Anbau desselben versteht, als von der K. (Ausbildung) des Geistes, der K. (Pflege) der Wissenschaften, Künste u. f. m“ (Brockhaus, 1885; zehnter Band; S. 661). Diese sehr allgemein gehaltene Definition von Kultur soll deutlich machen, dass Kultur kein statisches Gebilde, sondern eine große Menge von Sachverhalten, die sich im ständigen Wandel befindet, ist. Somit ist Kultur im Kontext dieser Arbeit als eine „Allgemeine, umfassende Bezeichnung für die intellektuellen Aspekte der Zivilisation innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, die als ethische, geographische oder sprachliche Einheit verstanden wird“ (Fröhlich, 1997, S.256), zu sehen.
„K. bezeichnet sich im weiteren Sinn auf die Gesamtheit der Mythen, Künste, Wissenschaften, sozialen Normen und Gewohnheiten einschließlich ihrer Entstehung und Auswirkungen. Kulturgefüge (cultural pattern) bezieht sich auf ein Muster kultureller Entscheidungen, hinsichtlich dessen sich verschiedene Gruppen vergleichen lassen. Kultursysteme (cultural system) dagegen bezeichnet die Art der Beziehungen, die in einer umschriebenen Gruppe oder Gesellschaft zwischen den einzelnen kulturellen Normen vorherrscht. Die kulturvergleichende Psychologie (cross-cultural-psychology) berücksichtigt vor allem konkrete Verhaltensweisen, die den Bezug zu kulturgeprägten Einheiten und/oder Normen erkennen lassen“ (Fröhlich, 1997, S.256).
Erez & Gati (2004) machen in ihrem Artikel deutlich, dass Kultur nicht immer nur auf dem nationalen Level betrachtet werden muss. Daher gehen sie auf die strukturellen Dimensionen der Kultur ein und setzen diese Dimensionen in Beziehung zum Multi-Level Model of Culture. Sie unterscheiden die Global Culture, die National Culture, die Organisational Culture, die Group Culture und die Individual Culture (Cultural self representation), welche alle mit top down und bottom up Prozessen aufeinander wirken. In dieser Arbeit werden vor allem die National Culture und die Organisational Culture betrachtet.
0 Zusammenfassung: Diese Arbeit entwirft ein differenziertes Bild des Konfliktverhaltens bei deutschen und russischen Bankangestellten, um den Einfluss kultureller Werte auf handlungsleitende Dispositionen zu beschreiben und Ansätze für interkulturelle Trainings zu optimieren.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, interkulturelle Kooperationen – speziell im Bankensektor – durch ein tieferes Verständnis der Ursachen von Konfliktverhalten zu verbessern.
2 Kultur und Werte: Dieses Kapitel definiert Kultur und Werte als Orientierungssysteme und erläutert deren Einfluss auf das Verhalten von Individuen im organisationalen Kontext.
3 Handlung – Kultur und Persönlichkeit: Hier werden handlungstheoretische Konzepte diskutiert, um die Entstehung von Handlungsschemata und deren Steuerung in konflikthaltigen Situationen zu begründen.
4 Konfliktverhalten: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Konstrukts Konfliktverhalten, wobei sowohl die Personen- als auch die Interaktionsebene und situative Faktoren betrachtet werden.
5 Die vorliegende Untersuchung: Auf Basis der vorangegangenen Theorien wird ein Untersuchungsmodell entwickelt, aus dem konkrete Fragestellungen und Hypothesen zum Einfluss von Werten auf das Konfliktverhalten abgeleitet werden.
6 Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt den Untersuchungsplan, die eingesetzten Erhebungsinstrumente (Konfliktfragebogen, Werte-Inventar, FPI-R, AVEM) sowie deren Validität und Reliabilität in der russischen Übersetzung.
7 Ergebnisse: Die statistische Auswertung präsentiert die Befunde zu den Fragestellungen, insbesondere die signifikanten Unterschiede in den Konfliktverhaltensdispositionen zwischen den Nationen und deren Zusammenhänge mit kulturellen Werten.
8 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext der theoretischen Modelle gestellt, wobei praktische Implikationen für die interkulturelle Arbeit und notwendige methodenkritische Schlussfolgerungen gezogen werden.
Konfliktverhalten, Kulturvergleich, Bankangestellte, Werte, Schwartz Werte-Inventar, Persönlichkeitsdispositionen, Organisationskultur, interkulturelle Trainings, Handlungstheorie, Deutschland, Russland, sozialer Wandel, Sozialisation, Konfliktstile, interkulturelle Kompetenz.
Die Arbeit untersucht das Konfliktverhalten von Bankangestellten aus Deutschland und Russland, um zu verstehen, wie kulturelle Werte und Persönlichkeitsmerkmale das Handeln in Konfliktsituationen beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf der interkulturellen Psychologie, der Konfliktforschung, der Erfassung von Wertorientierungen nach Schwartz sowie der Bedeutung von persönlichen Dispositionen für die Konfliktlösung in Organisationen.
Das Ziel ist es, den Einfluss von Kultur auf die Dispositionen für Konfliktverhalten zu beschreiben, um so fundiertere Grundlagen für personalentwicklerische Maßnahmen und interkulturelle Trainings zu schaffen.
Die Untersuchung basiert auf einer vollstandardisierten schriftlichen Befragung (ex-post-facto-Ansatz), bei der der "Konfliktfragebogen situativ" (KV-S) von Klemm sowie das Schwartz Werte-Inventar eingesetzt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Kultur und Handlung, die Modellbildung zur Untersuchung, eine detaillierte methodische Beschreibung und die anschließende empirische Ergebnisanalyse.
Wichtige Begriffe sind Konfliktverhalten, Kulturvergleich, Werte, interkulturelle Kompetenz sowie die Anwendung von psychologischen Testverfahren wie AVEM und FPI-R im organisationalen Kontext.
Die Untersuchung geht davon aus, dass die Organisationen (Kreditinstitute) als "Eifelturmfirmenkulturen" relativ konstant gehalten werden konnten, um primär die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Russland zu erfassen.
Der Autor schlägt vor, Trainings hochspezifisch auf mögliche Konfliktsituationen zuzuschneiden, statt pauschale interkulturelle Programme anzubieten, da die Konfliktdispositionen individuell und kulturell sehr differenziert wirken.
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