Examensarbeit, 1999
107 Seiten, Note: 1,5
Vorwort
1. Allgemeiner Überblick
1.1. Begriffsklärungen
1.2. Historische Lieder als Quellen
1.3. Interpretation von Liedern
1.4. Der Einsatz von Liedern im Unterricht
1.5. Besondere Lernziele
2. Didaktische Konzeption
2.1. Ziele des Geschichtsunterrichts
2.1.1. Geschichte als Prozeß
2.1.2. Interessengegensätze
2.1.3. Geschichtsbewußtsein
2.1.4. Identität
2.1.5. Kommunikationsfähigkeit
2.1.6. Kritikfähigkeit und Zweifel, selbständiges Denken, Interpretieren
2.1.7. Emanzipation
2.2. Inhalte des Geschichtsunterrichts
2.3. Methoden des Geschichtsunterrichts
2.3.1. Problemorientierter Geschichtsunterricht
2.3.2. Multiperspektivität
2.3.3. Emotionalität
2.3.4. Unterrichtsgespräch
2.3.5. Andere Methoden und Medien
2.3.6. Historische Lieder
3. Unterrichtsvorschläge
3.1. „ouwe wie jaemerliche...“ – Europa im Mittelalter
3.1.1. Vorschlag zur Planung der Lehrplaneinheit
3.1.2. Inhalt und Ziele der Unterrichtsstunde
3.1.3. Das Lied „ouwe wie jaemerliche...“ (Walther von der Vogelweide)
3.1.4. Ablauf und Teilziele der Stunde
3.2. „Tausend Haufen sind wir jetzt“ – Der Bauernkrieg
3.2.1. Vorschlag zur Planung der Lehrplaneinheit
3.2.2. Inhalte und Ziele der Unterrichtsstunde
3.2.3. Lieder zum und aus dem Bauernkrieg
3.2.4. Ablauf und Teilziele der Stunde
3.2.5. „Die Ballade von Joß Fritz“ – Eine andere Zugangsmöglichkeit
3.2.6. „Liad vom Bauragriag“ – Ein weiteres Lied zum Bauernkrieg
3.3. „Auf, auf zum Kampf“ – Die Weimarer Republik
3.3.1. Das Lied und seine Geschichte
3.3.2. Inhalt und Ziele der Unterrichtsstunde
3.3.3. Ablauf und Teilziele der Unterrichtsstunde
3.4. „Die Moorsoldaten“ – Leben im Konzentrationslager
3.4.1. Leben im KZ Börgermoor, 1933/34
3.4.2. Ziele und Inhalte der Unterrichtsstunden
3.4.3. Das Lied „Die Moorsoldaten“
3.4.4. Ablauf und Teilziele der Unterrichtsstunden
3.5. „Da sind wir aber immer noch“ – Der Sozialistische Realismus
3.5.1. Kulturpolitik in der DDR
3.5.2. Das Lied „Da sind wir aber immer noch“
3.5.3. Einsatzmöglichkeiten des Liedes
3.6. Das Mittelalter: Umrisse eines fächerübergreifenden Projektes
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial historischer Lieder für einen emanzipatorischen Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I. Ziel ist es, den Einsatz dieser Lieder theoretisch zu fundieren und durch konkrete, praxisnahe Unterrichtsvorschläge zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte sowie der Bildung eines eigenen Geschichtsbewusstseins und einer gefestigten Identität der Schüler beizutragen.
1.3. Interpretation von Liedern
Für die Bearbeitung von Quellen gibt es mehrere Fragenkataloge, die es erleichtern, eine Quelle zu bearbeiten. Sie umfassen alle wichtigen Aspekte, wenn es um eine Interpretation einer Quelle geht. Ein solcher Katalog läßt sich auch für die Bearbeitung von Liedern zusammenstellen. Beddig hat gezeigt, daß sich durch „Fragen an das Lied [...] einzelne Strukturmomente finden und deren übergeordnete Sach- und Sinnzusammenhänge in ein Schema fassen“ lassen. Die folgende Aufstellung erfolgt in enger Anlehnung an Beddig, wurde aber ergänzt.
Die verschiedenen Strukturmomente stehen in Beziehung zueinander. Die Wirkung eines Liedes hängt von diesem Zusammenspiel ab. Beddig hat diese Beziehungen in einer vereinfachten grafischen Darstellung verdeutlicht (siehe Anlage), und so gezeigt, daß die Wirkung eines Liedes „im wesentlichen durch das Zusammenwirken von Sprache und Musik erreicht wird.“
Zur genaueren Untersuchung der emotionalen Wirkung von Liedern gibt es mehrere Verfahrensweisen, auf die hier nicht genauer eingegangen werden soll.
1. Allgemeiner Überblick: Erörtert die Definition "historischer Lieder" und deren Potenzial als historische Quellen sowie deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten zur Förderung spezifischer Lernziele im Unterricht.
2. Didaktische Konzeption: Entwickelt ein didaktisches Konzept, das den Geschichtsunterricht auf Ziele wie die Ausbildung von Geschichtsbewusstsein, Identität, Kritikfähigkeit und Emanzipation ausrichtet und dabei Methoden wie Multiperspektivität und Problemorientierung einsetzt.
3. Unterrichtsvorschläge: Bietet detaillierte Planungsansätze und konkrete Beispiele für den Einsatz historischer Lieder im Unterricht, von der Zeit des Mittelalters bis zum Sozialistischen Realismus in der DDR.
4. Fazit: Führt die Argumentation zusammen, unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung und betont den hohen Wert historischer Lieder für eine aktive, diskursorientierte und emanzipatorische Geschichtsvermittlung.
Historische Lieder, Geschichtsunterricht, Didaktik, Emanzipation, Geschichtsbewusstsein, Identität, Quellenarbeit, Problemorientierung, Multiperspektivität, Emotionalität, Politische Lieder, Sozialgeschichte, Schüleraktivierung, Unterrichtsplanung, Medien im Geschichtsunterricht
Die Arbeit analysiert, wie historische Lieder effektiv in den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I integriert werden können, um über die reine Wissensvermittlung hinaus emanzipatorische Lernprozesse anzustoßen.
Im Zentrum stehen die didaktische Konzeption eines emanzipatorischen Geschichtsunterrichts, die methodische Einbindung von Liedern als Quellen und die Förderung von Geschichtsbewusstsein, Identität und Kritikfähigkeit bei Schülern.
Das primäre Ziel ist es, den Einsatz historischer Lieder so zu gestalten, dass Schüler durch eine kritische Auseinandersetzung mit Texten und Musik ihr eigenes Urteilsvermögen stärken, Manipulationsversuche erkennen und ihre eigene Identität sowie politische Mündigkeit entwickeln.
Der Autor entwickelt auf Basis geschichtsdidaktischer Theorien ein eigenes Konzept, das durch didaktische Analyse und konkrete, exemplarische Unterrichtsentwürfe (Strukturskizzen) angewandt und veranschaulicht wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische didaktische Konzeption und einen umfangreichen Praxisteil. Letzterer enthält konkrete Unterrichtsvorschläge zu Liedern aus dem Mittelalter, dem Bauernkrieg, der Weimarer Republik, dem Konzentrationslager Börgermoor und dem Sozialistischen Realismus der DDR.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Emanzipation, Geschichtsbewusstsein, Identität, multiperspektivischer Unterricht, Quelleninterpretation und historisch-politische Lieder charakterisieren.
Sie werden eingesetzt, um den Lageralltag erfahrbar zu machen, den Einfluss von Musik auf die psychische Verfassung (Moral) der Häftlinge zu analysieren und Schülern die propagandistische sowie die aufbauende, identitätsstiftende Kraft von Liedern in extremen Extremsituationen zu vermitteln.
Sie dient dazu, die einseitige Wahrnehmung zu durchbrechen, indem den Schülern kontroverse Quellen und verschiedene Sichtweisen gegenübergestellt werden, um so zu einer argumentativ vertretbaren eigenen Rekonstruktion historischer Ereignisse zu gelangen.
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