Diplomarbeit, 2005
105 Seiten, Note: 1,7
1. Wandel im Umfeld leistungsorientierter Mitarbeitervergütung
1.1. Neue Ausgestaltungsmöglichkeiten der Mitarbeitervergütung in Deutschland
1.2. Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung
2. Aktienkursorientierte Vergütungssysteme
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Behandlung nach deutschem Steuerrecht
2.2.1. Bilanzierung echter Eigenkapitalinstrumente
2.2.1.1. Stock Options auf Basis einer bedingten Kapitalerhöhung
2.2.1.2. Stock Options auf Basis eines Aktienrückkaufs
2.2.2. Bilanzierung virtueller Eigenkapitalinstrumente
2.2.2.1. Share Appreciation Rights
2.2.2.2. Phantom Stocks
2.3. Behandlung nach IFRS 2
2.3.1. Bewertung der Vergütungsinstrumente
2.3.2. Bilanzierung echter Eigenkapitalinstrumente
2.3.3. Bilanzierung virtueller Eigenkapitalinstrumente
2.4. Ist ein Anknüpfen der steuerlichen Gewinnermittlung an den Regelungen des IFRS 2 denkbar?
3. Modellrechnung zu aktienkursorientierten Vergütungssystemen
3.1. Einführung und Zielsetzung der Modellrechnung
3.2. Ausgangsdaten des Modells
3.3. Fallkonstellation 1: Erfüllung der Ausübungsbedingungen
3.3.1. Stock Options nach deutschem Steuerrecht
3.3.2. Stock Options nach IFRS 2
3.3.3. Phantom Stocks nach deutschem Steuerrecht
3.3.4. Phantom Stocks nach IFRS 2
3.4. Fallkonstellation 2: Verfehlung der Ausübungsbedingungen
3.4.1. Stock Options nach deutschem Steuerrecht
3.4.2. Stock Options nach IFRS 2
3.4.3. Phantom Stocks nach deutschem Steuerrecht
3.4.4. Phantom Stocks nach IFRS 2
3.5. Zwischenergebnis
4. Thesenartige Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die steuerlichen Unterschiede in der Behandlung aktienkursorientierter Vergütungssysteme nach deutschem Steuerrecht und nach IFRS 2 zu analysieren und zu quantifizieren. Die Forschungsfrage untersucht, welche Vorgehensweise aus Sicht des arbeitgebenden Unternehmens im Hinblick auf die steuerliche Gewinnermittlung vorteilhafter ist, wobei als Entscheidungskriterium der Steuerbarwert dient.
2.2.1.1. Stock Options auf Basis einer bedingten Kapitalerhöhung
Die erste Möglichkeit, Stock Options auszugeben, besteht darin, sie auf Basis einer bedingten Kapitalerhöhung gemäß § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG aufzulegen. Dem wird zugute gehalten, dass dabei „…zu keinem Zeitpunkt Barmittel aus dem Unternehmen abfließen.“ Bedingt bedeutet in diesem Fall, dass die Kapitalerhöhung nur in dem Umfang erfolgt, wie Bezugsrechte auch tatsächlich ausgeübt werden. Jeder Stock Option Plan auf Basis eines bedingten Kapitals hat aktienrechtliche Mindestvoraussetzungen nach § 193 Abs. 2 AktG zu beachten. So müssen bei der Ausgestaltung der Pläne u.a. folgende Informationen abgebildet werden: der Kreis der Berechtigten sowie die Aufteilung der Optionen innerhalb dieses Kreises, der festgelegte Ausübungspreis, die Erfolgsziele, die die Voraussetzung für eine Optionsausübung bilden.
Der Begünstigte erhält das Recht, wenn bestimmte Ausübungsbedingungen erfüllt sind, Aktien der Gesellschaft zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis zu zeichnen. Da die bilanzielle Behandlung aktienkursorientierter Vergütungssysteme in Deutschland bisher aber nicht explizit gesetzlich geregelt ist, ist deren Behandlung aus den GoB abzuleiten. Gegenwärtig werden folgende Auffassungen, wie Stock Options auf Basis einer bedingten Kapitalerhöhung abzubilden sind, vertreten.
Nach h.M. entstehen bei Stock Options auf Grundlage von § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG keine Personalaufwendungen. Die durch eine bedingte Kapitalerhöhung zu liefernden jungen Aktien führen nicht zum Abfluss von Liquidität und die Kosten des entstehenden Kapitalverwässerungseffektes tragen alleine die Altaktionäre. Bei Ausübung der Option fließt der Gesellschaft neues Kapital zu, das auf die Bilanzpositionen gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage aufzuteilen ist. Somit sind solche Stock Options bis zum Zeitpunkt der Optionsausübung bilanzunwirksam.
1. Wandel im Umfeld leistungsorientierter Mitarbeitervergütung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung variabler, aktienkursorientierter Vergütungssysteme vor dem Hintergrund internationaler Trends und gesetzlicher Änderungen wie dem KonTraG.
2. Aktienkursorientierte Vergütungssysteme: Hier werden die verschiedenen Vergütungsformen (echte vs. virtuelle Instrumente) definiert und ihre steuerliche sowie bilanzielle Behandlung nach deutschem Recht und IFRS 2 detailliert gegenübergestellt.
3. Modellrechnung zu aktienkursorientierten Vergütungssystemen: Dieses Kapitel quantifiziert mittels einer Beispielrechnung die Auswirkungen verschiedener Instrumente auf die Steuerlast und den Steuerbarwert, sowohl bei Erfüllung als auch bei Verfehlung der Ausübungsbedingungen.
4. Thesenartige Zusammenfassung: Abschließend werden die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit in Form zentraler Thesen zusammengefasst, die die Vorteile einer IFRS 2-basierten Bilanzierung aus Unternehmenssicht hervorheben.
Aktienkursorientierte Vergütungssysteme, IFRS 2, Deutsches Steuerrecht, Stock Options, Phantom Stocks, Steuerbarwert, Maßgeblichkeitsprinzip, Betriebsausgabenabzug, Bilanzierung, Fair Value, Innerer Wert, Kapitalerhöhung, Aktienrückkauf, Share Appreciation Rights, Modellrechnung.
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen und bilanziellen Behandlung von aktienkursorientierten Vergütungssystemen für Mitarbeiter, wobei ein Vergleich zwischen dem deutschen Steuerrecht und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS 2) gezogen wird.
Zentral sind die Abgrenzung von echten und virtuellen Eigenkapitalinstrumenten, die Ausgestaltung von Stock Option Plänen und Phantom Stocks sowie die Anwendbarkeit der IFRS 2-Regelungen auf die deutsche steuerliche Gewinnermittlung.
Das Ziel ist die Analyse, welche Vergütungsvariante aus Sicht eines arbeitgebenden Unternehmens unter dem Gesichtspunkt der Steuerbarwertminimierung am vorteilhaftesten ist.
Der Autor verwendet eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine quantitative Modellrechnung für ein fiktives Unternehmen (XY-AG), um die steuerlichen Auswirkungen verschiedener Szenarien messbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der steuerlichen und IFRS-rechtlichen Behandlung sowie eine ausführliche Modellrechnung für verschiedene Fallkonstellationen bei Ausübung bzw. Verfehlung von Bedingungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aktienkursorientierte Vergütung, IFRS 2, Steuerbarwert, Maßgeblichkeitsprinzip und Betriebsausgabenabzug charakterisiert.
Während nach deutschem Steuerrecht häufig der innere Wert herangezogen wird, schreibt IFRS 2 eine Bewertung zum "Fair Value" vor, was oft zu höheren Aufwandsbuchungen und einer gleichmäßigeren Verteilung führt.
Das Urteil ist relevant, da es die Diskussion befeuert, ob in Zweifelsfällen des nationalen Rechts auf internationale Standards wie IFRS zurückgegriffen werden muss, was langfristig die steuerliche Gewinnermittlung beeinflussen könnte.
Die Modellrechnung zeigt, dass Stock Options bei Anwendung der IFRS 2-Regelungen im Vergleich zur de lege lata-Situation steuerlich vorteilhafter sein können, da sie eine stetigere und planbarere Aufwandsverteilung ermöglichen.
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