Examensarbeit, 2005
95 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Talkshow in Deutschland
2.1 Verschiedene Typen von Talkshows
2.1.1 Der Bekenntnistalk
2.1.2 Der Portrait- Talk
2.1.3 Die politische Talkshow als Subgenre des Thementalks
3. Der Moderator
3.1.1 Die Aufgaben des Moderators
3.1.2 Die Strategien des Moderators
4. Außersprachliche Faktoren
4.1 Die Gesprächsgäste
4.2 Das Publikum
4.3 Die Showelemente
5. Gesprächsanalyse eines Bekenntnis- Talks am Beispiel von „Oliver Geißen“
5.1 Analyse der aussersprachlichen Faktoren
5.2 Die Rollen der Gesprächspartner
5.3 Organisation des Sprecherwechsels
5.4 Das Verhältnis benachbarter Gesprächsbeiträge
5.5. Redezeit
5.6 Sprachniveau
5.7 Die Rolle des nonverbalen Verhaltens
6. Gesprächsanalyse des Portrait- Talks am Beispiel von „Fliege“
6.1 Analyse der aussersprachlichen Faktoren
6.2 Die Rollen der Gesprächspartner
6.3 Organisation des Sprecherwechsels
6.4 Das Verhältnis benachbarter Gesprächsbeiträge
6.5 Redezeit
6.6 Sprachniveau
6.7 Die Rolle des nonverbalen Verhaltens
7. Gesprächsanalyse einer politischen Talkshow am Beispiel von „Sabine Christiansen“
7.1 Analyse der aussersprachlichen Faktoren
7.2 Rollen der Gesprächspartner
7.3 Organisation des Sprecherwechsels
7.4 Das Verhältnis benachbarter Gesprächsbeiträge
7.5 Redezeit
7.6 Sprachniveau
7.7 Die Rolle des nonverbalen Verhaltens
8. Vergleichende Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Charakteristika verschiedener Talkshow-Formate im deutschen Fernsehen. Im Zentrum steht dabei die linguistische Gesprächsanalyse, die auf Basis von Transkripten durchgeführt wird, um insbesondere die Organisation des Sprecherwechsels und das Verhältnis der benachbarten Gesprächsbeiträge vor dem Hintergrund außersprachlicher Faktoren zu ergründen.
5.1 Analyse der außersprachlichen Faktoren
Die Oliver Geissen Show wird seit August 1999 täglich von Montag bis Freitag zwischen dreizehn und vierzehn Uhr vom Privatsender RTL gesendet. Charakteristisch für die behandelten Themen ist die Tatsache, dass diese meist die Intimsphäre des Einzelnen berühren oder Einstellungen formulieren, die von den Normvorstellungen der Gesellschaft abweichen und somit eine hitzige Debatte ankündigen. Der Titel des transkribierten Show lautet „Luxusmaus- Eure Armut kotzt mich an!“.
Schon das Kompositum „Luxusmaus“ dürfte bei der Zielgruppe der Zuschauer eher Abneigung als Zuneigung erwecken, im Zusammenhang mit dem Vulgärausdruck „ankotzen“ verspricht das Thema aussergewöhnliche Gesprächspartner und verbale Tiefschläge. Wie bereits erwähnt ist die Sendung von dreizehn bis vierzehn Uhr anberaumt, durch zwei Werbepausen wird jedoch die eigentliche Sendezeit auf etwa 45 Minuten reduziert. Innerhalb dieser Zeitspanne wird der Moderator acht Gäste begrüßen, wobei vier von diesen dem abstrakten Begriff „Luxusmaus“ zuzuordnen sind, die übrigen vier werden ein Leben im Reichtum eher negativ bewerten. Damit sind die Positionen ausgewogen verteilt, es bleibt jedoch zu untersuchen, ob jeder Gast auch tatsächlich die gleichen Möglichkeiten haben wird seine persönliche Meinung im Verlauf der Talkshow zu vertreten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entwicklung des Talkshow-Formats in Deutschland ein und umreißt die methodische Herangehensweise der linguistischen Gesprächsanalyse anhand von drei Formaten.
2. Die Talkshow in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die historische Genese der Talkshow aus den USA und unterscheidet verschiedene Subgenres wie Bekenntnis-, Portrait- und politische Talkshows.
3. Der Moderator: Hier werden die organisatorischen Aufgaben und die spezifischen Gesprächsstrategien moderierender Personen in unterschiedlichen Sendungsstrukturen beleuchtet.
4. Außersprachliche Faktoren: Dieses Kapitel thematisiert den Einfluss von Gästen, Studiopublikum und Showelementen auf den Verlauf und das Sprachverhalten innerhalb der Talkrunden.
5. Gesprächsanalyse eines Bekenntnis- Talks am Beispiel von „Oliver Geißen“: Das Kapitel bietet eine tiefgehende linguistische Untersuchung eines Daily-Talk-Formats unter besonderer Berücksichtigung von Sprecherwechseln, Redeanteilen und Sprachstil.
6. Gesprächsanalyse des Portrait- Talks am Beispiel von „Fliege“: Diese Analyse widmet sich den emotionalen und gefühlsbetonten Diskursen in einem Portrait-Format, wobei nonverbale Elemente eine zentrale Rolle spielen.
7. Gesprächsanalyse einer politischen Talkshow am Beispiel von „Sabine Christiansen“: Dieses Kapitel analysiert eine politische Diskussionsrunde, in der fachlich fundierte Debatten und professionelles Kommunikationsverhalten dominieren.
8. Vergleichende Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Formate hinsichtlich ihrer sprachlichen Gestaltung und Interaktionsmuster zusammen.
Gesprächsanalyse, Talkshow, Moderator, Sprecherwechsel, Bekenntnistalk, Portrait-Talk, Politische Talkshow, Kommunikation, Sprachniveau, Nonverbales Verhalten, Diskursanalyse, Medienlinguistik, Interaktion, Responsivität, Selbstdarstellung
Die Arbeit widmet sich der linguistischen Gesprächsanalyse in unterschiedlichen Fernseh-Talkshow-Formaten, um die sprachliche Struktur und die Interaktionsdynamik innerhalb dieser Sendungen zu verstehen.
Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Moderatoren, den Einfluss außersprachlicher Faktoren wie das Publikum, die Organisation des Sprecherwechsels sowie die Analyse von Sprachniveau und nonverbalem Verhalten.
Das Ziel ist es, die sprachlichen Charakteristika der Formate Daily-Talk, Portrait-Talk und politische Talkshow zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie diese durch formale Strukturen und Gästeinteressen geprägt werden.
Die Untersuchung basiert auf einer linguistischen Gesprächsanalyse, die spezifisch auf die Organisation des Sprecherwechsels (Turn-Taking), das Rückmeldeverhalten und die Responsivität zwischen Gesprächspartnern fokussiert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei detaillierte Analysen der Talkshows „Oliver Geißen“, „Fliege“ und „Sabine Christiansen“, in denen die theoretischen Kriterien jeweils empirisch angewendet werden.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Gesprächsanalyse, Talkshow, Sprecherwechsel, Responsivität und Diskursstruktur charakterisiert.
Im Bekenntnistalk dominiert ein schnelles, oft durch Unterbrechungen geprägtes Sprechtempo, während in der politischen Talkshow sachlich orientierte, längere Redebeiträge und eine zielgerichtetere Steuerung durch die Moderation vorherrschen.
Das Studiopublikum fungiert als Stimmungsbarometer und übt durch nonverbale Reaktionen wie Applaus oder verbale Wortmeldungen einen psychologischen Einfluss auf die Gäste und den Fortgang der Diskussion aus.
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