Forschungsarbeit, 2005
68 Seiten, Note: sehr gut
1 Theorie
1.1 Flow
1.2 Flow und Lesen
1.3 Untersuchungsgegenstand
2 Methoden
2.1 Operationalisierung
2.2 Vorgehen
2.3 Stichprobe
2.4 Überprüfung der Flow-Struktur
2.4.1 Schulerstichprobe
2.4.2 Validierungsstichprobe
2.4.3 Flow-Kurzskala
2.5 Skalenkonstruktion
2.5.1 Flow-Intensität
2.5.2 Flow-Häufigkeit
2.5.3 Autotelische Erfahrung
2.5.4 Interesse am Lesen
2.5.5 Lesevergnugen
2.5.6 Aktivität
2.5.7 Offenheit für Erfahrungen
2.5.8 Einfühlungsvermögen
2.5.9 Lesekompetenz
3 Ergebnisse
3.1 Flow und Lesen
3.1.1 Leseverhalten der Kinder
3.1.2 Leseverhalten der Eltern
3.1.3 Einfluss der Unterrichtsgestaltung
3.1.4 Geschlechtervergleich
3.1.5 Schulvergleich
3.2 Flow-Erleben
3.3 Flow-Typologie
3.4 Flow und Lesekompetenz
4 Diskussion
4.1 Flow beim Lesen
4.2 Geschlechtervergleich
4.3 Flow-Typologie
4.4 Flow und Lesekompetenz
5 Conclusio
Die Studie untersucht explorativ das Erleben von Flow beim Lesen bei Schülern der 7. Klasse und analysiert den Zusammenhang zwischen diesem Flow-Erleben und verschiedenen Einflussfaktoren wie Lesekompetenz, Leseverhalten und elterlichem Modellverhalten.
1.1 Flow
Flow ist ein Zustand, in dem ein Mensch bei voller Kapazitätsauslastung ganz in einer Tätigkeit aufgeht und dies als sehr beglückend erlebt (Csikszentmihalyi, 1992). Die Erforschung des Flow-Erlebens durch Csikszentmihalyi erfolgte nach einem stark phänomenologischen Ansatz. Er interviewte und beobachtete Menschen bei verschiedenen Aktivitäten wie zum Beispiel Bergsteigen, Tanzen oder Schachspielen und erkannte, dass unterschiedliche Tätigkeiten sehr ähnlich beschrieben wurden, wenn sie besonders erfolgreich abliefen. „Offensichtlich fühlte sich ein Langstreckenschwimmer bei der Durchquerung des Ärmelkanals fast genauso wie ein Schachspieler bei einem Turnier... . Sämtliche Gefühle wurden in wichtigen Einzelheiten von den Befragten geteilt...“ (Csikszentmihalyi, 1992; S. 73). Diese verschiedenen, immer wieder beschriebenen Facetten des Erlebens während des Flow-Zustands fasste er zu 7 Erfahrungsbereichen zusammen.
Diese Facetten des Flow sind jedoch nicht einheitlich in der Literatur zu finden. Die Angaben über Anzahl, Bedeutung und Benennung schwanken in gewisser Weise zwischen den verschiedenen Autoren, die sich mit dem Konstrukt beschäftigt haben (Rheinberg, 2004; Remy, 2000; Bellebaum & Muth, 1996; Csikszentmihalyi, 1992; Csikszentmihalyi, 1999; Csikszentmihalyi, 2002). Die 6 im Folgenden beschriebenen Facetten wurden konsistent in der Literatur erwähnt. Zur besseren semantischen Abgrenzbarkeit und Präzisierung wurden diese in der vorliegenden Untersuchung mit neuen Bezeichnungen versehen. Das Flow-Erleben ist demnach wie folgt zu beschreiben:
1. Flow scheint nur dann aufzutreten, wenn eine Aufgabe im Bereich der Leistungsfähigkeit des Ausführenden liegt. Der Handelnde erlebt das Gefühl optimal beansprucht zu sein und trotz hoher Anforderungen das Geschehen gut unter Kontrolle zu haben. Er erfährt eine Balance zwischen der Anforderung und seinen Fähigkeiten. Dieser Aspekt wird von Csikszentmihalyi als der bedeutsamste für die Bestimmung von Flow genannt (Csikszentmihalyi zit. in Rheinberg, 2004).
1 Theorie: Dieses Kapitel definiert das Konstrukt Flow und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zum Thema Flow beim Lesen sowie den spezifischen Untersuchungsgegenstand.
2 Methoden: Hier wird die Vorgehensweise der empirischen Studie beschrieben, einschließlich der Operationalisierung der Konstrukte, der Stichprobenbeschreibung sowie der Skalenkonstruktion.
3 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Daten zur Analyse des Leseverhaltens, des Flow-Erlebens und der Zusammenhänge mit verschiedenen Einflussvariablen.
4 Diskussion: Hier werden die gewonnenen Ergebnisse kritisch reflektiert, theoretisch eingeordnet und Einschränkungen sowie Potenziale für zukünftige Studien diskutiert.
5 Conclusio: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Studie zusammen und betont den Beitrag zur empirischen Forschung über Flow beim Lesen.
Flow, Lesen, Leseglück, Lesekompetenz, Leseverhalten, Lesevergnügen, empirische Studie, Kindesalter, Flow-Intensität, Flow-Häufigkeit, autotelische Erfahrung, Clusteranalyse, Unterrichtsgestaltung, Modellverhalten der Eltern, Flow-Typologie
Die Arbeit untersucht, ob Kinder beim Lesen Flow erleben können, welche Faktoren dieses Erleben beeinflussen und ob ein Zusammenhang mit der Lesekompetenz besteht.
Die zentralen Themen sind das Flow-Konstrukt, Lesesozialisation, Leseglück sowie die Erfassung von Lesekompetenz und Lesevergnügen bei Kindern der Klassenstufe 7.
Ziel ist es zu klären, ob Kinder Flow beim Lesen erleben, wie sich dieses Erlebnis operationalisieren lässt und welche Zusammenhänge zwischen Flow und Faktoren wie dem Geschlecht, dem Leseverhalten oder der elterlichen Vorbildfunktion bestehen.
Es handelt sich um eine empirische Studie, die Fragebögen verwendet, quantitative Daten erhebt und diese mittels Faktorenanalysen, Korrelationsrechnungen, Clusteranalysen und Varianzanalysen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in Theorie (Definitionen), Methoden (Fragebogenerstellung, Stichprobenbeschreibung), Ergebnisse (detaillierte statistische Analyse) und Diskussion (Interpretation der Befunde).
Zu den Schlüsselwörtern gehören Flow, Lesen, Lesekompetenz, Lesevergnügen, empirische Studie und Flow-Typologie.
Da sich die theoretisch postulierten 6 Flow-Subfacetten in der Untersuchung empirisch nicht bestätigen ließen, wurde eine neue, ökonomischere Operationalisierung in Form eines Kurzfragebogens für künftige Erhebungen entwickelt.
Nein, in der vorliegenden Studie konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Intensität bzw. Häufigkeit des Flow-Erlebens und der gemessenen Lesekompetenz der Schüler gefunden werden.
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