Magisterarbeit, 2005
80 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Die Entstehung des dualen Rundfunksystems
2.1. Die Entwicklung des öffentlich rechtlichen Rundfunks
2.2. Die Gegner des öffentlich rechtlichen Systems
2.3. Die Befürworter des öffentlich rechtlichen Systems
2.4. Die politische Kontroverse
3. Die Entwicklung des dualen Rundfunksystems
3.1 Überblick – Von den Kabelpilotprojekten zum Oligopol
3.2 Technische Rahmenbedingungen
3.2.1 Terrestrische Funknetze
3.2.2 Breitbandkabelverteilnetze
3.2.3 Direktempfangbare Satelliten
3.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.4 Ökonomische Rahmenbedingungen
3.5 Ausblick
4. Das digitale Fernsehen
4.1. Grundlagen
4.2. Terminologie
4.2.1. Die d-box
4.2.2. Pay TV
4.2.3. Free-TV
4.2.4. Pay per Channel
4.2.5. Pay per View
4.2.6. Near Video on demand
4.2.7. Video on demand
4.3. Das digitale Fernsehen in Deutschland
4.3.1. Chronik
4.3.2. Überblick über die verfügbaren digitalen Angebote
5. Auswirkungen auf das Mediensystem
5.1. Technische Auswirkungen
5.1.1. Terrestrik
5.1.2. Breitbandkabel
5.1.3. Satellit
5.2. Rechtliche Auswirkungen
5.3. Ökonomische Auswirkungen
5.3.1. Durchschnittskostendegression
5.3.2. Größenvorteile
5.3.3. Verbundeffekte
5.3.4. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wertschöpfungskette
5.3.5. Auswirkungen auf das öffentlich-rechtliche Gebührenmodell
5.4. Strategische Optionen der ARD
5.5. Strategische Optionen des ZDF
5.6. Strategische Optionen der RTL-Gruppe und der ProSiebenSat1 Media AG
5.7. Der Sonderfall Premiere
6. Ausblick
Die Arbeit analysiert die Veränderungen des dualen Rundfunksystems in Deutschland durch die Einführung der Digitalisierung. Dabei steht die Untersuchung der ökonomischen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die strategischen Optionen der Marktteilnehmer im Vordergrund, um die zukünftige Entwicklung des Mediensystems zu prognostizieren.
3.1. Von den Kabelpilotprojekten zum Oligopol
Rückblickend lassen sich die Kabelpilotprojekte zutreffend als Geburtsstunde des privaten Rundfunks und somit des dualen Rundfunksystems identifizieren. Inwiefern die Einführung der Kabeltechnologie die Etablierung des privaten Rundfunks begünstigt hat, veranschaulicht eine Analyse der Marktanteile der öffentlich rechtlichen sowie der privaten Anbieter in den 80er Jahren. Obwohl erst 1985 gestartet erreichten SAT.1 und RTL Plus 1990 bereits einen absoluten Marktanteil von 30 Prozent. Dementsprechend waren die Markanteilsverluste von ARD und ZDF. Betrachtet man jedoch nur die Haushalte, welche an das Kabelnetz angeschlossen waren, so erreichten die privaten Anbieter bereits 1986 jene 30 Prozent Marktanteil, die sie bis 1990 auf 50 Prozent ausbauen konnten.
Obwohl die großen Anbieter schnell eine hohe Reichweite realisieren konnten, erwies sich der private Rundfunk finanziell erst einmal als Flop. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Veranstalter die Kosten für ein Vollprogramm (18 –20 Stunden täglich) womöglich unterschätzt haben. Bis heute haben nur RTL und Pro Sieben ihre Anlaufverluste wieder eingespielt. SAT.1 dagegen, verursachte Anlaufverluste von über 1 Milliarde DM und wies auch im Geschäftsjahr 1997 immer noch einen Verlust von 165 Millionen DM aus. Diese finanzielle Schieflage hatte in erster Linie programmliche Gründe. Zu Beginn des Privatfernsehens setzten die Sender verstärkt auf amerikanische Spielfilme und Serien, da diese auf dem internationalen Filmmarkt billig zu haben waren und somit keinerlei Produktionskosten verursachten. Besonders SAT.1, dessen Miteigentümer der Filmhändler Leo Kirch war, wurde oft als Abspielstation für den riesigen Bestand aus dem Kirch`schen Filmarchiv bezeichnet. Doch mit diesen amerikanischen Programmen war auf Dauer keine ausreichend hohe Quote zu erzielen.
1. Vorwort: Einführende Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, den Einfluss der Digitalisierung auf das duale Rundfunksystem anhand historischer Entwicklungen zu analysieren.
2. Die Entstehung des dualen Rundfunksystems: Rekonstruktion der nach 1945 etablierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkstruktur und der politischen Auseinandersetzungen, die zur Einführung des privaten Rundfunks führten.
3. Die Entwicklung des dualen Rundfunksystems: Analyse der technischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, die den Wandel von den Kabelpilotprojekten hin zu einem Oligopol privater Senderfamilien ermöglichten.
4. Das digitale Fernsehen: Erläuterung der technischen Grundlagen der Digitalisierung, der verschiedenen Abrechnungsmodelle (Pay-TV, VOD) sowie eine Chronik der digitalen Entwicklung in Deutschland.
5. Auswirkungen auf das Mediensystem: Detaillierte Untersuchung der technischen, rechtlichen und ökonomischen Folgen der Digitalisierung sowie strategische Bewertung der Positionierung von ARD, ZDF und privaten Medienunternehmen.
6. Ausblick: Fazit über die zu erwartende Konsolidierung des digitalen Marktes und die zunehmende Schwierigkeit für öffentlich-rechtliche Sender, eine Ausweitung ihrer digitalen Angebote zu rechtfertigen.
Digitalisierung, duales Rundfunksystem, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, Kabelfernsehen, Satellitenempfang, DVB-T, Refinanzierung, Pay-TV, Senderfamilie, Medienökonomie, Rundfunkstaatsvertrag, Konvergenz, Marktanteile, Wertschöpfungskette
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf das bestehende duale Rundfunksystem in Deutschland und analysiert, wie sich die Marktbedingungen und Strategien der Rundfunkanbieter dadurch verändern.
Zentrale Themen sind die historische Entstehung des dualen Systems, die technischen Übertragungswege (Kabel, Satellit, Antenne), ökonomische Faktoren wie Skaleneffekte sowie die strategischen Optionen der großen Sendehäuser.
Das Ziel ist es, auf Basis der historischen Entwicklung und der ökonomischen Rahmenbedingungen Prognosen über die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und strategische Ausrichtung der Marktteilnehmer im digitalen Zeitalter zu treffen.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Aufarbeitung von Literatur, Fachberichten, Marktanalysen (z.B. GfK) und gesetzlichen Grundlagen (Rundfunkstaatsvertrag) basiert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die ökonomischen Auswirkungen der Digitalisierung, insbesondere die Verlängerung der Wertschöpfungskette und die Konzentrationsprozesse in Form von Senderfamilien.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie duales System, Medienkonvergenz, Refinanzierungsstrategien, Pay-TV und die Rolle der öffentlich-rechtlichen Grundversorgung.
Die ARD nutzt ihre dezentrale Struktur und starke Präsenz durch dritte Programme zur Grundversorgung, während das ZDF mit schlankeren Strukturen einen aggressiven Expansionskurs im digitalen Bereich verfolgt.
Premiere ist der einzige Sender, der durch den "Switch Off" des analogen Signals vollständig auf digitale Technik setzt und damit als monopolistischer Gatekeeper agiert, jedoch lange Zeit mit hohen Lizenzkosten zu kämpfen hatte.
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