Diplomarbeit, 2005
152 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Zur Bedeutung des Begriffes Erwachsenenbildung
2.1 Volksbildung
2.2 Erwachsenenbildung
2.3 Weiterbildung im Kontext lebenslangen Lernens
2.4 Definition
3. Historische Entwicklung der Erwachsenenbildung – ein skizzierter Überblick seit 1960
3.1 Die „Realistische Wende“
3.2 Die Etablierung der Erwachsenenbildung durch Gesetzesverankerung in den siebziger Jahren
3.3 Die „Qualifizierungsoffensive“ der achtziger Jahre
3.4 Die Expansion des Erwachsenenbildungsbereiches in den neunziger Jahren
3.5 Fazit
4. Der quartäre Bildungssektor und seine Trägerbereiche
4.1 Die Struktur des quartären Bildungssektors
4.2 Trägerbereiche der Erwachsenenbildung
4.2.1 Staatlicher Trägerbereich
4.2.2 Kommunaler Trägerbereich
4.2.3 Gewerkschaftlicher Trägerbereich
4.2.4 Trägerbereiche der Wirtschaft
4.2.5 Privatwirtschaftlicher - Kommerzieller Trägerbereich
4.2.6 Konfessioneller Trägerbereich
4.3 Fazit
5. Erwachsenenbildung zwischen pädagogischer Zielsetzung und marktwirtschaftlicher Organisation unter Berücksichtigung öffentlicher Verantwortung
5.1 Pädagogische Zielsetzung im Wandel der Zeit: Bildung versus Qualifizierung in der Erwachsenenbildung?
5.1.1 Schlüsselqualifikationen als intermediärer Ansatz?
5.2 Teilnehmerorientierung in der Erwachsenenbildung
5.2.1 Marktorientierung
5.2.2 Vom Teilnehmer zum Kunden
5.2.2.1 Bedarf und Bedürfnis
5.3 Finanzierung in der Erwachsenenbildung
5.3.1 Auswirkungen
5.4 Anforderungen an die Träger von Erwachsenenbildung
5.4.1 Qualitätssicherung
5.4.2 Zertifizierung
5.5 Politische oder ökonomische Steuerung des Erwachsenenbildungsbereichs?
5.5.1 Mittlere Systematisierung
5.5.2 Öffentliche Verantwortung
5.5.3 Gesetzliche Regelungen
5.6 Fazit
6. Die Volkshochschule als traditioneller Bildungsträger zwischen bildungspolitischem Selbstverständnis und ökonomischer Dienstleistung? Eine Vorwortuntersuchung
6.1 Gegenstand der Untersuchung
6.2 Fragestellung und Vorgehensweise
6.3 Auswertung der Vorworte aus den Programmen der VHS Marburg
6.3.1 Vorstellung der Kriterien
6.3.2 Kriterienspezifische und inhaltliche Auswertung der Jahrgänge
6.3.2.1 Sommersemester 1977 bis Wintersemester 1979/1980
6.3.2.2 Sommersemester 1980 bis Sommersemester 1987
6.3.2.3 Sommersemester 1998 bis Wintersemester 2004/2005
6.4 Fazit
7. Schlussbetrachtung
Das Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, ob sich die Erwachsenenbildung in einem Spannungsfeld zwischen pädagogischen Idealen und marktwirtschaftlichen Zwängen befindet. Exemplarisch wird die Volkshochschule (VHS) Marburg analysiert, um zu klären, wie diese als traditioneller Bildungsträger auf den gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturwandel seit 1977 reagiert und ob ihr ursprünglicher bildungspolitischer Auftrag unter dem Druck ökonomischer Anforderungen gefährdet ist.
1. Einleitung
In den vergangenen Jahren sind die Konsequenzen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Strukturwandels, insbesondere in Bezug auf die Bildungspolitik und den Weiterbildungssektor im Allgemeinen sowie der Erwachsenenbildung im Besonderen, verstärkt zum Gegenstand bildungspolitischer Diskussionen und wissenschaftlicher Untersuchungen geworden.
Angesichts einer steigenden Technisierung der gesellschaftlichen und arbeitsmarktlichen Realität, bei einer anhaltenden arbeitsmarktpolitischen Krise, rückt berufliche Erwachsenenbildung respektive Weiterbildung als existenzsichernde Maßnahme zunehmend in den Fokus bildungsorientierter Aktivitäten. Komplexer werdende Lebens- und Arbeitsbedingungen erfordern Wissen und Kompetenzen, die zukünftig über Berufs- und Lebensgestaltungschancen und damit auch über einen gesellschaftlichen Fortschritt entscheiden.
Zum anderen steht Erwachsenenbildung vor der politischen Aufgabe, Chancengerechtigkeit und das lebensbegleitende Lernen zu fördern, einen Ausgleich entgangener Bildungschancen zu ermöglichen, interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln und einen Beitrag zur politischen Bildung zu leisten. Öffentlich organisierte Erwachsenenbildung bedarf jedoch staatlicher Finanzierung, ordnungspolitischer Steuerung und öffentlicher Verantwortung, aus der sich Bund und Länder, aufgrund der Verknappung öffentlicher Haushalte und sinkender Finanzbudgets, zunehmend zurückziehen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Strukturwandel und dessen Einfluss auf die Erwachsenenbildung, wobei die Forschungsfrage nach der Positionierung im Spannungsfeld zwischen pädagogischem Auftrag und Ökonomisierung formuliert wird.
2. Zur Bedeutung des Begriffes Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel definiert die historischen Begriffe Volksbildung und Erwachsenenbildung und ordnet sie in den Kontext des lebenslangen Lernens ein.
3. Historische Entwicklung der Erwachsenenbildung – ein skizzierter Überblick seit 1960: Es werden die zentralen historischen Phasen skizziert, von der „realistischen Wende“ über die gesetzliche Verankerung in den 70ern bis hin zur Expansion in den 90ern.
4. Der quartäre Bildungssektor und seine Trägerbereiche: Das Kapitel strukturiert die Trägerlandschaft der Erwachsenenbildung, darunter staatliche, kommunale und private Anbieter.
5. Erwachsenenbildung zwischen pädagogischer Zielsetzung und marktwirtschaftlicher Organisation unter Berücksichtigung öffentlicher Verantwortung: Hier wird der Konflikt zwischen Bildung und Qualifizierung sowie die Steuerung durch den Markt oder den Staat analysiert.
6. Die Volkshochschule als traditioneller Bildungsträger zwischen bildungspolitischem Selbstverständnis und ökonomischer Dienstleistung? Eine Vorwortuntersuchung: Basierend auf einer Analyse von Vorworten der VHS Marburg werden die institutionellen Entwicklungen und Strategieanpassungen der Einrichtung aufgezeigt.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Entwicklung der VHS unter den Bedingungen einer zunehmenden Ökonomisierung.
Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Volkshochschule, Bildungsauftrag, Ökonomisierung, Qualifizierung, Lebenslanges Lernen, Trägerlandschaft, VHS Marburg, Strukturwandel, Bildungsmarkt, Pädagogik, Qualitätssicherung, Zertifizierung, Finanzierung.
Die Arbeit untersucht, ob sich die Erwachsenenbildung in einem Spannungsfeld zwischen pädagogischen Zielsetzungen und marktwirtschaftlicher Organisation befindet und wie sich dieser Konflikt auf die Volkshochschule als traditionellen Bildungsträger auswirkt.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Bildungssektors, die verschiedenen Trägerbereiche, die Debatte um pädagogische Bildung versus berufliche Qualifizierung sowie die Auswirkungen von Mittelkürzungen auf die institutionelle Ausrichtung.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit sich die Volkshochschule Marburg als traditioneller Bildungsträger zwischen ihrem bildungspolitischen Selbstverständnis und ökonomischen Anforderungen als Dienstleister behaupten kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und führt ergänzend eine empirische Vorwortuntersuchung von 34 Programmheften der VHS Marburg aus den Jahren 1977 bis 2005 durch.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Einordnung der Erwachsenenbildung, der Systematisierung der Trägerbereiche, der Analyse der Zielkonflikte (Qualifizierung vs. Bildung) und der spezifischen Fallstudie der VHS Marburg.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Erwachsenenbildung, Ökonomisierung, Strukturwandel, Bildungsauftrag und Weiterbildungsmarkt charakterisiert.
Die VHS Marburg hat sich von einer traditionell bildungspolitisch orientierten Einrichtung zu einem modernen, wirtschaftlich agierenden Weiterbildungszentrum entwickelt, das zunehmend auf Zertifizierungen, Kooperationen und berufsorientierte Qualifizierungsangebote setzt.
Die Kürzungen der öffentlichen Fördermittel zwangen die VHS dazu, ihr Angebot stärker marktorientiert auszurichten, Teilnehmergebühren zu erhöhen und neue Zielgruppen (wie Firmenkunden) zu erschließen, was zu einem ständigen Spannungsfeld zwischen sozialem Auftrag und wirtschaftlicher Notwendigkeit führt.
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