Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
23 Seiten, Note: sehr gut
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Einleitung
A. Trinkwasser – ein besonderes Gut
B. Liberalisierung und Privatisierung im Wassersektor ausgewählter Länder
I. Formen der Liberalisierung und Privatisierung
II. Privatisierung in England/Wales
III. Das französische Konzessionsmodell
C. Entwicklungen in Deutschland
I. Privatisierungsbeispiele
II. Die rechtliche Ausgangslage
D. Kritikpunkte an einer Liberalisierung und Privatisierung
I. Erfahrungen mit Preisentwicklungen
II. Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt
E. Liberalisierungsvorhaben in der Europäischen Union
I. Einleitung
II. Die EG-Sektorenrichtlinie 2004/17/EG
III. Ausblick
IV. Wasserversorgung in der geplanten EG-Dienstleistungsrichtlinie
F. Liberalisierungsbestrebungen im Welthandel
I. Die GATS-Verhandlungen
II. Annahme internationaler Handelsverträge nach der Europäischen Verfassung
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Liberalisierungs- und Privatisierungsvorhaben in der Trinkwasserversorgung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Im Zentrum steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit der Einordnung von Wasser als Wirtschaftsgut im Vergleich zu seiner Bedeutung als grundlegendes, öffentliches Gut der Daseinsvorsorge.
I. Formen der Liberalisierung und Privatisierung
Bei einer Liberalisierung handelt es sich um die Einführung von Marktmechanismen in Märkte, die bislang durch den Staat monopolisiert waren. Bei einer Liberalisierung ist grundsätzlich zwischen dem Wettbewerb im Markt und dem Wettbewerb um den Markt zu differenzieren. Von einem Wettbewerb im Markt wird gesprochen, wenn die Marktöffnung darauf abzielt, dass der Wettbewerb um den Endverbraucher gestärkt wird, indem das Gebietsmonopol aufgehoben wird und die Anbieter dieselbe Leitung benutzen können. Allerdings ist die Schaffung gemeinsamer Versorgungsnetze im Wassersektor aus gesundheitlicher und hygienischer Sicht wegen der stattfindenden Durchmischung der Wässer bedenklich und die Errichtung paralleler Netz zu kostenintensiv. Ein Wettbewerb um den Markt findet statt, wenn die Anbieter lediglich im Wettbewerb um das zeitlich befristete Recht zur Wasserversorgung in einem Versorgungsgebiet stehen. Weil die Gebietsmonopole in diesem Fall bestehen bleiben können, handelt es sich hierbei um das derzeit am meisten diskutierte Liberalisierungsmodell.
In der Regel führen Liberalisierungen in diesen Sektoren zu Privatisierungen. Bei einer Privatisierung übernehmen Unternehmen in privater Rechtsform Aufgaben, die zuvor die öffentliche Hand erbracht hat. Grundsätzlich kommen drei Arten von Privatisierungen in Betracht. Eine formelle Privatisierung (Organisationsprivatisierung) liegt vor, wenn organisatorisch an die Stelle eines Trägers öffentlicher Verwaltung eine juristische Person des Privatrechts tritt, die Anteile dieser Privatrechtsperson jedoch ganz oder mehrheitlich in den Händen der öffentlichen Verwaltung verbleiben.
Einleitung: Es wird die globale Relevanz der Wasserversorgung als knappes Gut und Herausforderung des 21. Jahrhunderts dargelegt sowie das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und der öffentlichen Daseinsvorsorge skizziert.
A. Trinkwasser – ein besonderes Gut: Das Kapitel begründet die Sonderstellung des Trinkwassers als unverzichtbares Lebensmittel und die daraus resultierende Notwendigkeit öffentlicher Kontrolle und Qualitätssicherung.
B. Liberalisierung und Privatisierung im Wassersektor ausgewählter Länder: Es werden verschiedene Modelle der Marktöffnung und Unternehmensformen, wie etwa in England/Wales oder Frankreich, theoretisch definiert und anhand der Praxis erläutert.
C. Entwicklungen in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert konkrete Privatisierungsvorgänge in deutschen Städten und beleuchtet die spezifische rechtliche Situation des deutschen Wassermarktes unter Berücksichtigung des Kartellrechts.
D. Kritikpunkte an einer Liberalisierung und Privatisierung: Hier werden negative Erfahrungen mit steigenden Wasserpreisen, Qualitätseinbußen und Risiken für die öffentliche Gesundheit und Umwelt kritisch diskutiert.
E. Liberalisierungsvorhaben in der Europäischen Union: Das Kapitel untersucht den Einfluss des europäischen Rechts, insbesondere die Sektorenrichtlinien und die Rolle der Kommission im Hinblick auf den Binnenmarkt und die Daseinsvorsorge.
F. Liberalisierungsbestrebungen im Welthandel: Es wird die Rolle der WTO und des GATS-Abkommens bei der Liberalisierung von Trinkwasserdienstleistungen sowie die Handelspolitik der EU gegenüber Entwicklungsländern dargestellt.
Schlusswort: Das Fazit fasst die gesundheitlichen und ökonomischen Bedenken zusammen und plädiert dafür, die Kontrolle über die Wasserversorgung nicht aus der Hand zu geben.
Wassersektor, Trinkwasserversorgung, Liberalisierung, Privatisierung, Daseinsvorsorge, Wettbewerb, Wasserpreise, EG-Sektorenrichtlinie, GATS, WTO, Nachhaltigkeit, Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen, Konzessionsmodell, Wasserqualität.
Die Arbeit befasst sich mit den Bestrebungen, die Trinkwasserversorgung weltweit, auf europäischer Ebene und in Deutschland zu liberalisieren und zu privatisieren, und untersucht die damit verbundenen Vor- und Nachteile.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Liberalisierungsmodellen, die Auswirkungen auf die Wasserpreise, die Risiken für die Qualität des Trinkwassers sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen durch EU-Richtlinien und Welthandelsabkommen.
Ziel ist es, die Auswirkungen einer forcierteren Marktöffnung kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob Trinkwasser als reines Wirtschaftsgut oder als hoheitliche Aufgabe der Daseinsvorsorge behandelt werden sollte.
Die Arbeit nutzt eine rechts- und politikwissenschaftliche Analyse, indem sie internationale Erfahrungen, europäische Rechtsakte und vertragliche Rahmenbedingungen der WTO systematisch auswertet.
Der Hauptteil behandelt die Praxisbeispiele der Privatisierung, die rechtliche Ausgangslage in Deutschland, die Kritikpunkte hinsichtlich Preisen und Gesundheit sowie die Rolle der EU-Gesetzgebung und der WTO bei der Liberalisierung.
Die wichtigsten Begriffe sind Daseinsvorsorge, Wassersektor, Privatisierung, Liberalisierung, GATS, Wettbewerb und Trinkwasserqualität.
Die Privatisierung führte dort teilweise zu stark gestiegenen Preisen, hohen Dividenden für Aktionäre zulasten von Investitionen in die Infrastruktur sowie zu Problemen bei der Wasserqualität und Umweltvergehen.
Die Kommission treibt durch ihre Binnenmarktstrategien und Sektorenrichtlinien eine stärkere Öffnung des Wassersektors für den Wettbewerb voran, wobei sie jedoch durch das Europäische Parlament und zunehmende Bedenken der Mitgliedstaaten teils gebremst wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

