Diplomarbeit, 2005
68 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Religionsbegriff
2.1. Herkunft des Begriffs
2.2. Annäherungen und Definitionsversuche
2.3. Funktionaler und substantieller Religionsbegriff
2.3.1. Substantieller Religionsbegriff
2.3.2. Funktionaler Religionsbegriff
2.4. Zusammenfassung
3. Erlösung
3.1. Annäherung
3.2. Altes und Neues Testament
3.3. Systematisch-theologischer Zugang
3.4. Zusammenfassung
4. Musik im religiösen Zusammenhang
4.1. Rock- und Popmusik
4.2. Wurzeln des Rock&Pop
4.2.1. Spiritual, Gospel und Blues
4.2.2. Rhythm & Blues
4.2.3. Country- und Folkmusik – die „weißen Wurzeln“ des Rock
4.2.4. Rock `n` Roll
4.2.5. Zusammenfassung
4.3. Das „religiöse Erbe“ des Rock & Pop
4.4. Funktionen der Musik
4.5. Rockmusik und Erlösung
4.6. Gnosis – postmoderne Weltreligion?
5. Grundlagen der Analyse ausgewählter Titel
5.1. Begründung der Auswahl
5.2. Methoden der Analyse
6. Suche nach Erlösungsvorstellungen
6.1. Madonna
6.1.1. Analyse von Musik und Text
6.1.2. Theologische Interpretation
6.2. Xavier Naidoo und Söhne Mannheims
6.2.1. Analyse von Musik und Text
6.2.2. Theologische Interpretation
7. Abschluss / Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Musik und Religion mit dem primären Ziel, nach Erlösungsvorstellungen in der zeitgenössischen Rock- und Popmusik zu fragen und dabei aufzuzeigen, wie aktuelle populäre Musik religiöse Sehnsüchte artikuliert.
4.2.1. Spiritual, Gospel und Blues
Eine rein westafrikanische Musik konnte sich unter dem Druck der weißen Sklavenbesitzer und Kirchen nicht erhalten, da den Sklaven aus Angst vor Rebellion Trommeln und Blasinstrumente verboten worden sind. Diese Instrumente hatten für die Afrikaner eine wesentliche Funktion zur Herbeirufung der Götter, allerdings war auch bekannt, dass diese Instrumente ebenso als Kommunikationsmittel verwendet wurden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts (oder schon Ende des 17. Jh.) begannen Methodisten und Baptisten mit der Bekehrung der Sklaven. Letztere lernten dabei europäische Kirchenlieder kennen, die sie in ihrer eigenen Weise interpretierten und sich so aneigneten. So entstanden Jubilees (Hymnengesänge) und Spirituals. Die Spirituals dienten als Ersatz für die verbotenen Rhythmusinstrumente: Zur Beschwörung der Gottheit. In der afrikanischen Religion ist die Wirksamkeit der Gottheit vom lebendigen Menschen abhängig, in der Ekstase wird die Gottheit gezwungen, sich mit dem Menschen zu vereinigen. Zu dieser Beschwörung waren aber Trommeln notwendig. Da diese den nordamerikanischen Sklaven verboten waren, verloren die Gottheiten ihre Wirksamkeit.
Die Gottesdienste der Baptisten und Methodisten boten den schwarzen Amerikanern nun aber die Möglichkeit, eine Gottheit ohne Trommeln, sondern nur durch Namennennung zu beschwören. Die Erzählungen der Bibel wurden in die eigene religiöse Gedankenwelt integriert, der Gottesdienstkult afrikanisiert. Vor allem die Erlöser- und Befreierfiguren des Alten Testaments (Mose, David...) wurden beschworen. „In der Begegnung zwischen europäischer und afrikanischer Kultur entstanden die Spirituals. Afrikanisch blieb die Art des Glaubensvollzugs: die Beschwörung des Göttlichen.“ Inhalt der Spirituals ist das Flehen um Erlösung aus einer Notlage. Besonders ist hierbei, dass es hier nicht nur um eine Erlösungshoffnung handelt, sondern um reale Erlösung, die sich in der Ekstase ereignet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Thematik des Verhältnisses von Musik und Religion ein und skizziert das Anliegen der Arbeit, in der Rock- und Popmusik nach Erlösungsvorstellungen zu fragen.
2. Religionsbegriff: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Religion durch eine Herkunftsbestimmung und durch die Differenzierung zwischen funktionalen und substantiellen Definitionen.
3. Erlösung: Hier wird der Erlösungsgedanke biblisch und systematisch-theologisch hergeleitet und als Prozess der Überwindung von Unheil beschrieben.
4. Musik im religiösen Zusammenhang: Dieses Kapitel verknüpft die Musikgeschichte, insbesondere die Wurzeln der Rock- und Popmusik, mit religiösen Kategorien wie Begleitung, Kult und Erzählung.
5. Grundlagen der Analyse ausgewählter Titel: Hier werden die Auswahlkriterien für die zu untersuchenden Künstler dargelegt sowie die methodischen Schritte der Analyse festgelegt.
6. Suche nach Erlösungsvorstellungen: In diesem praktischen Teil werden anhand von Madonna und Xavier Naidoo exemplarische Analysen von Musik, Text und theologischer Bedeutung durchgeführt.
7. Abschluss / Ausblick: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit für die religionspädagogische Praxis und schlägt Ansätze für eine verantwortungsvolle Arbeit mit Popmusik vor.
Musik, Religion, Erlösung, Rockmusik, Popmusik, Spirituals, Gospel, Blues, Gnosis, Transzendenz, Kult, Identitätsfindung, Sinnsuche, Theologie, Madonna, Xavier Naidoo.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Musik und Religion und fragt explizit danach, ob und in welcher Weise aktuelle Rock- und Popmusik Erlösungsvorstellungen thematisiert.
Die Arbeit verbindet theologische Begriffsklärungen mit musikwissenschaftlichen Analysen, um die religiöse Dimension von Popkultur sowie die Funktionen von Musik für den Einzelnen und die Gesellschaft zu beleuchten.
Ziel ist es, den Erlösungswunsch in der Popmusik zu identifizieren und zu untersuchen, ob dieser als rein „innerweltlich“ oder in inhaltlicher Verbindung zum Göttlichen verstanden werden kann.
Der Autor stützt sich auf eine systematische Methodik, die aus drei Stufen besteht: teilnehmende Beobachtung, musik- und literaturwissenschaftliche Analyse der Texte sowie eine abschließende theologische Interpretation.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe (Religion, Erlösung), eine musikgeschichtliche Einordnung der Rock- und Popmusik sowie einen praktischen Teil, in dem ausgewählte Lieder von Madonna und Xavier Naidoo exemplarisch analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind neben Erlösung und Religion auch Kult, Gnosis, Transzendenz und die Unterscheidung zwischen funktionalen und substantiellen Religionsbegriffen.
Das Gnosis-Modell dient als theoretisches Werkzeug, um Gemeinsamkeiten in der Unzufriedenheit innerhalb der begrenzten Welt und das Streben nach etwas „Nicht von dieser Welt“ in verschiedenen religiösen Suchbewegungen zu erklären.
Das Video zu „Like a Prayer“ wird als erzählerische Einheit mit dem Song verstanden, die eine zusätzliche Ebene der Interpretation ermöglicht und religiöse Motive (wie Schuld und Vergebung) visuell untermauert.
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