Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
24 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
0.I.
0.II.
I.
II.
III.
Diese Arbeit untersucht den historischen Kontext, die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung der „Drei-Pfeile“-Symbolkampagne gegen den aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland im Jahr 1932, initiiert von Carlo Mierendorff und Sergej Tschachotin.
Die Erfindung dieses politischen Symbols der Drei Pfeile für den Kampf gegen den zur Macht drängenden Nationalsozialismus im Krisen- und Entscheidungsjahr 1932
Die Erfindung dieses politischen Symbols der Drei Pfeile für den Kampf gegen den zur Macht drängenden Nationalsozialismus im Krisen- und Entscheidungsjahr 1932 bleibt, auch wenn es sich lediglich urn eine am Ende >erfolglose< historische Episode handelte, mit dem Namen Sergej Tschachotin verbunden. Zweifellos trifft es zu, daß die Mehrheit im SPD -Parteivorstand der im Dezember 1931 gegründeten Eisernen Front als republikanischer Abwehrorganisation Hindernisse bei der Entfaltung einer aktiven Propaganda in den Weg legte, während große Teile der Mitgliedschaft aktiv gegen den Nationalsozialismus kämpfen wollten. Otto Wels rief zwar Anfang Januar 1932 zu einer »Abwehrfront gegen den Faschismus« auf. Nach der Wahl Hin-denburgs zum Reichspräsidenten auch mit Hilfe der SPD verharrte die sozialdemokratische Führung aber in Resignation, Passivität und Legalismus. Wenn noch 1932 auf einer internationalen Konferenz der antifaschistischen Schutzorganisationen am 2. 10. 1932 in Berlin zur »Stärkung des Abwehrwillens der Arbeiterschaft« aufgerufen und gefordert wurde, »im Zeichen der Drei Pfeile gegen Kapitalismus, Faschismus und Reaktion zu kämpfen«, sowie das Symbol der Drei Pfeile als »internationales Kampfzeichen« einzuführen - so war es doch »zu spät und zu wenig«, wie nicht zuletzt der Rechenschaftsbericht des Bundesvorstands des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold erwies, von dem der Aufruf zur Gründung der Eisernen Front stammte (28.11.1931).
0.I.: Diese Einleitung führt in die Forschungsarbeit von Richard Albrecht über den politischen Widerstand von Carlo Mierendorff und Sergej Tschachotin mittels Propaganda ein.
0.II.: Der Autor ordnet die vorliegende Publikation historisch ein und verweist auf seine früheren wissenschaftlichen Studien sowie die biographischen Porträts zu Mierendorff.
I.: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben und Wirken des Wissenschaftler-Emigranten Sergej Tschachotin und seine theoretischen Ausführungen zur Massenpropaganda.
II.: Hier erfolgt eine detaillierte biographische Darstellung des Werdegangs von Sergej Tschachotin, von seiner Jugend in Odessa bis zu seinen Exilstationen in verschiedenen europäischen Ländern.
III.: Dieses Kapitel analysiert die „Idee mit den drei Pfeilen“ als Symbolik, deren praktische Anwendung im Jahr 1932 und die theoretische Fundierung im Kontext der damaligen politischen Krise.
Drei Pfeile, Eiserne Front, Carlo Mierendorff, Sergej Tschachotin, Nationalsozialismus, Symbolpropaganda, Weimarer Republik, Massenpsychologie, Widerstand, Arbeiterbewegung, politische Kommunikation, Exilforschung, Faschismus, Pawlows Reflextheorie, politische Ästhetik.
Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und den Einsatz der „Drei-Pfeile“-Propaganda als Abwehrmittel der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung gegen den aufkommenden Nationalsozialismus in den Jahren 1931/1932.
Im Zentrum stehen die politische Propaganda, die Geschichte der „Eisernen Front“, die Biografie von Sergej Tschachotin sowie die soziologische und psychologische Fundierung von politischer Symbolik.
Der Autor möchte die spezifische historische Episode der „Drei-Pfeile-Kampagne“ grafisch und theoretisch aufarbeiten und die Rolle der Protagonisten in diesem „Krieg der Symbole“ beleuchten.
Richard Albrecht stützt sich auf eine Kombination aus diskursanalytischen Ansätzen, biographischer Recherche, dem Auswerten historischer Dokumente sowie persönlichen Zeitzeugenberichten.
Der Hauptteil widmet sich ausführlich dem Werdegang Tschachotins, der Genese des Drei-Pfeile-Symbols und dessen praktischer Anwendung bei Massenaufmärschen und Wahlkämpfen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Symbolpropaganda, antifaschistischer Widerstand, politische Ästhetik und die Analyse von Massenphänomenen in der Endphase der Weimarer Republik charakterisiert.
Tschachotin, als ehemaliger Assistent Pavlovs, übertrug dessen Theorie der „konditionierten Reflexe“ auf die politische Propaganda, um Massen psychologisch zu aktivieren.
Sie wird als tragisch eingestuft, da sie trotz ihres innovativen und mobilisierenden Potenzials die Zerstörung der Arbeiterbewegung und die Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht verhindern konnte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

