Bachelorarbeit, 2004
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Erster Teil: Warum eine Reform der EZB notwendig ist
2.1 Geschichtliche Entwicklung zur EU und zur Economic and Monetary Union, sowie ihre Institutionen
2.2 Zur Notwendigkeit einer Reform des Governing Councils im Zuge der EU-Osterweiterung
2.2.1 Argumente gegen eine Reform
2.2.1.1 Das Gegenargument von W. Paczynski und D. Gros
2.2.1.2 Das Gegenargument: Condorcet Jury Theorem
2.2.2 Argumente für eine Reform
2.2.2.1 Der Status Quo Bias
2.2.2.1.1 Empirische und Psychologische Argumente
2.2.2.1.2 Status quo Bias
2.2.2.2 Der Regional Bias
2.2.2.2.1 Überrepräsentation und Entscheidungskosten
2.2.2.2.2 Modell von Berger
2.2.2.2.3 Entscheidungskosten
2.3 Konklusion des Ersten Teils
3 Zweiter Teil: Verschiedene Reformvorschläge
3.1 Delegation/Zentralisierung
3.1.1 Darstellung Delegation
3.1.2 Darstellung Zentralisierung
3.1.3 Kritik Delegation/Zentralisierung
3.1.4 Vorschlag von Gros et al.
3.1.5 Vorschlag des Europäischen Parlaments (EP)
3.2 Repräsentation
3.2.1 Darstellung Repräsentation
3.2.2 Kritik Repräsentation
3.3 Stimmgewichtung
3.3.1 Darstellung Stimmengewichtung
3.3.2 Kritik Stimmengewichtung
3.4 Rotation und EZB Vorschlag
3.4.1 Darstellung Rotation
3.4.2 Der Vorschlag der EZB
3.4.3 Kritik Rotation und EZB Vorschlag
4 Dritter Teil: Evaluation der Argumente und eigener Vorschlag
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und die Ausgestaltung einer Strukturreform der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kontext der EU-Osterweiterung, um die Handlungsfähigkeit des Governing Councils angesichts einer drohenden Überlastung durch eine wachsende Mitgliederzahl zu sichern und die Effizienz der geldpolitischen Entscheidungsfindung zu wahren.
2.2.1.1 Das Gegenargument von W. Paczynski und D. Gros
Wojiech Paczynski argumentiert, dass viele Annahmen und Argumente, die eine Reform rechtfertigen würden nicht stichhaltig sind. Außerdem argumentiert er, dass der Einfluss einer Veränderung der Größe oder Zusammensetzung des GC auf die von vielen Autoren als problematisch eingestuften Parameter und Faktoren, viel zu gering ist, als dass eine Veränderung zu einem signifikanten Effizienzgewinn führen könnte. Er nimmt an, dass die aktuellen Regeln wie sie im Vertrag von Maastricht fest geschrieben sind durchaus in der Lage sind ein Arbeitsumfeld bereitzustellen, in dem der GC ausreichend gute und schnelle Entscheidungen treffen kann.
Paczynski ist allerdings kein radikaler Gegner einer Reform der Entscheidungsprozeduren des GC. Er streitet auch nicht die grundsätzliche Gültigkeit gewisser volkswirtschaftlicher Argumente ab. Was er allerdings abstreitet ist der signifikante Einfluss der Faktoren, die von diesen Autoren als Gründe für eine Reform angeführt werden. Beispielsweise gibt Paczynski gerne zu, dass mit der aktuellen EU-Erweiterung die kulturelle und ökonomische Heterogenität der Staatengemeinschaft ansteigen wird, was auch die Heterogenität der unterschiedlichen nationalen Inflationsraten ansteigen lässt. Die Medianinflation wird aber durch diesen Anstieg nicht wesentlich beeinflusst. D.h. selbst wenn es einen Regional Bias der Gouverneure geben sollte, würde dieser sich nicht in einer anderen Geldpolitik niederschlagen. Paczynski denkt zwar, dass die Heterogenität innerhalb der EMU nach einer Erweiterung ansteigen wird und damit auch die Streuung und die Standardabweichung der verschiedenen Inflationsraten. Er denkt aber, dass die Medianinflation davon nur in einem geringen Ausmaß betroffen sein wird.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die institutionellen Herausforderungen der EZB im Zuge der EU-Erweiterung und stellt die zentralen Forschungsfragen zur notwendigen Anpassung der Gremienstruktur.
2 Erster Teil: Warum eine Reform der EZB notwendig ist: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit einer Reform, indem es theoretische Argumente und empirische Studien zur Effizienz des Governing Councils analysiert.
3 Zweiter Teil: Verschiedene Reformvorschläge: Hier werden verschiedene Ansätze wie Delegation, Zentralisierung, Repräsentations- und Rotationsmodelle detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Eignung bewertet.
4 Dritter Teil: Evaluation der Argumente und eigener Vorschlag: Im abschließenden Teil bewertet der Autor die vorangegangenen Argumente und entwickelt basierend auf der Analyse einen eigenen Reformvorschlag zur Optimierung der EZB-Strukturen.
Europäische Zentralbank, EZB, Governing Council, EU-Osterweiterung, Geldpolitik, Währungsunion, Reformbedarf, Stimmgewichtung, Zentralisierung, Rotation, Delegation, Preisniveaustabilität, Eurosystem, Entscheidungskosten, Effizienz
Die Arbeit analysiert, ob die Struktur des Governing Councils der Europäischen Zentralbank durch die EU-Osterweiterung reformbedürftig ist, um eine effiziente Geldpolitik weiterhin zu gewährleisten.
Zentrale Felder sind die Effizienz der Entscheidungsfindung in großen Gremien, die Ausgewogenheit zwischen politischem und ökonomischem Gewicht sowie die demokratische Legitimation.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer Strukturreform zu begründen und verschiedene Reformvorschläge, wie Delegation oder Rotation, auf ihre Vor- und Nachteile hin zu untersuchen.
Es erfolgt eine qualitative Analyse institutioneller Modelle und die Heranziehung formaler ökonomischer Theorien, wie des Condorcet Jury Theorems und des Modells von Berger.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Problematik (Status Quo Bias, Regional Bias) und eine Darstellung sowie Kritik verschiedener Reformmodelle wie Delegation, Zentralisierung und Rotation.
Die wichtigsten Begriffe sind EZB-Reform, Governing Council, Effizienz, Währungsunion und ökonomische bzw. politische Entscheidungsfindung.
Der Autor hinterfragt den EZB-Vorschlag vor allem aufgrund seiner Komplexität, mangelnder Transparenz und der Tatsache, dass er die Probleme der Entscheidungsfindungskosten nicht vollständig löst.
Der Autor favorisiert ein Zentralisierungsmodell in Anlehnung an Gros, ergänzt um Leistungsverträge (Performanceverträge) für das Executive Board, um die Bindung an die strategischen Vorgaben sicherzustellen.
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