Diplomarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 1
II Vorwort
III Einleitung
1. Definitionsversuche des Begriffes Legasthenie
2. Gibt es Legasthenie noch?
2.1 Die Geschichte der Legasthenieforschung
2.2 Die unglückliche Auswahl des Begriffes
2.3 Wie häufig ist LRS?
3. Der Entwicklungsprozess von Lesen und Schreiben
3.1 Vorraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen
3.2 Der Entwicklungsprozess des Lesens
3.2.1 Die fünf Stufen
3.3 Der Entwicklungsprozess des Schreibens
3.3.1 Die sechs Stufen
3.4 Die Gedächtnissysteme
3.4.1 Der sensorische Informationsspeicher
3.4.2 Das Kurzzeitgedächtnis
3.4.3 Das Langzeitgedächtnis
4. Was ist nun LRS?
4.1 Die Suche nach den Ursachen
4.1.1 Die Primärsymptomatik
4.2 LRS – weder Krankheit noch Behinderung
4.3 Ist LRS und Lese-Rechtschreib-Schwäche dasselbe?
5. Erscheinungsformen von LRS
5.1 Kennzeichen im Bereich Lesen und Schreiben
5.2 Gibt es Begleiterscheinungen?
5.3 Das Problem von LRS und Sehen
5.3.1 Die Anstrengungsprobleme
5.3.2 Die subjektive Seh-Unruhe
5.4 Die Wirkung von Farben auf das Lesen
5.5 Gibt es Probleme auch in Fremdsprachen?
6. Wie kann LRS festgestellt werden?
6.1 Die klassischen Diagnostiken
6.1.1 Der Lesetest
6.1.2 Der Rechtschreibtest
6.1.3 Der Intelligenztest
6.1.4 Der Wahrnehmungstest
6.1.5 Der Konzentrationstest
6.1.6 Der Test zur Überprüfung von Motorik und Körperschema
6.2 Informelle Verfahren
6.3 Früherkennung von LRS im Vorschulalter
7. Der richtige Umgang mit betroffenen Kindern
7.1 Alles rund um die Schule
7.1.1 Schulrechtliche Bestimmungen
7.1.2 Gehirngerechtes Lernen
7.1.3 Sensorische Integration
7.1.4 Gestaltung des Unterrichts und Materials
7.1.5 Der Salzburger Lese- und Rechtschreibtest
7.2 Eltern können helfen
8. Wie kann außerschulisch und –familiär geholfen werden?
8.1 Grundprinzipien für eine Therapie
8.1.1 Ermittlung der Therapiebereiche
8.1.2 Die Psyche des Kindes
8.2 Traditionelle Behandlungsmethoden
8.2.1 Das Marburger Rechtschreibtraining von Schulte-Körne u. Mathwig
8.3 Alternative Behandlungsmethoden
8.3.1 verstecktes Schielen/Prismenbrille
8.3.2 Magnetfeldtherapie
8.3.3 Bach-Blütentherapie
9. Nachwort
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich einer kritischen Untersuchung des Phänomens Legasthenie (LRS), mit dem Ziel, ein tieferes Verständnis für die betroffenen Kinder zu schaffen und sowohl Eltern als auch Lehrkräfte über die komplexen Ursachen sowie effektive Förderansätze aufzuklären. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit Legasthenie ein eigenständiges Phänomen darstellt, wie es diagnostiziert werden kann und welche pädagogischen sowie außerschulischen Maßnahmen für eine erfolgreiche Unterstützung essenziell sind.
3.2 Der Entwicklungsprozess des Lesens
Ein Großteil der Schulanfänger besitzt bereits Vorkenntnisse im Lesen. Der Leseunterricht beginnt daher nicht, so wie in vielen andere Schulfächern, bei Null. Die Kinder können häufig einzelne Wörter, wie z.B. Taxi, Stop oder den eigenen Namen erlesen, jedoch meist nur anhand der charakteristischen Merkmale dieses Wortes, z.B. TAXI am X. Sie analysieren sozusagen bereits von selbst.
3.2.1 Die fünf Stufen
Bei der Entwicklung des Lesens lässt sich eine gewisse Systematik erkennen und in folgende Stufen gliedern:
Entwicklungsstufe 1: „Als ob Vorlesen“
In dieser Stufe stellt der Buchstabe für das Kind ein besonderes Zeichen dar. Das Kind ahmt die Verhaltensweisen z.B. der Mutter, des Vaters nach, die es sich bei Beobachtungen abgeschaut hat. Das Kind tut so, als lese es etwas vor, hält das Buch dabei oft verkehrt herum und versucht die korrekten Bewegungen dazu zu machen, z.B. Bewegungen mit den Lippen, umblättern, etc. Es murmelt dabei vor sich hin und erfindet Geschichten.
II Vorwort: Anhand einer Fallgeschichte werden die emotionalen Belastungen verdeutlicht, denen betroffene Kinder durch mangelndes Verständnis ihrer Umwelt ausgesetzt sind.
III Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Tabuisierung des Themas und erläutert den Aufbau der Arbeit von theoretischen Grundlagen bis hin zu konkreten Fördermaßnahmen.
1. Definitionsversuche des Begriffes Legasthenie: Es wird dargelegt, dass trotz zahlreicher Definitionen – von WHO-Standards bis hin zu pädagogischen Ansätzen – keine einheitliche Bestimmung existiert, die das Phänomen vollumfänglich abdeckt.
2. Gibt es Legasthenie noch?: Dieses Kapitel hinterfragt den Forschungsstand und den Begriff Legasthenie kritisch vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung der Forschung seit 1877.
3. Der Entwicklungsprozess von Lesen und Schreiben: Detaillierte Darstellung der aufeinander aufbauenden Entwicklungsstufen des Lese- und Schreiblernprozesses sowie die Bedeutung der Gedächtnissysteme.
4. Was ist nun LRS?: Eine differenzierte Klärung der Symptomatik, die Abgrenzung von Krankheit oder Behinderung sowie die Unterscheidung zwischen LRS und allgemeiner Lese-Rechtschreib-Schwäche.
5. Erscheinungsformen von LRS: Vorstellung typischer Merkmale, möglicher Begleiterscheinungen sowie die Bedeutung visueller Wahrnehmungsstörungen und die Wirkung von Farben.
6. Wie kann LRS festgestellt werden?: Erläuterung klassischer diagnostischer Verfahren, informeller Methoden und Ansätze zur Früherkennung bereits im Vorschulalter.
7. Der richtige Umgang mit betroffenen Kindern: Fokus auf schulische Bestimmungen, gehirngerechtes Lernen, sensorische Integration und die essenzielle Rolle der Elternunterstützung.
8. Wie kann außerschulisch und –familiär geholfen werden?: Überblick über traditionelle Therapiekonzepte sowie alternative Behandlungsmethoden und die Grundprinzipien einer erfolgreichen therapeutischen Begleitung.
Legasthenie, LRS, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Schriftspracherwerb, Teilleistungsstörung, Diagnostik, Salzburger Lese- und Rechtschreibtest, Sensorische Integration, Gehirngerechtes Lernen, Wahrnehmungsförderung, Marburger Rechtschreibtraining, Phonologische Bewusstheit, Schulerfolg, Lerntherapie, Elternarbeit.
Die Diplomarbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Legasthenie, um dessen Komplexität aufzuzeigen und fundierte Hilfestellungen für den pädagogischen sowie privaten Alltag zu geben.
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung der Legasthenie, die Entwicklung des Lese- und Schreibprozesses, diagnostische Testverfahren, rechtliche Rahmenbedingungen sowie bewährte Förder- und Therapiemethoden.
Das primäre Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, ein tieferes Verständnis für betroffene Kinder zu fördern und Lehrkräften sowie Eltern praxisnahe Werkzeuge für eine wirksame Unterstützung an die Hand zu geben.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit existierenden theoretischen Modellen, pädagogischen Konzepten und empirischen Forschungsergebnissen.
Der Hauptteil behandelt den gesamten Prozess von der Diagnose über die Beobachtung von Symptomen und Begleiterscheinungen bis hin zur Gestaltung individueller Förderpläne in Schule und Elternhaus.
Neben dem Kernbegriff Legasthenie sind LRS, Schriftspracherwerb, Teilleistungsstörung, Diagnostik, Sensorische Integration und individuelle Förderung die prägenden Schlagworte.
Die Unterscheidung ist deshalb entscheidend, da LRS als genetisch bedingte Anlage auf Dauer besteht, während eine Lese-Rechtschreib-Schwäche häufig temporär durch externe Faktoren wie Lehrerwechsel oder Krisen verursacht wird und andere pädagogische Reaktionen erfordert.
Die sensorische Integration ist essenziell, da Kinder mit LRS häufig Defizite in der Verarbeitung sinnlicher Eindrücke aufweisen. Die gezielte Förderung dieser Basisfunktionen bildet das Fundament, um komplexe Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben überhaupt erst erfolgreich erlernen zu können.
Sie mahnt zur Vorsicht und gründlichen Information, da viele alternative Ansätze wissenschaftlich nicht anerkannt sind, betont jedoch gleichzeitig, dass sie bei individueller Eignung einen unterstützenden Beitrag zur psychischen Entlastung leisten können.
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