Diplomarbeit, 2004
90 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Methodik und Vorgehensweise
2. Was ist Korruption?
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Formen der Korruption
3. Erklärungsansätze der Korruption
3.1 Theoretische Modelle
3.1.1 Rechtliche Erklärungsansätze
3.1.2 Soziologische Erklärungsansätze
3.1.3 Funktionalistisch-modernisierungstheoretische Ansätze
3.1.4 Ökonomische Theorieansätze
3.1.4.1 Principal-Agent-Theorie
3.1.4.2 Allokationstheorie
3.1.4.3 Spieltheorie
3.1.4.4 Public Choice
3.2 Konkrete Ursachen der Korruption
3.2.1 Individualistische Perspektive
3.2.2 Systemische Perspektive
3.3 Zwischenfazit
4. Konsequenzen der Korruption
4.1 Korruption als ‚Schmierstoff’
4.2 Effizienz
4.2.1 Investitionsrate und Wachstum
4.2.2 Internationaler Handel
4.2.3 Staatsausgaben
4.3 Schattenwirtschaft
4.4 Einkommensverteilung und Armut
4.5 Anreizstrukturen
4.6 Zwischenfazit
5. Korruption in Sub-Sahara Afrika
5.1 Korruption und Entwicklungsstand
5.2 Spezifische Ursachen in Sub-Sahara Afrika
5.2.1 Soziokulturelle Ursachen
5.2.2 Politische und ökonomische Ursachen
5.2.3 Externe Ursachen
5.3 Auswirkungen der Korruption auf Sub-Sahara Afrika
5.3.1 ‚Positive’ Auswirkungen
5.3.2 Negative Auswirkungen
6. Chancen der Korruptionsbekämpfung
6.1 Maßnahmen der Korruptionsbekämpfung auf nationaler Ebene
6.1.1 Politischer Wille
6.1.2 Politische Rechenschaftspflicht
6.1.3 Partizipation der Zivilgesellschaft
6.1.4 Administrative Reform
6.1.5 Überwachungsinstitutionen
6.1.6 Unabhängige und effektive Judikative
6.1.7 Korruptionsbekämpfung in Sub-Sahara Afrika
6.2 Maßnahmen der Korruptionsbekämpfung auf internationaler Ebene
6.2.1 Internationale Organisationen
6.2.1.1 Weltbank
6.2.1.2 IMF
6.2.1.3 ICC
6.2.1.4 WTO
6.2.2 Internationale Nichtregierungsorganisationen
6.2.3 Korruptionsbekämpfung mittels Konditionalität
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert das Phänomen Korruption aus politökonomischer Perspektive, mit einem besonderen Fokus auf die Situation in Sub-Sahara Afrika. Ziel ist es, die Ursachen und Konsequenzen der Korruption zu durchdringen sowie die Erfolgsaussichten verschiedener Bekämpfungsstrategien auf nationaler und internationaler Ebene kritisch zu evaluieren.
3.1.4.1 Principal-Agent-Theorie
Zurückgehend auf die Pionierarbeit von Rose-Ackerman (1978) bietet das Principal-Agent-Modell, das von Klitgaard (1988) zum Principal-Agent-Client-Modell erweitert worden ist, einen geeigneten Rahmen um Korruption zu analysieren. Das Principal-Agent-Modell wird zum einen auf Situationen der Informationsasymmetrie angewandt, in der der Principal versuchen muss gewisse Anreizstrukturen zu schaffen, damit der Agent sich konform verhält, und zum anderen auf Situationen, in denen es dem Principal nicht möglich ist die Agenten voll zur Rechenschaft zu ziehen und er somit keine Kontrollmöglichkeit aufgrund prohibitiv hoher Kosten hat (Jain 2001, S. 86).
Ausgangspunkt dieses Modells sind zum einen der Principal (ein Vorgesetzter oder Auftraggeber) der seine Präferenzen, die seine gewünschten Ergebnisse spezifizieren, ausdrückt. Auf der anderen Seite steht der Agent, der dem Principal unterstellt ist, und dem das Erreichen der gewünschten Ergebnisse aufgetragen ist. Der Principal erwartet vom Agenten, dass sich dieser voll und ganz für die Auftragserfüllung einsetzt, also nicht seine eigenen Ziele, sondern die Ziele des Principals verfolgt. Jedoch hat der Agent einen gewissen Spielraum bzw. Informationsvorsprung, da er sein eigenes Verhalten im Hinblick auf Erfolg besser beurteilen kann. Diese Informationsasymmetrie kann er nutzen, um durch entsprechendes Handeln (‚shirking’) seine eigenen Interessen zu Ungunsten des Principals durchzusetzen – was als korrupt bezeichnet wird. Es folgt der Moment in dem der finanzielle Aspekt ins Licht rückt: eine dritte Person, der Client, der von den Handlungen des Agenten profitieren kann, versucht dessen Entscheidungen mit finanziellen Mitteln zu beeinflussen, ohne dass diese Mittel an den Principal übergehen (Rose-Ackerman 1978, S. 6).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das globale Ausmaß der Korruption und begründet die Relevanz der Untersuchung für die Region Sub-Sahara Afrika.
2. Was ist Korruption?: Dieses Kapitel liefert eine präzise Arbeitsdefinition von Korruption und kategorisiert ihre vielfältigen Erscheinungsformen.
3. Erklärungsansätze der Korruption: Hier werden theoretische Erklärungsmodelle analysiert und die Ursachen für Korruption aus individualistischer sowie systemischer Perspektive beleuchtet.
4. Konsequenzen der Korruption: Das Kapitel untersucht die weitreichenden negativen Auswirkungen von Korruption auf Wirtschaft, Wachstum, Handel und soziale Armut.
5. Korruption in Sub-Sahara Afrika: Die spezifischen Ursachen und die Auswirkungen der Korruption im regionalen Kontext von Sub-Sahara Afrika werden hier analysiert.
6. Chancen der Korruptionsbekämpfung: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung und Bewertung von nationalen und internationalen Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung.
7. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht den dringenden weiteren Forschungsbedarf.
Korruption, Sub-Sahara Afrika, Politökonomie, Principal-Agent-Theorie, Entwicklungsländer, Korruptionsbekämpfung, Rent-seeking, Institutionenökonomik, Governance, Armutsreduktion, Schmiergelder, Wirtschaftswachstum, Transparenz, Konditionalität, Public Choice.
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen Korruption aus einer politökonomischen Perspektive, insbesondere mit Fokus auf die strukturellen Gegebenheiten und Herausforderungen in Sub-Sahara Afrika.
Zu den Schwerpunkten zählen theoretische Erklärungsansätze (wie Principal-Agent-Theorie), die Auswirkungen von Korruption auf die ökonomische Effizienz und Armut sowie konkrete Strategien zur Korruptionsbekämpfung durch nationale und internationale Institutionen.
Ziel ist es, die Ursachen der endemischen Korruption in Sub-Sahara Afrika besser zu verstehen und Chancen für eine effektive Bekämpfung aufzuzeigen, um nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien, um das Zusammenwirken von politischem Handeln, ökonomischen Anreizen und institutionellem Versagen zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Konsequenzen der Korruption, eine spezifische Analyse der Situation in Sub-Sahara Afrika und eine Bewertung politischer Gegenmaßnahmen.
Zentrale Begriffe sind Korruption, Sub-Sahara Afrika, Politökonomie, Rent-seeking, Institutionenbildung, Transparenz und Konditionalität.
Die Unterscheidung hilft dabei, zwischen bürokratischer Korruption an der Schnittstelle zum Bürger und machtbasierter, systemischer Korruption der politischen Eliten zu differenzieren, um zielgerichtetere Reformen zu ermöglichen.
Internationale Organisationen wie der IWF und die Weltbank nutzen Konditionalität, indem sie finanzielle Hilfen an Reformen koppeln, um Anreize zur Korruptionsreduzierung und Transparenzverbesserung in den Empfängerländern zu schaffen.
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