Magisterarbeit, 2004
145 Seiten, Note: Sehr Gut
1. Einleitung
2. Das Konzept Hypertext
2.1 Die historische Entwicklung der Hypertextidee
2.2 Das Verhältnis von Hypertext und traditionellem Text
2.2.1 Vorbemerkungen und Begriffsklärungen
2.2.2 Methodisches
2.2.3 Funktion
2.2.3.1 Kommunikation von Wissen
2.2.3.2 Der/die aktive Nutzer/in
2.2.3.3 Fazit
2.2.4 Struktur
2.2.4.1 Die äußere Struktur
2.2.4.2 Die innere Struktur
2.2.4.3 Ordnungsmöglichkeiten
2.2.4.3.1 Achse
2.2.4.3.2 Hierarchie
2.2.4.3.3 Netzwerk
2.2.4.4 Fazit
3. Probleme und Lösungen
3.1 Kohärenz im traditionellen Text
3.2 Kohärenz im Hypertext
3.3 Anleitung zur Kohärenzbildung
3.3.1 Hypertextinhärente Maßnahmen
3.3.1.1 Knoten
3.3.1.2 Links
3.3.1.3 Fazit
3.3.2 Metainformationen
3.3.2.1 Navigation
3.3.2.1.1 Räumliche Orientierung
3.3.2.1.2 Zeitliche Orientierung
3.3.2.1.3 Gezielte Suche
3.3.2.2 Rezipient/inn/enführung
3.3.2.2.1 „Guided tours“
3.3.2.2.2 Pfade
3.2.3.3 Fazit
3.4 Fazit
4. Hypertextanalyse
4.1 Wie analysiert man ein Netzwerk aus Assoziationen?
4.1.1 Unfassbar?
4.1.2 Höhere Aktivität = größere Subjektivität?
4.2 Fragen an den Hypertext
4.2.1 Struktur
4.2.1.1 Entspricht die äußere Struktur dem Hypertextprinzip?
4.2.1.2 Welche innere Struktur hat der Hypertext?
4.2.2 Funktion
4.2.2.1 Werden die Grundfunktionen des Mediums erfüllt?
4.2.2.2 In welchen Kommunikationssituationen könnte der Hypertext genutzt werden?
4.2.3 Kohärenzbildung
4.2.3.1 Wie wird die Kohärenzbildung hypertextinhärent unterstützt?
4.2.3.2 Welche Kohärenz unterstützenden Metainformationen sind vorhanden?
4.3 Das Analysemodell
4.3.1 Auswahl des Analyseobjekts
4.3.1.1 Das World Wide Web
4.3.1.1.1 Kurze Geschichte des WWW (vgl. Münz 2001b+c)
4.3.1.1.2 WWW und Hypertext
4.3.1.2 „Hypertextsorten“
4.3.2 Vorgehensweise
4.4 Analyse des Hypertexts „Wikipedia“
4.4.1 Oberflächenanalyse
4.4.1.1 Ist es ein Hypertext?
4.4.1.2 Wozu dient dieser Hypertext?
4.4.2 Analysierende Rezeption
4.4.2.1 Erste Orientierung und Themensuche
4.4.2.2 Genauere Orientierung innerhalb des Themenbereichs
4.4.2.2 Inhaltliche Erforschung der Knoten und Links
4.5 Reflexion
4.5.1 Vorgehensweise
4.5.2 Analyseergebnisse
4.5.3 Grenzen und Möglichkeiten
5. Schluss
Die Arbeit untersucht linguistische Qualitätskriterien für Hypertexte, um diese besser verständlich zu machen und eine praxisorientierte Analyse zu ermöglichen. Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Analysemodells, das Textlinguistik und Hypertexttheorie verbindet, um die Rezeption und Struktur von Hypertexten aus der Perspektive des Nutzers zu beleuchten.
2.1 Die historische Entwicklung der Hypertextidee
Der absolute Urahn des heutigen Hypertexts wurde bereits im 16. Jahrhundert vom Ingenieur Agostino Ramelli erfunden. Sein so genanntes „Bücherrad“ (vgl. Schwichtenberg 2003) sollte es dem/der Leser/in ermöglichen, die schweren Folianten der damaligen Zeit effizienter zu nutzen, indem sie aufgeschlagen auf eine einem Mühlrad ähnelnde Konstruktion gelegt wurden, um sie so gleichzeitig bzw. rasch nacheinander zu lesen.
Dies zeigt, dass es schon früh den Bedarf gab, Informationen anders als in den üblichen Systemen, wie z.B. Bibliotheken, zu verwalten, um sie besser zugänglich zu machen. Die Geburtsstunde des eigentlichen Hypertexts war aber weitaus später, und zwar 1945 mit dem Erscheinen des mittlerweile beinahe legendären Artikels „As We May Think“ (Bush 1945). Es blieb jedoch bei einer Kopfgeburt, denn der Autor, Vannevar Bush, verwirklichte seine Hypertextmaschine „Memex“ nie.
Dennoch besteht sein Aufsatz nicht bloß aus schwammiger Theorie, sondern zeichnet ein genaues Bild der „memory extender“. Die Maschine sollte auf der Basis von Mikrofilmen funktionieren, einer Technologie, die es erlaubt, Informationen in stark verkleinerter Form zu speichern und durch Projektion wieder in Normalgröße abzurufen. Die Memex sollte aussehen wie ein gewöhnlicher Schreibtisch, versehen mit durchsichtigen Bildschirmen, auf die die im Inneren aufbewahrten Mikrofilme projiziert werden könnten.
Die Hauptmotivation für die Entwicklung solch einer Maschine war, dass die Mittel des Aufzeichnens und Abrufens von Informationen von den damals bereits zu einer unübersichtlichen Menge gewachsenen Erfindungen, Entwicklungen und Forschungsergebnissen überrollt wurden:
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung von Hypertexten anhand alltäglicher Nutzungsprobleme und zielt darauf ab, linguistische Qualitätskriterien für eine bessere Hypertextrezeption zu finden.
2. Das Konzept Hypertext: Dieses Kapitel definiert den Hypertextbegriff durch die Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung, dem Vergleich zum traditionellen Text sowie der Analyse von Funktionen und Strukturen (Achse, Hierarchie, Netzwerk).
3. Probleme und Lösungen: Es werden zentrale Herausforderungen wie "lost in hyperspace" und "cognitive overhead" thematisiert und Strategien zur Kohärenzbildung durch hypertextinhärente Maßnahmen und Metainformationen entwickelt.
4. Hypertextanalyse: In diesem Teil wird ein praktisches Analysemodell entworfen, das mittels eines Fragenkatalogs an dem Fallbeispiel "Wikipedia" erprobt wird, um die Verständlichkeit und Nutzbarkeit von Hypertexten zu evaluieren.
5. Schluss: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit, weitere Fragen zur Wechselwirkung von Sprache und Hypertext in zukünftiger Forschung zu klären.
Hypertext, Textlinguistik, Kohärenz, Navigation, Struktur, Funktion, Metainformationen, Wikipedia, Wissensrepräsentation, Rezeption, Analysemodell, Interaktivität, Benutzerführung, Knoten, Links.
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Hypertexten, um Qualitätskriterien zu finden, die die Nutzbarkeit und Rezeption dieses Mediums verbessern können.
Die zentralen Felder umfassen die Struktur und Funktion von Hypertexten, Strategien zur Vermeidung von Orientierungslosigkeit sowie Möglichkeiten der effizienten Informationsvermittlung.
Das Ziel ist die Erstellung eines anwendbaren Hypertext-Analysemodells, das Autoren und Nutzern hilft, die Qualität und Transparenz von Hypertextstrukturen besser einzuschätzen.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, der theoriegeleitete Kriterien (z.B. nach Nussbaumer, Kuhlen) in einen Fragenkatalog übersetzt, welcher anschließend in einer Fallstudie (Wikipedia) getestet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Hypertextkonzepts, eine Diskussion typischer Nutzungsprobleme (Kohärenz, Navigation) und die praktische Anwendung eines Analysemodells.
Wichtige Begriffe sind Hypertext, Kohärenzbildung, Navigationshilfen (Maps, History-Lists), Interaktivität und die untersuchungsleitende Differenzierung zwischen Struktur und Funktion.
Die Analyse der Wikipedia erfolgt durch eine "analysierende Rezeption", bei der die Autorin simulierte Anwendungsszenarien (z.B. Reisevorbereitung) durchläuft, statt nur eine statische Strukturübersicht zu erstellen.
Sie werden als grundlegende Bestandteile der Hypertextstruktur betrachtet, deren bewusste Gestaltung für die Kohärenzbildung entscheidend ist, da sie die autarke und dennoch kontextgebundene Informationseinheiten bilden.
Wikipedia dient als Beispiel für einen komplexen, unsequenzierten Hypertext, der die ursprüngliche Hypertextidee (Wissen sammeln und vernetzen) realisiert und sich hervorragend eignet, um die Anwendbarkeit des Analysemodells zu testen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

