Diplomarbeit, 2005
114 Seiten, Note: 1,15
1 Einführung
2 Mathematische Grundlagen
2.1 Stochastische Prozesse
2.2 Stoppzeiten und Martingale
2.3 Die Brownsche Bewegung
2.4 Lokale Martingale
2.5 Semimartingale
2.5.1 Semimartingale und spezielle Semimartingale
2.5.2 Quadratische Variation eines Semimartingals
2.5.3 Stetiger Teil und reiner Sprunganteil
2.6 Stochastische Integration bezüglich eines Semimartingals
2.6.1 Das stochastische Integral für Prozesse aus L
2.6.2 Das stochastische Integral für previsible Prozesse
2.6.3 Einige Eigenschaften des stochastischen Integrals
3 Liquiditätsrisiko und Arbitrage Pricing Theorie
3.1 Einleitung
3.2 Das Modell
3.2.1 Die Angebotskurve
3.2.2 Handelsstrategien
3.2.3 Liquiditätskosten selbstfinanzierender Handelsstrategien
3.3 Erstes Fundamentales Theorem
3.3.1 Äquivalentes, Lokales Martingalmaß und Arbitragefreiheit
3.3.2 Free Lunch mit verschwindendem Risiko
3.3.3 Das Theorem
3.3.4 Der Beweis
3.3.4.1 Schritt 1 - Das fiktive Marktmodell
3.3.4.2 Schritt 2 - Das Marktmodell mit Liquiditätsrisiko
3.4 Zweites Fundamentales Theorem
3.4.1 Contingent Claims und Marktvollständigkeit
3.4.2 Annähernde Marktvollständigkeit
3.4.3 Replikation und Bewertung von Contingent Claims
3.5 Nicht-Stetige Angebotskurven
3.6 Abschluss
4 Das Black-Scholes-Modell mit Liquiditätsrisiko
4.1 Das Erweiterte Black-Scholes-Modell
4.2 Replikation und Bewertung eines Europäischen Calls
4.2.1 Bewertung mit Hilfe der klassischen Theorie
4.2.2 Der klassische Black-Scholes-Hedge bei Liquiditätsrisiko
4.2.3 Eine Approximierende Replikationsstrategie
4.2.4 Fazit für die Praxis
4.3 Illustrierende Simulationen mit Mathematica
4.3.1 Vorüberlegungen zur praktischen Umsetzung
4.3.2 Implementierung des Programms
4.3.3 Auswertung und Interpretation der Simulationsergebnisse
4.3.3.1 Wahl der Parameter
4.3.3.2 Der Glättungseffekt
4.3.3.3 Approximationsgüte und Liquiditätskosten
4.4 Schlussfolgerungen für die praktische Anwendung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Liquiditätsrisiko bei der Bewertung und Absicherung von Derivaten, indem sie ein Modell von Çetin, Jarrow und Protter anwendet, das illiquide Märkte mittels stochastischer Angebotskurven abbildet. Ziel ist es, die Auswirkungen von Handelsvolumina auf Wertpapierpreise in die Arbitrage Pricing Theorie zu integrieren und zu zeigen, dass Derivate auch in diesem Kontext annähernd bewertbar und absicherbar sind.
Die Angebotskurve
Um der Illiquidität des Marktes, d.h. in diesem Falle der Abhängigkeit des Aktienpreises vom Handelsvolumen, Rechnung zu tragen, modellieren wir den Preisprozess der Aktie mittels einer von außen gegebenen, stochastischen Angebotskurve, bezüglich derer ein beliebiger Händler für Stückkäufe und -verkäufe der Aktie innerhalb des Handelsintervalls als Preis-Nehmer agiert. Sei dazu formal S(t, x, ω) der Aktienpreis pro Stück zum Zeitpunkt t ∈ [0, T], den der Händler für eine Order der Größe x ∈ R im Zustand ω ∈ Ω bezahlt bzw. erhält. Eine positive Order (x > 0) repräsentiert einen Kauf, eine negative Order (x < 0) repräsentiert einen Verkauf und die Order Null (x = 0) entspricht der Grenztransaktion.
Während in der klassischen Arbitrage Pricing Theorie für jede Ordergröße der gleiche Preis vorliegt (horizontale Angebotskurve), sieht sich der Händler nun, nach Konstruktion, einer Angebotskurve gegenüber, die von seiner Ordergröße abhängt. Dagegen ist die Angebotskurve von früheren Transaktionen des Händlers, von seinen Fähigkeiten, seiner Risikoaversion oder seinen Erwartungen unabhängig. Daraus folgt, dass die Handelsstrategie eines Investors keinen nachhaltigen Einfluss auf den Preisprozess der Aktie hat. Diese Einschränkung unterscheidet das Modell von der Situation, in der die Angebotskurve auch von der vollständigen Historie der Handelstransaktionen des Händlers abhängt.
1 Einführung: Diese Einleitung motiviert die Problematik illiquider Finanzmärkte und skizziert den theoretischen Ansatz, Liquiditätsrisiken mittels Angebotskurven in bestehende Modelle zu integrieren.
2 Mathematische Grundlagen: Dieses Kapitel stellt die notwendige stochastische Analysis und die Definitionen von Martingalen, Semimartingalen und stochastischen Integralen kompakt zusammen.
3 Liquiditätsrisiko und Arbitrage Pricing Theorie: Das zentrale Kapitel führt das Modell mit stochastischer Angebotskurve ein und leitet das Erste und Zweite Fundamentale Theorem der Wertpapierbewertung unter Berücksichtigung von Liquiditätsrisiken her.
4 Das Black-Scholes-Modell mit Liquiditätsrisiko: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier auf ein erweitertes Black-Scholes-Modell angewendet und durch umfangreiche Simulationsstudien praktisch illustriert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die praktische Umsetzbarkeit sowie weiterführende Forschungsaspekte im Kontext der Modellierung illiquider Märkte.
Liquiditätsrisiko, Arbitrage Pricing Theorie, Stochastische Angebotskurve, Black-Scholes-Modell, Finanzmathematik, Marktvollständigkeit, Hedging-Strategien, Martingalmaß, Preis-Nehmer Bedingung, Illiquidität, Replikationsfehler, stochastische Integration.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bewertung und Absicherung von Derivaten in Finanzmärkten, in denen klassische Annahmen wie unendliche Marktliquidität nicht mehr gelten.
Zentrale Themen sind die Modellierung von Marktilliquiditäten, die Erweiterung der Arbitrage Pricing Theorie, die stochastische Analysis und die praktische Anwendung mittels Simulationen.
Das primäre Ziel ist die Einbindung des Liquiditätsrisikos in die Arbitrage Pricing Theorie und die Untersuchung, inwiefern klassische Derivatebewertungsmodelle wie das Black-Scholes-Modell unter illiquiden Marktbedingungen angepasst werden können.
Die Arbeit nutzt Methoden der stochastischen Analysis, insbesondere die Theorie der Semimartingale und stochastischer Integrale, sowie numerische Simulationsstudien mit der Software Mathematica.
Im Hauptteil wird das Modell von Çetin, Jarrow und Protter mathematisch hergeleitet und detailliert untersucht. Darauf folgt eine praktische Anwendung auf ein erweitertes Black-Scholes-Modell mit anschließender Simulationsstudie.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Liquiditätsrisiko, Arbitrage Pricing, stochastische Angebotskurven und Marktvollständigkeit beschreiben.
Der Glättungseffekt nivelliert die Ausschläge des klassischen Delta-Hedges, wodurch die Aktienpositionen stetiger und von endlicher Variation werden. Dies hilft, die beim Handeln anfallenden Liquiditätskosten im Modell signifikant zu reduzieren.
Ein zu kurzes Glättungsintervall verringert den Glättungseffekt und führt zu höheren Transaktionskosten. Ein zu langes Glättungsintervall hingegen führt dazu, dass der ursprüngliche Delta-Hedge weniger genau nachgebildet wird, was die Replikationsgüte verschlechtert.
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