Diplomarbeit, 2005
130 Seiten, Note: gut
I) EINLEITUNG
1 Zielsetzung und Fragestellung
2 Hinführung zum Thema und Aufbau der Arbeit
II) DIE ETHNISIERUNG DES SOZIALEN UND DIE KONSTRUKTION VON FREMDHEIT
1 Einführung
2 Die Ethnisierung des Sozialen in der Interkulturellen Pädagogik und der „Multikulturellen Gesellschaft“
3 Denkungsart und inhaltliche Grundprämissen der Interkulturellen Pädagogik und „Multikulturellen Gesellschaft“
4 Historisch-gesellschaftliche Betrachtung: Die Konstruktion von Fremdheit und die Entstehung der Nationalstaaten
5 Die Betonung des Eigenen und die Ausblendung struktureller Benachteiligung
6 Das Verhältnis zwischen Interkultureller Pädagogik und Politik – Der Beitrag der Interkulturellen Pädagogik an der Ethnisierung des Sozialen
7 Fazit
8 Begriffliche Nachbemerkung
III) DIE ENTWICKLUNG UND ETABLIERUNG DER ETHNOPSYCHOANALYSE
1 Die erste Grundlegung der Ethnopsychoanalyse durch Freud
2 Die Weiterentwicklung der Ethnopsychoanalyse
3 Die ersten ethnopsychoanalytischen Untersuchungen durch Devereux und Parin, Parin-Mattéy und Morgenthaler
3.1 Devereux
3.2 Parin, Parin-Matthèy und Morgenthaler
4 Zusammenfassung: Die theoretischen Annahmen und der Gegenstand der Ethnopsychoanalyse
5 Gegenwärtiger theoretischer Wissenschaftsstand und differente Richtungen
IV) DIE ETHNOPSYCHOANALYTISCHEN ARBEITEN MARIO ERDHEIMS
1 Einführung
2 Die zentralen Thesen Mario Erdheims
2.1 Die gesellschaftliche Produktion von Unbewusstheit und die soziale Relevanz des Unbewussten
2.2 Adoleszenz und Kulturwandel
2.3 Der Antagonismus zwischen Familie und Kultur
2.4 Adoleszenz und der Antagonismus zwischen Familie und Kultur
2.5 Exkurs: Kulturen und ihr Umgang mit der Adoleszenz
2.6 Institutionen als sozialer Ort der gesellschaftlichen Produktion von Unbewusstheit
2.7 Konklusion
2.8 Wissenschaft und Unbewusstheit
3 Fremdenangst aus ethnopsychoanalytischer Sicht
3.1 Die Psychogenese der Vorstellungen über das Fremde
3.2 Die Soziogenese der Vorstellungen über das Fremde und Fremdenangst in modernen Gesellschaften
4 Zusammenfassung
5 Begriffliche Nachbemerkung
V) ETHNOPSYCHOANALYTISCHE BETRACHTUNG DER ETHNISIERUNG DES SOZIALEN UND DER INTERKULTURELLEN PÄDAGOGIK
1 Einführung
2 Die herrschaftliche Politik und die Ethnisierung des Sozialen
3 Das nationalstaatliche Prinzip, der Legitimationsglaube und die Ethnisierung des Sozialen
4 Die Interkulturelle Pädagogik und die Ethnisierung des Sozialen
4.1 Die Interkulturelle Pädagogik als Institution
4.2 Schutzmechanismen in der Interkulturellen Pädagogik
5 Exkurs: Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs als verfassungsfeindliche Vereinigung
6 Die Ethnisierung des Sozialen und die Identifikation mit der Rolle in der Politik, der Interkulturellen Pädagogik und der Öffentlichkeit
7 Die Bemühungen um die Erhaltung der Machtstrukturen in der politischen Herrschaft und der Interkulturellen Pädagogik
8 Die politische Debatte in Deutschland nach dem Mord an Theo van Gogh in den Niederlanden
8.1 Die Patriotismus- und Leitkulturdebatte
8.2 Die Patriotismus- und Leitkultur-Debatte als gesellschaftliche Produktion von Unbewusstheit
9 Exkurs: Muslimische Zuwanderer von der Opferrolle zur Täterrolle
10 Die Psycho- und Soziogenese der Fremdenfeindlichkeit und die Familiarisierung der Kultur
11 Zusammenfassung, Schlussfolgerung und Beantwortung der Fragestellung
VI) FAZIT UND AUSBLICK
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, den gesellschaftlichen Prozess der "Ethnisierung des Sozialen" mithilfe der Ethnopsychoanalyse, insbesondere auf Basis der Thesen von Mario Erdheim, kritisch zu untersuchen. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, welchen Interessen und Zielen dieser Prozess in der Politik und der Interkulturellen Pädagogik dient und welche Konsequenzen er für Machtstrukturen und das Verständnis von Fremdheit hat.
2 Die herrschaftliche Politik und die Ethnisierung des Sozialen
Unbewusstheit und Unbewusstmachung ist aus ethnopsychoanalytischer Sicht nur im Kräftefeld der Herrschaftsstrukturen zu betrachten. Sie wird in ihrer Funktion immer dann bedeutsam, wenn in einer Gesellschaft Kräfte festzustellen sind, die die als selbstverständlich geltenden Herrschaftsverhältnisse in ihrem Kern berühren, so an ihren Voraussetzungen rütteln und damit das Potential besitzen, gesellschaftliche Veränderungen voranzutreiben. Unbewusst gemacht wird damit alles, was die bisher geltende und praktizierte Art der Herrschaftsstruktur und -ausübung stört. Ziel ist es, den Status Quo zu erhalten und zu stabilisieren. Der soziale Ort, an dem die Produktion von Unbewusstheit gesellschaftlich organisiert ist, sind – wie aufgezeigt – die Institutionen. Diese bestimmen mittels Abwehr- und Anpassungsmechanismen was in welcher Art und Weise an inneren Wünschen und Impulsen und der äußeren Situation wahrgenommen werden darf und was nicht.
Wird der Fokus auf die Herrschaft und Machthaber gelenkt und in diesem Zuge auch auf ihre Institutionen, so lässt sich bezogen auf den Prozess der Ethnisierung des Sozialen die Herrschaft primär in der Politik ausmachen. Zum einen stellt die Politik selbst eine Institution in jeder Gesellschaft dar, zum anderen ist als der Ort oder Instanz der Herrschaft und Machthaber die Politik und ihr Handeln zu verstehen. Dieses Verständnis schließt einerseits alle Bestimmungen und Regelungen mit ein, die von politischer Seite ausgehen, als auch andererseits alle Bereiche, auf die politisch inszenierte Handlungen und Bestimmungen – ob explizit oder implizit – Auswirkungen und Einfluss haben; gesetzliche Regelungen, der Arbeits-, Wohnungs-, Bildungsmarkt, die Ökonomie, das Gesundheitswesen, die Wissenschaft etc..
Im Diskurs über die Ethnisierung des Sozialen zeigt sich die Etablierung von Kultur als alleinige Deutungs- und Erklärungskategorie. Menschen werden demnach nicht nach Kategorien wie Alter, Einkommen, Bildung, Arbeitssituation o. ä. differenziert, sondern nach kulturell-nationaler Herkunft. Diese Art der Differenzierung schlägt sich weiter im Terminus der Multikulturellen Gesellschaft nieder, mit der das menschliche Zusammenleben beschrieben wird.
I) EINLEITUNG: Die Arbeit führt in das Thema ein, definiert die ethnopsychoanalytische Herangehensweise und stellt die zentralen Fragestellungen hinsichtlich der Ethnisierung des Sozialen vor.
II) DIE ETHNISIERUNG DES SOZIALEN UND DIE KONSTRUKTION VON FREMDHEIT: Dieses Kapitel rekonstruiert die Entstehung der Ethnisierung als gesellschaftliches Problem, das durch Politik und Wissenschaft zur Interessenwahrung konstruiert wurde.
III) DIE ENTWICKLUNG UND ETABLIERUNG DER ETHNOPSYCHOANALYSE: Hier wird der theoretische Hintergrund der Ethnopsychoanalyse, beginnend bei Freud bis hin zu den praktischen Ansätzen von Devereux und Parin, dargelegt.
IV) DIE ETHNOPSYCHOANALYTISCHEN ARBEITEN MARIO ERDHEIMS: Dieses Kapitel widmet sich den zentralen Thesen Erdheims, insbesondere der gesellschaftlichen Produktion von Unbewusstheit und der Bedeutung der Adoleszenz für den Kulturwandel.
V) ETHNOPSYCHOANALYTISCHE BETRACHTUNG DER ETHNISIERUNG DES SOZIALEN UND DER INTERKULTURELLEN PÄDAGOGIK: Anwendung der erarbeiteten Thesen auf die Politik und die Interkulturelle Pädagogik, um deren Beitrag zur Stabilisierung bestehender Machtverhältnisse aufzuzeigen.
VI) FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, die bestätigen, dass die Interkulturelle Pädagogik tief in die gesellschaftliche Produktion von Unbewusstheit verstrickt ist.
Ethnopsychoanalyse, Ethnisierung, Interkulturelle Pädagogik, Unbewusstheit, Herrschaftsstrukturen, Multikulturelle Gesellschaft, Identifikation, Adoleszenz, Institutionenkritik, Fremdenangst, Kulturwandel, Macht, Sozialpädagogik, Fremdheit, Konstruktivismus.
Die Arbeit untersucht den Prozess der "Ethnisierung des Sozialen", also die Tendenz, menschliches Zusammenleben und soziale Probleme primär durch die Kategorien "Kultur" und "Ethnie" zu erklären, unter Rückgriff auf ethnopsychoanalytische Theorien.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Macht und Herrschaft, die Rolle wissenschaftlicher Institutionen (insb. der Interkulturellen Pädagogik) sowie die psychologischen Mechanismen von Fremdenangst und Identifikation.
Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die Ethnisierung des Sozialen interessengeleitet ist und dazu dient, bestehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse in der Gesellschaft zu stabilisieren.
Die Arbeit nutzt die Ethnopsychoanalyse, insbesondere die Ansätze von Mario Erdheim, um soziale Phänomene sowohl auf psychischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene zu analysieren und institutionelle Machtstrukturen offenzulegen.
Der Hauptteil beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Ethnopsychoanalyse, die Thesen von Mario Erdheim zur gesellschaftlichen Produktion von Unbewusstheit und überträgt diese Erkenntnisse auf die Praxis der Interkulturellen Pädagogik und aktuelle politische Debatten.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Ethnopsychoanalyse, Ethnisierung, Unbewusstheit, Machtstrukturen, institutionelle Anpassung und das Verhältnis von Familie und Kultur.
Die Arbeit dekonstruiert das Ideal der "Multikulturellen Gesellschaft" als eine Form, die zwar Vielfalt postuliert, aber letztlich an der ethno-kulturellen Differenzierung festhält, um die Integration und Gleichbehandlung unter dem Deckmantel von Anerkennung zu verhindern.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Interkulturelle Pädagogik nicht als neutrale Wissenschaft agiert, sondern als Institution, die durch ihre theoretischen Konstrukte zur Stabilisierung der herrschenden Machtverhältnisse und zur Ausgrenzung der "Anderen" beiträgt.
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