Diplomarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 2,3
1 Einführung
2 Charakteristika des Marktes für Arzneimittel
2.1 Arzneimittel als besonderes Gut
2.1.1 Begriffliche Einordnung
2.1.2 Klassifikationsmethoden von Arzneimittel
2.2 Marktmängel als Grundlage staatlicher Einflussnahme
3 Instrumente staatlichen Handels
3.1 Gegenstand und Richtung der Regulierung
3.2 Preispolitische Instrumente
3.3 Distributionspolitische Instrumente
3.4 Mengenpolitische Instrumente
4 Wirkungsanalyse preis- und mengenpolitischer Regulierungsmaßnahmen am Beispiel der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland
4.1 Der deutsche Arzneimittelmarkt
4.2 Geschichtlicher Rückblick und aktuelle Rahmenbedingungen der GKV
4.3 Wirkungsanalyse preispolitischer Instrumente
4.3.1 Einfluss der Festbetragseinführung
4.3.2 Einfluss der generischen Substitution
4.4 Wirkungsanalyse mengenpolitischer Instrumente
4.4.1 Arzneimittelbudget
4.4.2 Negativliste
5 Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen politisch motivierter Regulierungsmaßnahmen auf die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zwischen 1989 und 2003, um zu bewerten, inwieweit preis- und mengenpolitische Steuerungsinstrumente zur Kostendämpfung beitragen können.
2.2 Marktmängel als Grundlage staatlicher Einflussnahme
Die Eigenarten von Arzneimitteln, die sie als besonderes Gut charakterisieren, führen auch dazu, dass der Markt für Arzneimittel ebenfalls einige Besonderheiten aufweist. Als Markt wird im allgemeinen ein Mechanismus verstanden, der die Angebots- und Nachfrageseite zusammenführt und für einen selbständigen Ausgleich von Angebot und Nachfrage sorgt, dessen Ergebnis das Marktgleichgewicht ist. Schafft der Markt es nicht, Angebot und Nachfrage zu koordinieren, spricht man von Marktversagen. Ursache dafür sind Unvollkommenheiten in der Systematik des Marktes, d.h. es fehlen die Voraussetzungen für einen funktionierenden marktwirtschaftlichen Prozess.
Die Grundanforderung an die Funktionsfähigkeit von Märkten sind in der volkswirtschaftlichen Theorie rational handelnde Individuen, die ihr Verhalten nach nutzenmaximierenden Aspekten ausrichten. Entscheidend dafür sind Markttransparenz und vollständige Informationen, d.h. sowohl Anbieter als auch Nachfrager müssen sich einen umfassenden Überblick über die Güter, deren Produktionskosten und Qualitätsunterschiede verschaffen können. Vollkommene Konkurrenz auf dem Markt führt ferner dazu, dass ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eine pareto-optimale Allokation darstellt. Diese Anforderungen an einen vollkommenen Markt werden vom Arzneimittelmarkt nicht hinreichend erfüllt. So fehlt zum Beispiel die Voraussetzung der Informationstransparenz, so dass der Nachfrager in die Situation versetzt wird, nicht die für ihn optimale Entscheidung treffen zu können, da ihm nicht alle für die Entscheidungsfindung relevanten Informationen zur Verfügung stehen.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit staatlicher Regulierung im deutschen Arzneimittelmarkt aufgrund steigender GKV-Ausgaben und der besonderen Marktstruktur.
2 Charakteristika des Marktes für Arzneimittel: Dieses Kapitel definiert Arzneimittel als besonderes Gut und untersucht Marktmängel als Rechtfertigungsgrund für staatliche Eingriffe.
3 Instrumente staatlichen Handels: Hier werden die theoretischen Ansätze der staatlichen Regulierung, unterteilt in preis- und mengenpolitische Instrumente, systematisch vorgestellt.
4 Wirkungsanalyse preis- und mengenpolitischer Regulierungsmaßnahmen am Beispiel der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert die empirischen Auswirkungen der Reformen von 1989 bis 2003 auf Basis des GKV-Arzneimittelindex.
5 Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Effektivität und die Grenzen staatlicher Eingriffe im Kontext der Arzneimittelmarktregulierung.
Arzneimittelmarkt, Gesetzliche Krankenversicherung, Gesundheitsreform, Festbetragsregelung, Arzneimittelbudget, generische Substitution, Negativliste, Arzneimittelausgaben, Preispolitik, Mengenregulierung, Marktversagen, Arzneimittelgesetz, Pharmaindustrie, Aut-Idem-Substitution, Kostendämpfung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Regulierungsmechanismen im deutschen Arzneimittelmarkt und analysiert, wie staatliche Eingriffe die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung beeinflusst haben.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Preis- und Mengensteuerung, die Analyse von Marktmängeln bei Arzneimitteln sowie die historische Bewertung der Gesundheitsreformen zwischen 1989 und 2003.
Das Ziel ist die Analyse der Wirksamkeit verschiedener Instrumente, wie beispielsweise Festbeträge oder Arzneimittelbudgets, hinsichtlich ihrer Fähigkeit, die Arzneimittelausgaben der GKV zu dämpfen.
Es wird eine Wirkungsanalyse auf Basis empirischer Daten des GKV-Arzneimittelindex und des Arzneiverordnungsreports durchgeführt, ergänzt durch eine theoretische Auseinandersetzung mit ordnungspolitischen Grundlagen.
Im Hauptteil werden der historische Rückblick auf die deutschen Gesundheitsreformen sowie eine detaillierte Analyse preis- und mengenpolitischer Instrumente und deren Auswirkungen auf den Markt und die Ausgaben präsentiert.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Arzneimittelmarkt, Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), Festbetragsregelung, generische Substitution und Arzneimittelbudget.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Budgetierung kurzfristig zu Einsparungen führte, langfristig jedoch keinen durchschlagenden Erfolg brachte, da sie durch Ausweichstrategien der Industrie und Akteure unterlaufen wurde.
Die Negativliste dient als qualitätssicherndes Instrument, das den Rahmen der erstattungsfähigen Arzneimittel begrenzt, wobei der direkte Ausgabeneffekt im Verhältnis zu den Gesamtausgaben als eher gering eingestuft wird.
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