Magisterarbeit, 2005
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 „Abklärung über Aufklärung“ oder von der Verabschiedung des Normativitätsproblems in der Postmoderne
2.1 Vom „Projekt der Aufklärung“
2.1.1 Naturwissenschaft und Empirie
2.1.2 Geistes- und Sozialwissenschaften
2.1.2.1 Positivismus
2.1.2.2 Hermeneutik
2.2 Von der „Dialektik der Aufklärung“
2.2.1 Vom Erbe der Philosophie
2.2.2 Vom Ende der großen Erzählungen
3 „Revision der Moderne“ oder von der Normativität des Faktischen zur Faktizität der Normativität
3.1 Transzendentalphilosophie
3.2 Vom Bürger zweier Welten
3.2.1 Die sensible Welt des Seins in Ansehung der Natur der Dinge und der Gebrauch der „spekulativen“ Vernunft
3.2.2 Die intelligible Welt des Sollens bzw. Handelns in Ansehung der Freiheit des Menschen und der Gebrauch der „praktischen“ Vernunft
3.3 Von der Freiheit bei dem Zwange
3.4 Urteilskraft und Primat der praktischen Vernunft
4 „Aufklärung ohne Ende“ oder „normative“ Pädagogik als „Prinzipienwissenschaft“
4.1 Exkurs: Immanuel Kant: Über Pädagogik
4.2 Pädagogik als Wissenschaft
4.2.1 Pädagogik und Philosophie
4.2.1.1 Von der „Natur des Ich“
4.2.1.2 Prinzipien
4.2.2 Pädagogik und Empirie
4.3 Pädagogik als Profession
4.3.1 Vom pädagogischen Takt
4.3.2 Pädagogen zwischen Engagement und Distanzierung
5 Zusammenfassung und Fazit
6 Literatur
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen empirischem Wissenschaftsverständnis und der Notwendigkeit normativer pädagogischer Begründungen, um einen wissenschaftstheoretisch fundierten, transzendentalen Bildungsbegriff zu etablieren, der Pädagogik als „Prinzipienwissenschaft“ legitimiert.
2.1.1 Naturwissenschaft und Empirie
Hier ist zunächst festzuhalten, dass der naturwissenschaftliche Empirismus, als eine „Gattung menschlicher Erkenntnis“, zwar methodisch auf Beobachtung und Experiment basiert, sein eigentliches logisches Fundament jedoch seine Einstellung diesen gegenüber ist. So bricht Galilei mit der Tradition nur deshalb, weil er die Ergebnisse seiner Beobachtungen und Experimente als „Tatsachen“, die unabhängig von einem vorgefassten Weltbild sind, behandelt. Die Tatsachen lassen ich nicht unbedingt in ein anerkanntes System des Universums einordnen, aber Galilei ist der Meinung, dass es von entscheidender Wichtigkeit sei, die Tatsachen hinzunehmen, um dann aus ihnen eine geeignete Theorie aufbauen zu können.
Mit anderen Worten läuft alle Legitimation der Verknüpfung von Gegenstand und Methode der Naturwissenschaften und aller Geltungsanspruch naturwissenschaftlicher Erkenntnisse auf die These hinaus, dass die Natur als ein „in einem ganz anspruchsvollen Sinne determiniertes System“ mit „vollständiger Kausalordnung“ außerhalb des Erkenntnis-subjekts existiert, sich durch Naturphänomene als Tatsachen vergegenständlicht und somit der Erkenntnis durch unvoreingenommene Erfahrung und Induktion, als dem „Prinzip des Empirismus“, zugänglich macht.
Der Beobachter scheint gegenüber dem, was er beobachtet, einen Freiheitsgrad zu besitzen. Er scheint dem Beobachteten in Distanz gegenüberzustehen und außerdem aus dieser Distanz heraus, sich als den Beobachtenden geradezu zwangsläufig zu vergessen, indem er sich in die Sachen versenkt. Die Naturwissenschaften haben ihren Bezug zur erkennenden Tätigkeit preisgegeben. Ex post könnte man auch sagen, „sie haben ihn bewusst aufgegeben, um ihn am Ende wiederzugewinnen“.
Deshalb sind es die Tatsachen der Natur, die der wissenschaftlichen Methode des Empirismus insofern am Zuträglichsten scheinen, als die Natur etwas Unabhängiges in dem Sinne ist, dass sie ist, wie sie ist, einerlei, ob die Menschen sie beobachten oder nicht, ob sie Theorien auf die Natur anwenden oder diese in der einen oder anderen Weise interpretieren.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Dilemma der menschlichen Vernunft angesichts unbeantwortbarer Fragen und skizziert die Problematik einer Pädagogik, die zwischen wissenschaftlicher Neutralität und normativer Verantwortung steht.
2 „Abklärung über Aufklärung“ oder von der Verabschiedung des Normativitätsproblems in der Postmoderne: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Prozess nach, in dem sich die empirischen Wissenschaften durch das Postulat der Werturteilsfreiheit von normativen Sinnfragen abwandten.
3 „Revision der Moderne“ oder von der Normativität des Faktischen zur Faktizität der Normativität: Anhand Kants Transzendentalphilosophie wird die sensible Sinnenwelt von der intelligiblen Welt der Freiheit unterschieden, um Normativität als „Faktum der Vernunft“ neu zu begründen.
4 „Aufklärung ohne Ende“ oder „normative“ Pädagogik als „Prinzipienwissenschaft“: Hier wird Pädagogik als eine Wissenschaft verortet, die sich auf transzendentale Prinzipien stützt, um den Menschen über bloße Naturkausalität hinaus in die Freiheit zu führen.
5 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Pädagogik als eigenständige, transzendental-kritische Wissenschaft fungieren muss, um den Bildungsbegriff vor rein empirischer Reduktion zu bewahren.
6 Literatur: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Pädagogik, Normativität, Wissenschaftlichkeit, Transzendentalphilosophie, Immanuel Kant, Aufklärung, Bildung, Sollen, Freiheit, Erkenntnistheorie, Empirismus, Pädagogischer Takt, Subjektivität, Alfred Petzelt, Vernunft.
Die Arbeit untersucht, wie Pädagogik als Wissenschaft legitimiert werden kann, ohne ihre normative Dimension – das Sollen und die moralische Bildung – an ein rein empirisch-deskriptives Wissenschaftsverständnis zu verlieren.
Die Arbeit verknüpft Wissenschaftstheorie, insbesondere die Kantische Transzendentalphilosophie, mit grundlegenden pädagogischen Fragen zur Erziehung, Bildung und der Rolle der professionellen Lehrkraft.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines Bildungsbegriffs, der als „Prinzipienwissenschaft“ den Diskurs um Erziehung und Sollen wissenschaftlich fundiert und von einer rein faktischen Sichtweise abgrenzt.
Die Arbeit nutzt primär den transzendental-kritischen Ansatz, insbesondere die Rückführung auf Kantische Erkenntnistheorie, um pädagogische Begriffe methodisch und systematisch zu begründen.
Der Hauptteil analysiert den historischen Übergang zur empirischen Wissenschaft, entwickelt eine Theorie des Menschen als Bürger zweier Welten und leitet daraus Prinzipien für eine normative Pädagogik ab.
Zentrale Begriffe sind Pädagogik, Normativität, Transzendentalphilosophie, Bildung, Freiheit, Sollen und das Prinzip der pädagogischen Führung.
Kant dient als theoretische Basis, um Erziehung als einen Prozess der „Vervollkommnung“ zu begreifen, der den Menschen von der Disziplinierung über Kultivierung bis zur moralischen Mündigkeit führt.
Der „pädagogische Takt“ bezeichnet die Fähigkeit des Pädagogen, die formalen theoretischen Prinzipien situativ angemessen auf den Einzelfall anzuwenden, ohne den Lernenden manipulativ zu instrumentalisieren.
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