Magisterarbeit, 2003
110 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
2. KUNST
2. 1. Kunst/Kunstwerk - Einleitung - fiction/Non-fiction
2. 2. Kunst für alle vs. für Individuen - nicht fiktive Kunst
2. 2. 1. materielle gesellschaftliche Differenzierung durch nicht fiktive Kunst
2. 2. 2. Diskussion über Kunst - Wissen über Kunst als Bildung
2. 3. Moralisch-ästhetische Kategorisierung nicht fiktiver Kunst
2. 3. 1. Kategorien - Funktion der Intertextualität
2. 3. 2. Semantisierung durch Kanonisierung
2. 4. Kanonisierung: Brecht, Trakl, Hölderlin, Kafka & Co.
2. 4. 1. Tolstoi als metaphysische Kulturkritik
2. 4. 2. Nicht fiktive Kunst als handlungskonstituierendes Element
2. 4. 2. 1. Kafka als sentimentale/gesellschaftlich-ideologische Semantisierung
2. 4. 2. 2. Kleist als geistige und handlungskonsituierende Instanz oder Exkurs über Kunst und Künstler
2. 4. 2. 3. Das Nibelungenlied als Verflechtung von Liebe, Leid, Bestimmung und Realität
2. 4. 2. 4. Trakl als ideologische Kulturkritik oder Exkurs über Kunst, Künstler und Krieg
2. 4. 2. 5. „Lenis Liedcollagen“: Trakl, Brecht, Hölderlin
2. 4. 3. „Vorliebe für Irland“ und romantische Musik als sentimentaler Start in eine existentiell-transzendentale Semantisierung
2. 4. 3. 1. Proust vs. Joyce
2. 5. „Symbolllik“ als Literatur in der dargestellten Wirklichkeit
2. 6. Schnittstelle zwischen nicht fiktiver und fiktiver Kunst: Reaktionen auf Kunst
2. 7. Ästhetik der Philosophien
2. 7. 1. Hegel - Text als Kunst
2. 7. 2. Schopenhauer - Text und Musik
2. 7. 3. Film und Geschmack
2. 8. fiktive Kunst
2. 8. 1. „Ich bin kein Exeget“ - Ansichten eines Clowns
2. 8. 2. Das Happening - Ende einer Dienstfahrt
2. 8. 3. Schnittstelle Gutachter
2. 8. 4. Die innere Befindlichkeit - Gruppenbild mit Dame
3. KRIEG ALS POLITISCH-IDEOLOGISCHER UND MORALISCH-UNFREIHEITLICHER EXTREMRAUM
3. 1. Darstellung
3. 1. 1. Institutionen des Regimes
3. 2. innenpolitische Situation im Nationalsozialismus als nicht fiktiver Rahmen
3. 3. Räume im Nationalsozialismus
3. 3. 1. Gesellschaftliche Räume - geschlossen oder nicht
3. 3. 2. Aktive/passive Öffnung geschlossener Räume führt zum Tod
3. 4. Passive vs. aktive Vermischung von Innen- und Außenraum
3. 4. 1. Aktive Öffnung als materieller Opportunismus
3. 4. 2. materieller und emotionaler Opportunismus
3. 4. 3. Integration des Nationalsozialismus in den Innenraum
3. 5. Kirche zwischen Krieg und Nicht-Krieg als unveränderter Raum
3. 6. Kriegsende als Chaos - der Anfangspunkt aller Kausalitäten
3. 7. Kunst im Krieg
3. 8. Nachkriegszeit: Sensibilität vs. Materialismus - zu neuer Definition eigener Innenräume - Die „Stunde Null“
3. 9. Bundeswehr als Nachfolger der Wehrmacht
4. KÜNSTLER
4. 1. Die Öffnung des Innenraumes als Anlaß für künstlerische Handlung
4. 2. Versuch eines geschlossenen Raumes und semantischen Gleichgewichts
4. 3. Stille
4. 4. Künstler-Sein als Flucht - Kunst als Möglichkeit
4. 5. Nochmal Kleist und die Philosophen (Schönes - Wahres - Freiheit)
5. FAZIT
Die Arbeit untersucht die Funktionalität der drei Themenbereiche Kunst, Künstler und Krieg in den Werken „Ende einer Dienstfahrt“, „Ansichten eines Clowns“ und „Gruppenbild mit Dame“ von Heinrich Böll, wobei insbesondere die wechselseitigen Verflechtungen dieser Aspekte unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der individuellen Handlungsmotivationen analysiert werden.
2. 1. Kunst/Kunstwerk - Einleitung - fiction/Non-fiction
Die Bestimmung von Definition und die Funktion des Gegenstandsbereichs der Kunst ist in Ende einer Dienstfahrt, Ansichten eines Clowns und Gruppenbild mit Dame abhängig von der Position, die diese gegenüber spezifischen Teilbereichen der jeweils dargestellten Gesellschaft einnimmt. Es ist daher primär zu unterscheiden, inwieweit die zu untersuchende Kunst in Verbindung mit diesen Teilbereichen der Gesellschaft steht, ob und in welchem Maße sie die Regeln eines geltenden sozialen Systems annimmt, verneint oder zu verändern bestrebt ist, bzw. bereits - beispielsweise durch eine weitreichende Rezeptionsgeschichte - in die Konventionen des Regelsystems, das allgemein als Gesellschaft bezeichnet wird, integriert ist.
Als Kunst werden in den Texten diejenigen künstlerischen Handlungen - und deren Ergebnisse als Kunstwerk - gesetzt, die aus dem schöpferischen Prozeß eines Künstlers als Kunstwerke, bzw. als Erscheinungsformen moralisch-ästhetischer Darbietungen hervorgehen, bzw. für den betreffenden Teilbereich der Gesellschaft eine Bedeutung annehmen, die die Kriterien für die Definitionen von Kunst in den jeweiligen Gesellschaftsgruppen abdeckt. Zudem bringt die Kunst Reaktionen bei dem jeweils rezipierenden Teilbereich einer Gesellschaft hervor, deren Begründungsendpunkte entweder auf einer metaphysischen oder einer rein materiell fundamentierten Ebene zu finden sind.
Hierbei ist also schon die Perspektivierung des Kunst-Begriffes entscheidend, da das betreffende Kunstwerk in dem Prozeß der Rezeption - also der Diskussion innerhalb des rezipierenden Regelsystems über die Kunst - eine für das jeweilige Regelsystem allgemeingültige Bewertung erfährt, dessen Ergebnis mit der subjektiven Vorstellung des Künstlers in ästhetischer Hinsicht wie in Bezug auf die vermeintliche Aussage des Kunstwerks, also der Kunst des Künstlers, zumeist nicht übereinstimmt. Diese Diskrepanzen zwischen dem Anspruch auf Objektivität auf Seiten des als Gesellschaft postulierten übergeordneten Regelsystems und den subjektiven Begründungszusammenhängen des Künstlers verweisen auf den generellen Konflikt von Gesellschaft und Individuum in Bölls Werken, der in dem Kapitel über die Künstler näher beleuchtet wird. Daher kann an dieser Stelle die Kunst in den zu untersuchenden Texten unterschieden werden:
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Themenbereiche Kunst, Künstler und Krieg bei Böll unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen funktionalen Verflechtung.
2. KUNST: Analyse der Definition und Funktion von Kunst sowie deren Kategorisierung und Kanonisierung innerhalb der untersuchten Werke.
3. KRIEG ALS POLITISCH-IDEOLOGISCHER UND MORALISCH-UNFREIHEITLICHER EXTREMRAUM: Untersuchung des Krieges und Nationalsozialismus als Druck ausübende Außenräume, die das private Leben und die Innenräume der Figuren beeinflussen.
4. KÜNSTLER: Analyse der spezifischen künstlerischen Handlungsmotivationen und der Rolle des Künstlers als Individuum im Spannungsfeld zwischen eigenem Innenraum und gesellschaftlichem Außenraum.
5. FAZIT: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse hinsichtlich der Funktionalität von Kunst, Künstlertum und Krieg in der erzählten Welt Bölls.
Heinrich Böll, Kunst, Künstler, Krieg, Nationalsozialismus, Semantisierung, Innenraum, Außenraum, Kanonisierung, Literatur, Musik, Individuum, Gesellschaft, Handlungsmoivation, Ästhetik
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen funktionalen Zusammenhänge von Kunst, Künstlertum und Krieg in drei ausgewählten Romanen von Heinrich Böll.
Zentrale Themen sind die soziale und metaphysische Definition von Kunst, die Wirkung des Nationalsozialismus und Krieges auf private Lebensbereiche sowie die Rolle des Künstlers als Individuum in der Gesellschaft.
Das Ziel ist es, ein System zu entwerfen, das die Handlungsmotivationen von Künstlern und die Rolle von Kunst in Bölls Werken unter Berücksichtigung der politischen und moralischen Extrembedingungen des Krieges strukturell einzuordnen vermag.
Es erfolgt eine textimmanente Analyse der Funktionalität und Definition der drei Themenbereiche, ergänzt durch eine Untersuchung intertextueller Bezüge und deren Bedeutung für die Figurenkonstellationen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Kunstbegriffe und Kanonisierungen, eine Analyse des Krieges als ideologischem Extremraum sowie eine Untersuchung der Künstlerfiguren und deren Möglichkeiten zum künstlerischen Handeln.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Kunst, Künstler, Krieg, Innenraum, Außenraum, Semantisierung, Nationalsozialismus und Handlungsmoivation.
Der Krieg wirkt als gesellschaftlicher Druck von außen, der zur Entgrenzung privater Innenräume führt; künstlerische Handlungen werden in diesem Kontext oft als Versuch der Abgrenzung, Flucht oder Neuordnung des eigenen semantischen Raums genutzt.
Literatur dient als rahmenbildendes Element und Identifikationsmittel, mit dem die Figuren ihren Innenraum strukturieren und sich von der als oberflächlich wahrgenommenen materiellen Gesellschaft abgrenzen.
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