Magisterarbeit, 2001
146 Seiten, Note: befried.
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Institutionelle Kommunikation
2.2. Konfliktkommunikation
2.2.1. Diskurs und Debatte
2.2.2. Moralkommunikation
2.3. Computervermittelte Kommunikation (CMC)
2.3.1. Vergleich von CMC mit face-to-face
2.3.2. Gattungen der CMC
2.3.3. Kommunikation in Bulletin Board Systemen
2.3.4. Die temporale Struktur des Internets
2.3.5. Internet-Jargon
2.3.6. Soziale Voraussetzungen für CMC
2.3.7. Virtuelle Gemeinschaften
2.3.8. Computervermittelte Lehre (CML)
3. Das Online-Seminar
3.1. Der didaktische Aufbau
3.1.1. Die Selbststudienphasen
3.1.2. Die Präsenzphasen
3.1.3. Das Coaching
3.2. Die Lernumgebung
3.2.1. Die Web-Seiten
3.2.2. Die virtuelle Arbeitsgruppe
3.2.3. Offline-Kontakte
3.2.4. Regeln und Normen
3.2.5. Sondersprache
3.3. Kommunikationsgattungen im Online-Seminar
3.3.1. Biographien
3.3.2. E-Mail
3.3.3. Fotoalben
3.3.4. Chat
3.4. Das Bulletin Board System (BBS)
3.4.1. Die Einleitungen zu den Foren
3.4.2. Die Anleitung zur Forenbenutzung
3.4.3. Die Liste der Beiträge
3.4.4. Beiträge lesen
3.4.5. Beiträge verfassen
3.5. Der Zugang
4. Methoden
4.1. Konversationsanalyse
4.1.1. Ethnomethodologie
4.1.2. Prinzipien der Konversationsanalyse
4.1.3. Geltungsbereich der Konversationsanalyse
4.1.4. Erkenntnisse der Konversationsanalyse
4.1.5. Anwendung der Konversationsanalyse
4.1.6. Abgrenzung zu quantitativen Methoden
4.2. Grounded Theory
5. Analyse des Bulletin Board Systems
5.1. Quantitative Statistiken
5.1.1. Forenstatistiken
5.1.2. Beitragsstatistiken
5.1.3. Mitgliederstatistiken
5.1.4. Zeitliche Statistiken
5.2. Der Aufbau der Beiträge
5.2.1. Kopfzeile
5.2.2. Titel
5.2.3. Einleitung
5.2.4. Schluss
5.2.5. Haupttext
5.3. Strukturen der Beiträge
5.3.1. Platzierung der Beiträge
5.3.2. Themeneinführung und –entwicklung
5.3.3. Institutionelle Kommunikation
5.3.4. Metakommunikation
5.4. Konfliktprozesse im Bulletin Board System
5.4.1. Die Entwicklung der Konflikte
5.4.2. Die Konfliktaustragung
5.4.3. Ursachen für die Eskalation
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Literatur
8. Anhang
8.1. Begriffe im Material
8.2. Index
8.3. Ein QINEB Screenshot
8.4. Die analysierten Threads
8.4.1. Thread „CHAT?“
8.4.2. Thread „Besser spät als nie...“
8.4.3. Thread „Verbindlichkeit“
8.4.4. Thread „Beteiligung und Verbindlichkeit“
8.4.5. Thread „Kritik – anonym“
Das Hauptziel dieser Magisterarbeit ist die soziologische Untersuchung der Kommunikationsstrukturen eines virtuellen Seminars, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse von Diskussionsforen innerhalb eines Bulletin Board Systems (BBS) liegt. Die Arbeit erforscht, wie Teilnehmer mit dieser Form der computervermittelten Kommunikation umgehen und welche sozialen Prozesse dabei entstehen.
Die soziale Struktur von virtuellen Gemeinschaften
QINEB bildete eine virtuelle Gemeinschaft mit einer eigenen sozialen Struktur. Es gibt wichtige Punkte, in denen sich das Online-Seminar von anderen virtuellen Gemeinschaften unterscheidet, deshalb ist es an dieser Stelle angebracht, auf die Besonderheiten der Lernumgebung einzugehen.
Virtuelle Gemeinschaften weisen alle Merkmale von typischen Gruppen auf, d.h. die Mitglieder identifizieren sich mit der Gruppe; eine Gruppenbindung mit Verpflichtungsgefühlen gegenüber der Gruppe ist vorhanden, aber auch gruppeninterne Konflikte werden thematisiert. Jede Online-Gemeinschaft entwickelt eigene Regeln und Normen, welche die Gemeinschaft wiederum interaktiv prägen.
Das bekannteste Beispiel für Regeln und Normen des Internets ist die Netiquette (zusammengesetzt aus den Begriffen „net“ und „etiquette“) in Newsgroups, wobei fast jede Newsgroup ihr eigenes System von Regeln und Normen hat. Sanktionen (diese erfolgen im Internet eher durch die Gemeinschaft selbst als durch außerhalb stehende Autoritäten) sind allerdings in Newsgroups nur schwer auszuführen, da diese allgemein zugänglich sind. In mitgliederbasierten Gemeinschaften (z.B. auch in Online-Seminaren) dagegen können Sanktionsmöglichkeiten gezielt eingesetzt werden und Regelverstöße sogar mit dem Ausschluss aus der Gruppe bestraft werden können.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Internets als Kommunikationsmedium ein und definiert das Erkenntnisinteresse an der soziologischen Untersuchung von Online-Seminaren.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt Kommunikationstheorien wie institutionelle Kommunikation sowie Konflikt- und Moralkommunikation im Kontext computervermittelter Kommunikation (CMC).
3. Das Online-Seminar: Hier wird das untersuchte Feld, das Pilotprojekt QINEB, hinsichtlich Didaktik, Lernumgebung und Kommunikationsformen detailliert beschrieben.
4. Methoden: Dieser Abschnitt legt die methodische Vorgehensweise fest, primär durch die Anwendung der Konversationsanalyse und der Grounded Theory als Hilfsmittel.
5. Analyse des Bulletin Board Systems: Das Hauptkapitel wertet die Daten aus dem BBS aus, analysiert den Aufbau der Beiträge, die Kommunikationsstrukturen und spezifische Konfliktprozesse.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Arbeit werden abschließend zusammengefasst und die Bedeutung der Erkenntnisse für zukünftige Online-Lehrformen diskutiert.
Online-Seminar, Computervermittelte Kommunikation, Bulletin Board System, Soziologie, Konversationsanalyse, Grounded Theory, virtuelle Gemeinschaften, Konfliktkommunikation, Institutionelle Kommunikation, E-Learning, Netiquette, Kommunikationsstrukturen, Gruppendynamik
Die Arbeit untersucht die soziologischen Kommunikationsstrukturen in einem virtuellen Seminar, das auf einem Bulletin Board System basiert.
Zu den zentralen Themen gehören institutionelle Kommunikation, Konflikt- und Moralkommunikation sowie die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation (CMC).
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Teilnehmer innerhalb einer geschlossenen Online-Gemeinschaft interagieren, wie soziale Strukturen entstehen und wie Konflikte in diesem spezifischen Medium ausgehandelt werden.
Die Autorin nutzt die Konversationsanalyse zur detaillierten Untersuchung der Interaktionen, unterstützt durch das methodische Vorgehen der Grounded Theory zur Kategorienbildung.
Der Hauptteil analysiert das konkrete Material aus dem QINEB-Projekt, angefangen bei quantitativen Statistiken bis hin zur detaillierten Analyse des formalen Beitragsaufbaus und der Konfliktprozesse.
Begriffe wie "virtuelle Gemeinschaft", "Konversationsanalyse", "BBS" und "institutionelle Kommunikation" sind zentral für das Verständnis der Forschungsarbeit.
QINEB zeichnet sich durch einen begrenzten, persönlich bekannten Benutzerkreis aus, was die Anonymität aufhebt und die Dynamik im Vergleich zu öffentlichen Newsgroups verändert.
Konflikte werden oft umständlich und indirekt ausgetragen, wobei teilweise moralisch aufgeladene Sprache verwendet wird. Die Eskalation in Form eines anonymen Beitrags zeigt die Grenzen der gewohnten Debattenkultur im BBS auf.
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