Diplomarbeit, 1997
202 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Deutscher Verwaltungen nach dem Krieg
3.1 Erhard Hübener wird Ministerpräsident
3.2 Nachkriegsverwaltung in Halle
3.3 Besatzungsamt
3.4 Nachrichtenamt Halle
3.5 Abteilung Presse und Propaganda beim Volksbildungsamt
3.6 Amt für Information beim Innenministerium, Landesnachrichtenamt
4 Grundlagen der sowjetischen Informations- und Pressepolitik
5 Presse in Halle im Überblick
5.1 Die Verlagsgebäude der LDZ
5.1.1 Der erste Redaktionssitz der LDZ, Geiststraße 47
5.1.2 Zweiter Redaktionssitz: Buchdruckerei Wilhelm Knapp, Mühlweg 19
5.1.3 Dritter Redaktionssitz: Große Brauhausstraße 16/17
5.2 Presse im Dritten Reich
5.2.1 Mitteldeutsche National-Zeitung
5.2.2 Hallesche Nachrichten
5.3 Presse in der Besatzungszeit
5.3.1 Amtsblatt
5.3.2 Volks-Zeitung (KPD)
5.3.3 Volksblatt (SPD)
5.3.4. Der Neue Weg (CDU)
5.3.5 Freiheit (SED)
6 Lizenzierung
6.1 LDP-Gründung in Halle
6.2 Pressestelle des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der LDP
6.3 Gründung der LDZ
6.4 Lizenzierung der LDZ
6.5 Lizenzierung liberaler Zeitungen
7 Organisation und Struktur der LDZ
7.1 Der Gesellschaftervertrag der Elbe-Saale-Druckereien GmbH
7.2 Redaktionelle Mitarbeiter
7.2.1 Max Rudolf Agsten
7.2.2 Eugen Brinkmann
7.2.3 Harold W. Esche
7.2.4 Dr. Alfred Fast
7.2.5 Rudolf Gerhard Freymann
7.2.6 Reinhard Hoffmeister
7.2.7 Horst Rudolf Löser
7.2.8 Annerose Matz-Donath
7.2.9 Walter Reinel
7.2.10 Ewald W. Remy
7.2.11 Johannes Stefko
7.2.12 Mitarbeiterstab
7.3 Geschäftsführer und Prokuristen
7.4 Chefredakteure
7.5 Verlagsleiter
7.6 Auflage
7.7 Finanzen
7.8 Geschäftsstellen
7.9 Gestalt der LDZ
7.9.1 Titelseite
7.9.2 Kulturseite 2
7.9.3 Heimatseite 3
7.9.4 Anzeigenseite 4
7.9.6 Fotos
7.9.7 Zeichnungen
7.10 Arbeit in der Redaktion
7.11 Quellen der LDZ
8 Inhalt der LDZ
8.3 Vorzensur
8.6 Nachzensur
9 Schluß
10 Anhang
Die Arbeit untersucht die Geschichte der Liberal-Demokratischen Zeitung (LDZ) in Halle im Zeitraum von 1945 bis 1949. Ziel ist es, die Rolle der Zeitung als politisches Organ der Liberal-Demokratischen Partei unter den Bedingungen der sowjetischen Besatzung, der Zensur und der zunehmenden politischen Gleichschaltung zu analysieren und dabei die persönlichen Erfahrungen der Redakteure sowie die strukturellen Rahmenbedingungen wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Der erste Sitz der Zeitung war in der Geiststraße im Frühstücksraum einer alteingesessenen Druckerei.
Nur dieser eine Raum stand der LDZ als Domizil des gesamten Betriebs zur Verfügung - ein etwa 15 Meter langer Schlauch entlang einer Fensterfront. Wer den Druckersaal betreten oder verlassen wollte, mußte durch unsere “Redaktion”. Bei jedem Schichtwechsel und jeder Essenpause zog die gesamte Belegschaft des Druckbetriebs lärmend an uns vorbei.
Alle Tische in diesem zweckentfremdeten Frühstücksraum hatten Biergartenstil und -format - rohes Holz, knapp zwei Meter lang, nicht sehr breit. Der erste Tisch vorne war das Sekretariat. Am nächsten Tisch saßen Verlags- und Anzeigenleitung in trautem Verein. Die folgenden zwei Tische - das war dann die Redaktion. Und dahinter thronte an einem richtigen Schreibtisch der ältere der beiden Chefredakteure, Eugen Brinkmann. Jeder hatte gerade soviel Raum, daß er dem anderen körperlich oder mit seinem Stuhl nicht ins Gehege kam. Für Esche gab es überhaupt keinen festen Platz. Er brauchte auch keinen; denn er war viel unterwegs.
1 Einleitung: Beschreibt den Zeitraum der LDZ von 1945 bis 1990 und setzt den Fokus auf die erste Phase (1945-1949), wobei der Forschungsbedarf und die methodische Herangehensweise erläutert werden.
2 Forschungsstand: Kritische Auseinandersetzung mit bisheriger DDR-Historiographie zur LDP-Presse und Feststellung, dass wissenschaftliche Aufarbeitungen zur LDZ bisher fehlten.
3 Deutscher Verwaltungen nach dem Krieg: Detaillierte Darstellung des Aufbaus der Provinzial- und Stadtverwaltung in Halle sowie der Rolle verschiedener Ämter (Besatzungsamt, Nachrichtenamt etc.) unter sowjetischer Besatzung.
4 Grundlagen der sowjetischen Informations- und Pressepolitik: Analyse der sowjetischen Medienkontrollstrukturen und der Ziele der SMAD in der SBZ.
5 Presse in Halle im Überblick: Vorstellung der Zeitungslandschaft in Halle vor und nach 1945, inklusive der Verlagsgebäude und der spezifischen Bedingungen für verschiedene Parteizeitungen.
6 Lizenzierung: Untersuchung der Genehmigungsprozesse für Zeitungen der LDP und anderer Parteien durch die sowjetische Besatzungsmacht.
7 Organisation und Struktur der LDZ: Umfassende Analyse der wirtschaftlichen Organisation, des Personals, der Arbeitsweise und der technischen Aspekte der LDZ.
8 Inhalt der LDZ: Detaillierte Untersuchung der inhaltlichen Ausrichtung unter dem Druck von Vor- und Nachzensur und des täglichen Redaktionslebens.
9 Schluß: Zusammenfassendes Fazit über das Schicksal der LDZ und die Bedeutung des liberalen Widerstands in einem diktatorischen System.
10 Anhang: Enthält eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Quellen, Interviews und Lebensläufen, die das Verstehen der LDZ-Geschichte ergänzen.
Liberal-Demokratische Zeitung, LDZ, LDPD, Sowjetische Besatzungszone, SBZ, SMAD, Zensur, Pressegeschichte, Halle, Parteipresse, Nachkriegszeit, politische Gleichschaltung, Redaktionsalltag, deutsche Mediengeschichte, Antifaschismus.
Die Arbeit untersucht die Geschichte der Liberal-Demokratischen Zeitung (LDZ) in Halle in den Jahren 1945 bis 1949, insbesondere deren Rolle und Arbeitsweise unter der sowjetischen Besatzungsmacht.
Zentrale Themen sind die Etablierung des Parteiensystems, die Pressepolitik der SMAD, die Strukturen der LDZ, das Wirken der Zensurbehörden und die Schicksale der Redaktionsmitarbeiter.
Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte Monographie über die Gründungszeit der LDZ, die bisher kaum oder nur tendenziös erforscht wurde, um die Bedingungen liberaler Pressearbeit in der SBZ aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt den systemimmanent-kritischen Ansatz, um auf Basis von Archivdokumenten, Zeitzeugeninterviews und den Zeitungsbeständen ein ungeschöntes Bild der politischen Einflussnahme und Medienkontrolle zu zeichnen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Verwaltung in Halle, den Grundlagen der sowjetischen Pressepolitik, der Lizenzierung, der Organisation und Struktur der LDZ sowie einer detaillierten Analyse der Zensurpraxis.
Die wichtigsten Begriffe sind LDZ, SBZ, SMAD, Zensur, LDPD, Pressefreiheit, Gleichschaltung und DDR-Mediengeschichte.
Die Arbeit zeigt, dass die Zensoren oft eine Doppelrolle einnahmen – einerseits als strenge Kontrolleure, andererseits teilweise als Gesprächspartner, wobei die ständige Drohung mit Sanktionen den Redakteuren kaum echten Spielraum ließ.
Es wird dokumentiert, wie Redakteure wie Annerose Matz-Donath verhaftet wurden und wie Parteifunktionäre oder Journalisten, die sich nicht anpassten, Repressionen, Berufsverbote oder die Flucht in den Westen in Kauf nehmen mussten.
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