Diplomarbeit, 2005
83 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 VORGEHENSWEISE
2 GRUNDLAGEN
2.1 THEORIE DER EFFIZIENTEN MÄRKTE
2.1.1 Informationseffizienz
2.1.2 Theorie der effizienten Märkte aus statistischer Sicht
2.1.2.1 Gleichgewichtsmodell
2.1.2.1.1 Random-Walk
3 KRITIK AN DER THEORIE DER EFFIZIENTEN MÄRKTE
3.1 THEORETISCHE KRITIK
3.2 EMPIRISCHE KRITIK
3.2.1 Zeitreihenanalyse
3.2.1.1 Lineare stochastische Prozesse
3.2.1.1.1 Moving-Average-Prozesse
3.2.1.1.2 Autoregressive Prozesse
3.2.1.2 Nicht-lineare stochastische Prozesse
3.2.1.3 Zusammenfassung
4 MARKTANOMALIEN
4.1 TECHNISCHE ANLAGESTRATEGIEN
4.1.1 Momentum-Strategie
4.1.2 Contrarian-Strategie
4.2 UNTER- UND ÜBERREAKTION
4.3 SPEKULATIVE BLASEN
4.4 MEAN REVERSION
4.5 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNG
5 ERKLÄRUNGSANSÄTZE
5.1 QUASI-RATIONALITÄT
5.1.1 Noise-Trading
5.1.1.1 Herding
5.1.1.2 Fads
5.2 BEHAVIORAL-FINANCE
5.2.1 Forschungsergebnisse der Behavioral-Finance
5.2.1.1 Heuristiken
5.2.1.1.1 Heuristiken zur Komplexitätsreduzierung
5.2.1.1.2 Repräsentativitätsheuristik
5.2.1.1.3 Regretaversion
5.2.1.1.4 Kontrollverlust-Phänomene
5.2.1.1.5 Conservatism
5.2.1.1.6 Anchoring
5.2.1.1.7 Dispositionseffekt
5.3 DIE MARKTAKTEURE
5.3.1 Private Akteure
5.3.2 Fondsmanager
5.3.2.1 Agency Probleme
5.3.2.1.1 Short-Terminism
5.4 MEDIEN
5.5 ZUSAMMENFASSUNG
6 ERKLÄRUNG DER MARKTANOMALIEN
6.1 RATIONALE ERKLÄRUNG
6.1.1 Rationale Blasen
6.1.2 Konsumgestützte Erklärung von Mean Reversion
6.2 FEHLERELIMINIERUNG
6.2.1 Disziplinierungskraft des Marktes
6.2.2 Aggregationseffekt
6.2.3 Ausleseprozess
6.3 IRRATIONALE VARIATION
6.3.1 Trends
6.3.2 Trendwenden
6.3.3 Schlussfolgerung
7 UNTERSUCHUNG DER ZEITREIHE
7.1 DAS WERTPAPIER
7.2 DIE DATEN
7.3 NULLHYPOTHESE
7.3.1 Beobachtungszeiträume
7.3.2 Schlussfolgerung
7.4 STICHPROBEN
7.5 UNTERSUCHUNG DER BEOBACHTUNGSZEITRÄUME
7.5.1 Untersuchung der Korrelogramme
7.5.2 Test auf Normalverteilung
7.5.3 Ergebnis der Zeitreihenuntersuchung
8 DIE MARKTRENDITE
8.1 JAHRESRENDITEN
8.1.1 Sharpe-Ratio
8.1.2 Renditen
9 DAS ANLAGESYSTEM
9.1 ANFORDERUNGEN
9.2 SYSTEMDESIGN
9.2.1 Probleme von Anlagesystemen
9.2.2 Regelwerk
9.2.2.1 Einstieg
9.2.2.2 Ausstieg und Risikokontrolle
9.2.2.2.1 Stops
9.2.2.2.2 Ausstieg und Stops
9.2.2.3 Orders
9.2.2.4 Zusammenfassung
9.3 SYSTEMPROGRAMMIERUNG
10 ERGEBNISSE DES ANLAGESYSTEMS
10.1 RENDITE
10.2 DIE TRANSAKTIONEN
10.3 BEWERTUNG DER ERGEBNISSE
10.4 URSACHEN DES SCHEITERNS
11 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNG
12 AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Existenz von Marktanomalien, die von der klassischen Kapitalmarkttheorie abweichen, insbesondere Preis- und Renditetrends. Das primäre Ziel besteht darin, ein technisches Anlagesystem zu entwickeln, welches diese systematischen Ineffizienzen ausnutzt, um eine dauerhafte Überrendite gegenüber der Marktrendite zu erzielen. Die Forschungsfrage ist, ob eine rein technische Anlagestrategie in der Lage ist, eine solche Überrendite zu erwirtschaften.
1.1 Problemstellung
Kapitalmärkten kommt in der Volks- und Betriebswirtschaft eine zentrale Bedeutung zu. Sie sollen neben der Finanzierung von Investitionen Risiken verteilen und somit mindern.
Auf dem Sekundärmarkt des Aktienmarktes werden Ansprüche auf künftige Zahlungen in Form von Dividenden und Eigentum an Unternehmen gehandelt. Um der Funktion der effizienten Risikoallokation gerecht zu werden müssen Aktienpreise ihrem inneren Wert, ihrem realwirtschaftlich begründeten Fair-Value, entsprechen. Weichen Aktienpreise dagegen temporär signifikant von ihrem inneren Wert ab führt dies zu erhöhter Volatilität, die als Ausdruck des Risikos eines Engagement in einem Finanz-Aktiva angesehen wird. Anstatt Risiken zu minimieren wendet sich der Aktienmarkt in dem Fall gegen sein ursprüngliches Ziel.
Die Kapitalmarkttheorie fußt auf der Hypothese effizienter Märkte, wobei sich der Begriff der Effizienz auf Informationseffizienz bezieht. In einer Welt informationseffizienter Märkte fließen ausschließlich und vollständig realwirtschaftliche Informationen in die Aktienpreisbildung ein, sodass die Funktion effizienter Risikoallokation gewährleistet ist.
In der Realität sind an Finanzmärkten jedoch zahlreiche empirische Beobachtungen zu machen, die darauf hindeuten, dass die Marktteilnehmer ihre Handlungsentscheidungen nicht immer rational treffen und somit die Preise deutlich vom fundamental gerechtfertigten Preis abweichen können.
Ist es möglich, Muster im Rendite- beziehungsweise Kursverlauf von Aktien zu identifizieren, ist die Effizienzmarkthypothese stark in Frage zu stellen. Solche Muster könnten mittels eines Anlagesystems ausgebeutet werden, womit bei Profitabilität eines solchen Systems ein Hinweis auf ineffiziente Preisbildung erbracht würde.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Marktanomalien und Formulierung der Forschungsfrage sowie Vorgehensweise.
2 GRUNDLAGEN: Darstellung der Theorie effizienter Märkte und des statistischen Modells des Random-Walks.
3 KRITIK AN DER THEORIE DER EFFIZIENTEN MÄRKTE: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Fiktion der Informationseffizienz und empirische Kritik anhand von Zeitreihenanalysen.
4 MARKTANOMALIEN: Definition und Kategorisierung von Kursverläufen, die nicht mit Fundamentaldaten erklärbar sind.
5 ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Untersuchung psychologischer und soziologischer Faktoren, die irrationales Verhalten und Marktineffizienzen begründen.
6 ERKLÄRUNG DER MARKTANOMALIEN: Analyse der Ursachen für Trends und deren Umkehr aus rationaler und irrationaler Sicht.
7 UNTERSUCHUNG DER ZEITREIHE: Empirische Überprüfung des Renditeverlaufs der Daimler-Chrysler AG Aktie auf lineare Strukturen.
8 DIE MARKTRENDITE: Ermittlung und Analyse der Benchmark-Rendite des betrachteten Wertpapiers.
9 DAS ANLAGESYSTEM: Konzeption und technisches Regelwerk für die Handelsstrategie.
10 ERGEBNISSE DES ANLAGESYSTEMS: Darstellung und kritische Bewertung der erzielten Performance des entwickelten Systems.
11 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNG: Fazit der Arbeit hinsichtlich der Widerlegung der Nullhypothese.
12 AUSBLICK: Diskussion über Möglichkeiten zur weiteren Stabilitätsprüfung und Diversifizierung der Strategie.
Effizienzhypothese, Marktanomalien, Trendfolge, Behavioral Finance, Noise-Trading, Renditetrend, Volatilität, Aktienmarkt, Zeitreihenanalyse, Informationsparadoxon, Handelsstrategie, Diversifizierung, Überreaktion, Mean-Reversion, Systemdesign.
Die Arbeit untersucht die Existenz von Renditetrends an Aktienmärkten und testet die Möglichkeit, diese durch ein systematisches, technisches Handelskonzept profitabel auszunutzen.
Die Themen umfassen die klassische Kapitalmarkttheorie, empirische Kritik an der Effizienzmarkthypothese, psychologische Erklärungsmodelle für Marktverhalten sowie die praktische Konstruktion eines Anlagesystems.
Das Ziel ist die Überprüfung der Nullhypothese, ob es möglich ist, mit einer rein technischen Anlagestrategie eine Überrendite gegenüber der Marktrendite zu erwirtschaften.
Es erfolgt eine Literaturanalyse zur Theorie und Kritik von Marktanomalien, kombiniert mit einer quantitativen Zeitreihenuntersuchung historischer Kursdaten der Daimler-Chrysler AG.
Der Hauptteil analysiert Marktanomalien wie spekulative Blasen und Momentum-Effekte, erörtert psychologische Ursachen (Behavioral Finance) und beschreibt den Aufbau sowie das Scheitern eines spezifischen technischen Handelssystems.
Wichtige Begriffe sind Effizienzhypothese, Marktanomalien, Trendfolge, Behavioral Finance, Noise-Trading, Volatilität und Zeitreihenanalyse.
Die Analyse zeigt, dass hohe Transaktionskosten und unzureichend begrenzte Verluste bei unprofitablen Trades das Gesamtergebnis negativ beeinflusst haben.
Medien dienen als Katalysator für Feed-Back-Prozesse, die Herdenverhalten und Stimmungsschwankungen verstärken können, was wiederum die Preisbildung beeinflusst.
Die Nullhypothese, dass durch das entwickelte System eine Überrendite erzielbar ist, wird nach den Ergebnissen des Tests verworfen.
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