Examensarbeit, 2005
147 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
0. Einleitung
1. Heranführung an das Thema Suizid
1.1 Begriffsklärungen
1.2 Unterschied zwischen Suizid und Suizidversuch
1.3 Aktuelle Statistiken
1.4 Entwicklung des Todesbewusstseins bei Kindern und Jugendlichen
1.4.1 Kleinkinder im Vorschulalter
1.4.2 Grundschulkinder von 6 bis 9 Jahren
1.4.3 Schulkinder von 9 bis 12 Jahren
1.4.4 Jugendliche von 12 bis 18 Jahren
2. Belastungs- und Risikofaktoren für die Entwicklung von Suizidalität
2.1 Anzeichen für eine Suizidgefährdung bei Kindern und Jugendlichen
2.1.1 Das Präsuizidale Syndrom nach Erwin Ringel
2.2 Motive und Ursachen für den Suizid bei Kindern und Jugendlichen
2.3 Suizidalität und psychische Störungen
2.3.1 Depressionen
2.3.2 Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie
2.3.3 Sucht und Suizidgefahr
3. Suizidales Verhalten
3.1 Unterschied Erwachsenen- und Jugendsuizid
3.2 Suizidmethoden
4. Präventionsmaßnahmen, Therapien und Hilfe nach dem Suizid
4.1 Präventionsmaßnahmen bei einer Suizidgefährdung
4.1.1 Prävention in der Schule
4.1.2 Prävention in der Familie
4.2 Therapien bei Suizidalität
4.3 Hilfsmöglichkeiten für Hinterbliebene nach einem Suizid
5. Zusammenfassung der Autorenaussagen
6. Umfragen bei Beratungsstellen und Schulpsychologien
6.1 Beratungsstellen
6.1.1 Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche
6.1.2 Familienberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt für Kinder, Jugendliche und Eltern
6.1.3 NEUhland- Beratungsstelle für suizidgefährdete Kinder und Jugendliche
6.2 Schulpsychologien
6.2.1 Schulpsychologie Oldenburg
6.2.2 Schulpsychologischer Dienst Bremen
6.3 Auswertungen der Umfragen
7. Abschließende Gegenüberstellung der Autorenaussagen und der Auswertungen der Umfragen
8. Schlusswort
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über präventive Maßnahmen und Hilfestellungen bei Suizidalität im Kindes- und Jugendalter zu geben, wobei insbesondere die Rolle von Lehrern, Eltern und Beratungsstellen beleuchtet wird. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit das theoretische Wissen aus der Fachliteratur mit den praktischen Erfahrungen von Beratungsstellen und Schulpsychologien korreliert.
1.1 Begriffsklärungen
In der Literatur werden ganz unterschiedliche Begriffe zur Kennzeichnung des Suizidgeschehens benutzt, die alle eine bestimmte Einstellung zum Suizid deutlich werden lassen. So spricht Ringel (1974, 1981a, 1981b) von „Selbstmord“, Menninger (1978) von „Selbstzerstörung“ und Améry (1976) von „Freitod“. Die Bezeichnungen „Selbstzerstörung“ oder „Selbstmord“ erhalten durch den zweiten Wortteil eine zu negative Aussage. Ich ziehe den Begriff „Suizid“ den anderen vor, weil sich so das Geschehen betrachten lässt, ohne durch die Wortwahl vorschnell Stellung nehmen zu müssen.
Das Synonym „Freitod“ lehne ich völlig ab, da es für mich sinnentstellend ist. Es stehen immer in der Person oder ihrer Umwelt begründete Zwänge dahinter.
In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff „Suizidalität“ für alle Formen suizidalen Verhaltens und Erlebens verwendet, worunter sowohl Suizidideen, Suizidversuche als auch Suizide fallen.
In der Literatur wird der Begriff „Suizid“ oft unterschiedlich und nicht selten mehrdeutig benutzt. Deshalb ist es sinnvoll, sich vorweg begrifflich festzulegen (Pohlmeier 1995):
Die „Suizidhandlung“ wird als Oberbegriff verstanden und meint jede gegen das eigene Leben gerichtete Handlung, unabhängig davon, ob der Tod intendiert wird oder nicht und unabhängig davon, ob sie zum Tode führt oder nicht.
Der „Suizid“ ist eine gegen das eigene Leben gerichtete Handlung mit tödlichem Ausgang, unabhängig davon, ob der Tod intendiert wurde oder nicht.
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Suizidproblematik bei Kindern und Jugendlichen ein, begründet die persönliche Motivation der Autorin und skizziert den Aufbau der Hausarbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
1. Heranführung an das Thema Suizid: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe, analysiert statistische Daten und beleuchtet die altersabhängige Entwicklung des Todesverständnisses von Kindern und Jugendlichen.
2. Belastungs- und Risikofaktoren für die Entwicklung von Suizidalität: Hier werden Warnsignale, Risikogruppen sowie der Zusammenhang zwischen psychischen Störungen (insb. Depressionen) und Suizidalität systematisch dargestellt.
3. Suizidales Verhalten: Das dritte Kapitel arbeitet die Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Jugendsuizid heraus und geht detailliert auf verschiedene Suizidmethoden ein.
4. Präventionsmaßnahmen, Therapien und Hilfe nach dem Suizid: Es werden präventive Konzepte für Schule und Familie vorgestellt sowie therapeutische Ansätze und Hilfen für Hinterbliebene nach einem Suizid beschrieben.
5. Zusammenfassung der Autorenaussagen: Dieses Kapitel dient der tabellarischen Aufbereitung der theoretischen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Abschnitten zur Vorbereitung des empirischen Teils.
6. Umfragen bei Beratungsstellen und Schulpsychologien: Der empirische Teil präsentiert die Vorgehensweise und Ergebnisse der Experteninterviews mit verschiedenen Beratungsstellen und schulpsychologischen Diensten.
7. Abschließende Gegenüberstellung der Autorenaussagen und der Auswertungen der Umfragen: Eine abschließende Analyse vergleicht das in der Literatur gefundene Wissen mit den praktischen Einschätzungen der Experten aus dem empirischen Teil.
8. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Arbeit und betont die Notwendigkeit, das Thema Suizidalität offen zu thematisieren, um gefährdete junge Menschen rechtzeitig unterstützen zu können.
Suizidalität, Suizidprävention, Kindesalter, Jugendalter, Depression, Krisenintervention, Beratung, Schule, Familie, Warnsignale, Hinterbliebene, empirische Untersuchung, Risikofaktoren, Suizidversuch, psychische Störungen.
Die Arbeit befasst sich mit der Suizidalität im Kindes- und Jugendalter. Ziel ist es, Gefährdungen zu erkennen und präventive Hilfsmöglichkeiten für Angehörige, Lehrer und Hinterbliebene aufzuzeigen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation von Risikofaktoren, der Entwicklung kindlicher Todesvorstellungen, der Bedeutung von schulischer und familiärer Prävention sowie der Unterstützung nach einem Suizid.
Die Autorin untersucht, wie Lehrer und Eltern suizidgefährdete Kinder erkennen können und ob das theoretische Fachwissen aus der Literatur mit den praktischen Erfahrungen von Beratungspsychologen übereinstimmt.
Die Arbeit kombiniert eine umfassende Literaturrecherche mit einem empirischen Teil, der auf Experteninterviews mit Beratungsstellen und Schulpsychologien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zu den Ursachen und Anzeichen von Suizidalität sowie in praktische Präventionskonzepte für Schule und Familie.
Suizidprävention, Jugendpsychologie, Krisenintervention, Depressionsbewältigung und Hilfsangebote für Schulen und Familien.
Die Experten bestätigen, dass Mädchen häufiger Suizidversuche mit "weichen" Methoden unternehmen und eher Hilfesignale senden, während Jungen häufiger "harte" Methoden wählen und sich seltener mitteilen.
Schulen tragen eine hohe Mitverantwortung. Lehrer sollen durch Supervision und Präventionsprogramme sensibilisiert werden, um Veränderungen bei Schülern frühzeitig wahrzunehmen und ein stützendes Klima zu schaffen.
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