Magisterarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Arbeitslosigkeit
3. Die Mainstream Theorie
3.1 Der Niedriglohnsektor
3.2 Die kritische Bewertung
4. Die Bürgergesellschaftstheorie
4.1 Die Konzepte
4.1.1Beck
4.1.2 Giarini und Liedtke
4.1.3 Gorz
4.1.4 Rifkin
4.1.5 Strasser
4.1.6 Klein
4.1.7 Opaschowski
5. Die Ostdeutschen
5.1 Englers Avantgarde
6. Die Untersuchung
6.2 Die These
6.3 Die Vorhergehensweise
6.4 Die Bewertung der Ergebnisse
7. Ausblick
8. Literaturverzeichnis
8.1 Internetquellen
9. Anhang
9.1 Fragebogen
9.3 Häufigkeiten
Die Arbeit untersucht, ob die Ostdeutschen als eine „Avantgarde“ betrachtet werden können, die den Auszug aus der modernen Arbeitsgesellschaft einleitet. Ziel der Forschungsfrage ist es, empirisch zu prüfen, ob sich bei ostdeutschen Arbeitslosen Unterschiede in der Akzeptanz alternativer Gesellschaftskonzepte – etwa durch Grundeinkommen oder Arbeitszeitverkürzung – in Abhängigkeit von ihrer Alterssozialisation (vor oder nach der Wende) feststellen lassen.
3. DIE MAINSTREAM THEORIE
Die neoliberalen Argumente zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, auf deren Basis – so die Annahme - der Abbau des deutschen Sozialstaats gerechtfertigt wird, beziehen sich in erster Linie auf institutionelle Ursachen. Sie lassen sich im wesentlichen auf die folgende Kernaussagen zusammenfassen:
1. Arbeit ist in Deutschland zu teuer für die Arbeitgeber, gemeint sind hiermit die an Erwerbsarbeit geknüpften Sozialabgaben, die so genannten Lohnnebenkosten. Diese werden als zu hoch erachtet, sie verteuern den Faktor Arbeit hierzulande wesentlich im internationalen Vergleich. Dadurch verhindern sie mögliche zusätzliche Beschäftigung ebenso, wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Zudem wirken sich die hohen Lohnnebenkosten, in Zeiten der Globalisierung, insgesamt negativ auf den Wirtschaftsstandort Deutschland aus und vertreiben potentielle Arbeitgeber ins Ausland.
„In der Tat sind die hohen Lohnnebenkosten derzeit eines unserer größten Probleme. Sie müssen möglichst schnell gesenkt werden, damit Arbeit billiger wird und Arbeitsplätze geschaffen werden.“ (Clement, Tagesspiegel, 05.01.2003)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Arbeit in unserer Gesellschaft und führt in die zentrale These von Wolfgang Engler ein, dass Ostdeutschland als Avantgarde für einen Wandel weg von der klassischen Arbeitsgesellschaft dienen könnte.
2. Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert Arbeitslosigkeit, beschreibt ihre verschiedenen Formen und diskutiert das spezifische Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland im Vergleich zu den alten Bundesländern.
3. Die Mainstream Theorie: Es werden die neoliberalen Argumente dargelegt, die institutionelle Reformen (wie die Senkung der Lohnnebenkosten) als Mittel gegen die Arbeitslosigkeit propagieren.
4. Die Bürgergesellschaftstheorie: Dieses Kapitel stellt theoretische Alternativansätze vor, die das Ende der Erwerbsarbeitsgesellschaft thematisieren und Konzepte wie Bürgerarbeit oder bedingungslose Grundeinkommen diskutieren.
5. Die Ostdeutschen: Hier wird der spezifische Kontext der ostdeutschen Transformationserfahrung erläutert und Englers Theorie der „Avantgarde“ detailliert betrachtet.
6. Die Untersuchung: Das Kapitel beschreibt den empirischen Teil der Arbeit, inklusive der Fragestellung, der Methodik der Befragung von 60 Arbeitslosen in Leipzig sowie die Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Altersunterschieden.
7. Ausblick: Der Ausblick diskutiert globale Tendenzen zum Thema Grundeinkommen und fasst die Perspektiven für eine Diskussionsgrundlage jenseits traditioneller Erwerbsarbeit zusammen.
Arbeitsgesellschaft, Massenarbeitslosigkeit, Neoliberalismus, Bürgergesellschaftstheorie, Ostdeutschland, Transformationsprozess, Grundeinkommen, Arbeitszeitverkürzung, Sozialstaat, Erwerbsarbeit, Lohnnebenkosten, Empirische Untersuchung, Generationsunterschiede, Arbeitsmarktpolitik, prekäre Arbeit.
Die Arbeit untersucht kritisch den Wandel der Arbeitsgesellschaft und analysiert, ob ostdeutsche Arbeitslose als „Avantgarde“ für einen gesellschaftlichen Auszug aus der Erwerbsarbeitslogik fungieren könnten.
Die Arbeit verknüpft sozialtheoretische Diskurse über die Krise der Arbeitsgesellschaft mit einer empirischen Untersuchung über die Einstellungen von betroffenen Ostdeutschen zu Arbeit, sozialer Absicherung und neuen Arbeitsmodellen.
Das primäre Ziel ist es, die provokante These Wolfgang Englers empirisch zu hinterfragen, ob ostdeutsche Arbeitslose – aufgrund ihrer speziellen Sozialisation und Betroffenheit – offener für alternative Gesellschaftsentwürfe sind als jüngere, neoliberal geprägte Generationen.
Es wurde eine empirische Befragung von 60 arbeitslosen Personen des Arbeitsamtes Leipzig durchgeführt, bei der zwei Altersgruppen miteinander verglichen wurden, um Unterschiede in der Einstellung zur Arbeit und zu Bürgergesellschaftskonzepten zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des neoliberalen „Mainstream“-Diskurses versus der Bürgergesellschaftstheorie sowie in die Darstellung und Auswertung der empirischen Untersuchungsergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Arbeitsgesellschaft, Neoliberalismus, Grundeinkommen, Transformation, ostdeutsche Identität sowie die kritische Reflexion des aktuellen Arbeitsbegriffs.
Die Ergebnisse zeigen keine pauschale Avantgardeposition. Es ließen sich jedoch Unterschiede feststellen, etwa bei der Bewertung von Arbeitszeitverkürzungen oder der Bedeutung von Erwerbsarbeit, wobei die Älteren teilweise positiver auf alternative Konzepte reagierten.
Die Befragten äußerten sich skeptisch hinsichtlich der Realisierbarkeit, zeigten jedoch eine bemerkenswerte Offenheit gegenüber der Idee eines Grundeinkommens als Absicherung, auch wenn der Wunsch nach einer Erwerbstätigkeit weiterhin hoch bleibt.
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