Diplomarbeit, 2000
112 Seiten, Note: 1,0
1.Einleitung
2.Hamburgs Territorium und Staatsaufbau, Wirtschaft und Bevölkerung vom 17.Jahrhundert bis 1933
3. Die politische, soziale und wirtschaftliche Situation der jüdischen Einwohner Hamburgs bis 1933
3.1. Die Sephardim
3.2. Die Aschkenasim
3.2.1. Die Aschkenasim bis zum Ende des 18.Jahrhunderts
3.2.2. Die Aschkenasim in der Emanzipationszeit
3.2.3.Die Aschkenasim im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
4. Schulwesen in Hamburg
4.1. bis 1860
4.2.ab 1860
5. Jüdisches Schulwesen in Hamburg
5.1. Talmud-Tora-Schule
5.1.1.Von 1805 bis 1849
5.1.2. Von 1849 bis 1921
5.1.3. Von 1921 bis 1933
5.2. Israelitische Stiftungsschule von 1815
5.2.1 1815 -1848
5.2.2. Ära Rée
5.3 Israelitische Töchterschule
5.3.1. Die Vorläuferschulen 1798 - 1884
5.3.2 Die Ära Mary Marcus 1884 - 1924
5.3.3. Die Ära Alberto Jonas ab 1924
5.4. Höhere Mädchenschule von Dr. Jakob Loewenberg
5.4.1. Ereignis- und Organisationsgeschichte
5.4.2. Pädagogische Konzepte und Umsetzung
5.5. Bieberstraßen-Schule
6.Jüdisches Schulwesen ab 1933
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte und Pädagogik jüdischer Schulen in Hamburg im Zeitraum von der Emanzipationszeit bis zum Ende der Weimarer Republik. Das Hauptziel besteht darin, die Entwicklungslinien jüdischer Erziehungsvorstellungen unter dem Einfluss gesellschaftlicher Assimilierungstendenzen und reformpädagogischer Strömungen darzustellen.
3.2.1. Die Aschkenasim bis zum Ende des 18.Jahrhunderts
Die Anfänge der Geschichte der Hamburger Aschkenasim ist eng verbunden mit der Geschichte der Aschkenasim in Altona und Wandsbek sowie der sephardischen Gemeinde in Hamburg. Die ersten aschkenasischen Juden sind in Altona spätestens für das Jahr 1611 belegt, wahrscheinlich haben sie zu diesem Zeitpunkt bereits einige Jahre in diesem holsteinisch-schauenburgischen Ort gewohnt. Ob es sich bei diesen Zuzüglern um Einwanderer aus Osteuropa oder aus den wenigen verbliebenen Judengemeinden des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation handelte ist strittig. Seit 1612 genoss die rasch wachsende aschkenasische Gemeinde in Altona gegen Zahlung eines „Schutzgeldes“ durch ein „Generalgeleit“ Schutz-, Aufenthalts- und Erwerbsrechte sowie die Garantie der Religionsausübungsfreiheit durch den Landesherrn.
Ähnlich verhältnismäßig günstig waren die Rahmenbedingungen für jüdische Ansiedler in Wandsbek, einem Adligen Gut östlich von Hamburg. Seit 1621 sind in Wandsbek jüdische Bewohner urkundlich belegt. Die Ansiedlung von Aschkenasim in Hamburg stieß dagegen auf heftigen Widerstand der Geistllichkeit und der Bürgerschaft. Anders als bei den wirtschaftlichinteressanten Sephardim sahen die antisemitischen Kreise in Hamburg keinen Grund die ärmeren Aschkenasim, die zudem von vielen Einheimischen als lästige Konkurrenten empfunden wurden, in der Stadt zu dulden. Lediglich eine kleine Gruppe von aschkenasischen Dienstboten („Tudescos“) der Sephardim wurde toleriert, u.a., um die Zahl der christlichen Dienstboten in „portugiesischen“ Haushalten gering zu halten.
1.Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönlichen Beweggründe der Autorin und steckt den zeitlichen sowie räumlichen Rahmen der Untersuchung ab.
2.Hamburgs Territorium und Staatsaufbau, Wirtschaft und Bevölkerung vom 17.Jahrhundert bis 1933: Dieses Kapitel liefert den politischen und wirtschaftlichen Kontext, der die Lebensbedingungen für die jüdische Minderheit in Hamburg maßgeblich bestimmte.
3. Die politische, soziale und wirtschaftliche Situation der jüdischen Einwohner Hamburgs bis 1933: Der Autor beleuchtet die Geschichte der sephardischen und aschkenasischen Juden, ihre rechtliche Stellung sowie den Prozess der Emanzipation.
4. Schulwesen in Hamburg: Hier wird die allgemeine Entwicklung des Hamburger Schulwesens dargestellt, insbesondere der Übergang von einer privaten Angelegenheit hin zu einem staatlich regulierten System.
5. Jüdisches Schulwesen in Hamburg: Dieses Hauptkapitel widmet sich detailliert den verschiedenen jüdischen Schulen, ihren pädagogischen Konzepten und dem Wirken prägender Lehrerpersönlichkeiten.
6.Jüdisches Schulwesen ab 1933: Der abschließende inhaltliche Teil beschreibt die Ausgrenzung jüdischer Lehrer und Schüler sowie den Versuch, unter dem NS-Regime einen schützenden Schonraum aufrechtzuerhalten.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über das Ende des jüdischen Schulwesens in Hamburg und dem heutigen Gedenken an diese Geschichte.
Jüdische Geschichte, Hamburg, Emanzipation, Schulwesen, Reformpädagogik, Talmud-Tora-Schule, Israelitische Töchterschule, Assimilation, Jüdische Identität, Joseph Carlebach, Anton Rée, Jakob Loewenberg, Pädagogik, Deutsch-Israelitische Gemeinde, Weimarer Republik.
Die Arbeit analysiert die Geschichte und die pädagogischen Konzepte der jüdischen Schulen in Hamburg von Beginn der Emanzipationszeit bis zum Ende der Weimarer Republik im Jahr 1933.
Neben der allgemeinen Geschichte der Hamburger Juden stehen die spezifischen Ausprägungen jüdischer Erziehung, der Einfluss von Reformpädagogik, die soziale Integration und die institutionelle Organisation jüdischer Schulen im Mittelpunkt.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie jüdische Schulen einerseits Bildungsziele der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft aufnahmen und andererseits einen spezifisch jüdischen Schonraum zur Identitätsstärkung und zum Schutz vor Antisemitismus boten.
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Primärquellen (Archivbestände der Oberschulbehörde und der jüdischen Gemeinde) sowie einer Auswertung der einschlägigen Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der allgemeinen Schulgeschichte Hamburgs sowie eine detaillierte Darstellung einzelner jüdischer Schulen, darunter die Talmud-Tora-Schule, die Israelitische Töchterschule und die Loewenberg-Schule.
Die Begriffe Emanzipation, Identitätswahrung, Jüdisches Schulwesen und Reformpädagogik fassen die wesentlichen inhaltlichen Aspekte zusammen.
Carlebach gilt als einer der wichtigsten Schulleiter und als „Rabbi vom Grindel“. Er prägte die Schule entscheidend durch seine Vision einer Synthese von traditioneller jüdischer Tora-Treue und moderner Weltoffenheit.
Ab 1933 wurden jüdische Schulen zunehmend zu Rückzugsorten. Das Regime instrumentalisierte sie zunächst als Abschiebemöglichkeiten, bevor es den Schulbetrieb durch Repressionen und Verschleppungen bis 1942 endgültig zerschlug.
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