Diplomarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 2,7
I. Einleitung
II. Grundlagen
1. Begriffsbestimmung und Ausprägungen des Lifo-Verfahrens
2. Lifo-Verfahren im geltenden Steuerrecht
3. Lifo-Verfahren nach IAS 2
4. Anwendungsvoraussetzungen innerhalb eines eigenständigen Steuerbilanzrechts
III. Hauptproblemfelder bei Übernahme des Lifo-Verfahrens in ein eigenständiges Steuerbilanzrecht
1. Scheingewinneliminierung als Zielsetzung
1.1. Verfassungsmäßige Gesichtspunkte
1.1.1. Steuerbilanzielle Ausprägungen im geltenden Steuerrecht
1.1.2. Bilanzielle Ausprägungen in IAS 2
1.1.3. Ausprägungen innerhalb eines eigenständigen Steuerbilanzrechts
1.2. Problem der versteckten Subvention
1.2.1. Steuerbilanzielle Ausprägungen im geltenden Steuerrecht
1.2.2. Bilanzielle Ausprägungen in IAS 2
1.2.3. Ausprägungen innerhalb eines eigenständigen Steuerbilanzrechts
2. Bewertungsvereinfachung als Zielsetzung
2.1. Einklang mit den GoB
2.1.1. Steuerbilanzielle Ausprägungen im geltenden Steuerrecht
2.1.2. Bilanzielle Ausprägungen in IAS 2
2.1.2. Ausprägungen innerhalb eines eigenständigen Steuerbilanzrechts
2.2. Umfang und Gruppenbildung im Vorratsvermögen
2.2.1. Steuerbilanzielle Ausprägungen im geltenden Steuerrecht
2.2.2. Bilanzielle Ausprägungen in IAS 2
2.2.3. Ausprägungen innerhalb eines eigenständigen Steuerbilanzrechts
3. Zwischenergebnis
IV. Alternative Möglichkeiten der Vorratsbewertung in einem eigenständigen Steuerbilanzrecht
1. Lifo-Verfahren als Sonderregelung für bestimmte Wirtschaftsbereiche
2. Fifo-Verfahren
3. Durchschnittsbewertung
V. Zusammenfassendes Ergebnis
Die Diplomarbeit untersucht, ob das Lifo-Verfahren in ein künftiges eigenständiges Steuerbilanzrecht übernommen werden sollte. Dabei wird analysiert, inwieweit das Verfahren zur Scheingewinneliminierung geeignet ist und ob es den Anforderungen an eine objektive und praktikable Vorratsbewertung unter Berücksichtigung von IAS 2 sowie verfassungsrechtlicher Grundsätze entspricht.
1. Begriffsbestimmung und Ausprägungen des Lifo-Verfahrens
Das Lifo-Verfahren ist ein Bewertungsverfahren, das eine Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolge der zu bewertenden Wirtschaftsgüter dahingehend fingiert, dass die zuletzt beschafften Güter (last in) zuerst verbraucht oder verkauft werden (first out). Daraus ergibt sich, dass am Bewertungsstichtag die ältesten, d.h. die zuerst angeschafften Wirtschaftsgüter den Wertansatz des Endbestandes bestimmen. Das Lifo-Verfahren ist demnach eine Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolgenfiktion, die sich an zeitlichen Kriterien orientiert.
In der Praxis haben sich verschiedene, z.T. komplexe Lifo-Verfahren herausgebildet. Zunächst kann man das permanente Lifo-Verfahren und das Perioden-Lifo-Verfahren unterscheiden. Beim permanenten Lifo-Verfahren werden alle Zugänge und Abgänge laufend mengenmäßig und wertmäßig erfasst und somit bei jeder Bestandsänderung neue Bestandswerte nach der Lifo-Fiktion ermittelt.
Hingegen wird beim Perioden-Lifo-Verfahren der Bestand lediglich zum Ende einer Bewertungsperiode, also im Regelfall zum Ende des Wirtschaftsjahres, bewertet. Falls der Endbestand größer ist als der Anfangsbestand der Periode, kann dieser Mehrbestand für die darauffolgende Periode entweder mit dem Bestand aus dem Vorjahr zu einem neuen Gesamtbestand zusammengefasst werden (Gesamtbestandsverfahren) oder zukünftig als gesonderter Mehrbestand fortgeführt werden (Layerverfahren). Ein Minderbestand wird mit Preisen des Vorjahresbestandes bewertet. Wurden Layer gebildet, so sind die Minderbestände beginnend beim letzten Layer zu kürzen.
Das permanente und das Perioden-Lifo-Verfahren gehören zu den Lifo-Verfahren auf Mengenbasis, da hier stets Mengen (Zu- und Abgangsmengen beim permanenten Lifo-Verfahren und Inventurbestandsmengen beim Perioden-Lifo-Verfahren) verglichen werden.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Umbruch des deutschen Steuerbilanzrechts durch die Internationalisierung der Rechnungslegung und diskutiert die zunehmende Bedeutung von IAS als Ausgangspunkt für ein eigenständiges Steuerbilanzrecht.
II. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert das Lifo-Verfahren, erläutert die verschiedenen Ausprägungen und analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen im geltenden Steuerrecht sowie nach den internationalen Standards (IAS 2).
III. Hauptproblemfelder bei Übernahme des Lifo-Verfahrens in ein eigenständiges Steuerbilanzrecht: Hier werden intensiv die Scheingewinneliminierung als Zielsetzung sowie die Bewertungsvereinfachung untersucht, wobei die verfassungsrechtliche Zulässigkeit und die Eignung des Verfahrens zur Vermeidung von Subventionseffekten im Fokus stehen.
IV. Alternative Möglichkeiten der Vorratsbewertung in einem eigenständigen Steuerbilanzrecht: Dieses Kapitel prüft, ob das Lifo-Verfahren für bestimmte Branchen als Sonderfall taugt und vergleicht es mit dem Fifo-Verfahren sowie der Durchschnittsbewertung als mögliche Alternativen.
V. Zusammenfassendes Ergebnis: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass das Lifo-Verfahren als generelles Bewertungsverfahren nicht optimal geeignet ist und aufgrund seiner Komplexität und der Manipulationsanfälligkeit für ein eigenständiges Steuerbilanzrecht nicht zu empfehlen ist.
Lifo-Verfahren, Vorratsbewertung, Steuerbilanzrecht, Scheingewinneliminierung, Bewertungsvereinfachung, IAS 2, Nominalwertprinzip, Leistungsfähigkeitsprinzip, Gruppenbildung, Subvention, Anschaffungskosten, Perioden-Lifo, Permanentes Lifo, Steuerbilanzpolitik, Rechnungslegung
Die Arbeit analysiert die Eignung des Lifo-Verfahrens für die Vorratsbewertung in einem theoretisch zu konzipierenden, eigenständigen deutschen Steuerbilanzrecht.
Die Schwerpunkte liegen auf der steuerlichen Behandlung von Scheingewinnen durch Inflation, den Methoden der Bewertungsvereinfachung und der verfassungsrechtlichen Einordnung unter dem Gleichheitssatz.
Die zentrale Frage ist, ob das Lifo-Verfahren aufgrund seiner Wirkungsweise in ein eigenständiges Steuerbilanzrecht übernommen werden sollte oder ob es gegen dort geforderte Prinzipien wie Objektivität und Einfachheit verstößt.
Es handelt sich um eine betriebswirtschaftliche Analyse, die den Vergleich zwischen geltendem Steuerrecht und internationalen Standards (IAS 2) nutzt, um Schlussfolgerungen für ein künftiges, eigenständiges deutsches Steuerbilanzrecht abzuleiten.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Problemfeldern der Scheingewinneliminierung, dem Problem versteckter Subventionen, der GoB-Konformität des Lifo-Verfahrens sowie der Komplexität der Gruppenbildung im Vorratsvermögen.
Die wichtigsten Begriffe sind das Lifo-Verfahren (Last-in-First-out), die Vorratsbewertung, das Nominalwertprinzip, die Scheingewinneliminierung sowie das Streben nach einem eigenständigen Steuerbilanzrecht.
Das IASB hat das Lifo-Verfahren gestrichen, da es keine zuverlässige Information über die Ertragslage liefert und die internationale Vergleichbarkeit durch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten erschwert.
Ja, in der Arbeit wird argumentiert, dass das Verfahren aufgrund der Abkehr vom Nominalwertprinzip zu einer indirekten Subvention führen kann, da inflationsbedingte Schuldnergewinne steuerlich unberücksichtigt bleiben.
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