Diplomarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 2,2
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Drei Möglichkeiten der Struktur
3.1 Die erste Variante: Bundesagentur für Arbeit
3.2 Die zweite Variante: Arbeitsgemeinschaften
3.3 Die dritte Variante: Option
4 Organisation in Stuttgart
4.1 Das neue Leistungssystem ab 2005
4.2 Änderungen bei Wohnungslosen ab 2005
4.3 Job Center
4.4 Job Center U25
4.5 Sonderdienststelle für Menschen in Wohnungsnot
4.6 Bezirksämter
5 Die Projektgruppe der Jugendlichen
5.1 Standortbestimmung zur Ableitung der Kundengruppe
5.1.1 Die Dimensionen des Förderns
5.1.2 Die Dimensionen des Forderns
5.2 Kundengruppen
5.2.1 Markt- bzw. Informationskunden
5.2.2 Beratungskunden
5.2.2.1 Beratungskunden Aktivierung
5.2.2.2 Beratungskunden Förderung
5.2.3 Betreuungskunden
6 Hilfesystem für Wohnungslose in Stuttgart
6.1 Zentrale Fachstelle der Wohnungsnotfallhilfe
6.2 Fachberatungsstellen
6.2.1 Die Zentrale Beratungsstelle für junge Erwachsene
6.2.2 Fachberatungsstelle für Frauen
6.2.3 Fachberatungsstelle für Straffällige
6.3 Vollstationäre Einrichtungen
6.4 Teilstationäre Einrichtungen
6.5 Ambulant betreutes Wohnen
7 Grundsätze des Bundessozialhilfegesetzes vs. Grundsätze des Zweiten und Zwölften Sozialgesetzbuches
7.1 Inhalt der Sozialhilfe im BSHG
7.2 Aufgaben der Sozialhilfe im BSHG
7.3 Aufgaben und Ziele der Grundsicherung für Arbeitsuchende im SGB II
7.4 Aufgaben und Ziele der Sozialhilfe im SGB XII
8 Vorwort zum Fallbeispiel
9 Fallbeispiel: Nadja
9.1 Personenkreis
9.2 Einsetzen der Hilfe
9.3 Zuständigkeiten
9.3.1 Zuständigkeiten bei einem Wohnsitz in Stuttgart
9.4 Regelleistung bzw. Regelsatz
9.4.1 Prozentuale Aufteilung des Regelsatzes
9.4.1.1 Prozentuale Aufteilung des Regelsatzes im SGB II
9.4.1.2 Prozentuale Aufteilung des Regelsatzes im BSHG
9.5 Mehrbedarf
9.5.1 Mehrbedarf Schwangerschaft
9.5.2 Mehrbedarf für Alleinerziehende
9.5.3 Mehrbedarf bei Alleinerziehenden mit vier Kindern, wovon eines älter als 16 Jahre ist
9.6 Einmalige Leistungen/Pauschalierung
9.7 Unterkunftskosten
9.7.1 Übersicht der Mietobergrenzen in Stuttgart
9.7.1.1 Ein Rechenbeispiel
9.7.2 Unterbringung im Neeffhaus
9.8 Hilfeplan bzw. Gesamtplan
9.9 Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit
9.9.1 Gemeinsame Einigungsstelle
9.10 Eingliederungsvereinbarung
9.10.1 Verwaltungsakt
9.11 Sanktionen
9.11.1 Nicht ausreichende Eigenbemühungen
9.11.2 Verweigerung zumutbarer Arbeit
9.11.3 Weigerung einen Vorstellungstermin wahrzunehmen
9.11.3.1 Fristen der Sanktionen
9.11.4 Abschreckendes oder provokantes Verhalten beim Vorstellungsgespräch
9.11.5 Weigerung der Fortführung einer Arbeit
9.12 Einkommen und Vermögen
9.12.1 Einkommenseinsatz
9.12.2 Vermögenseinsatz
9.13 Weitervermittlung in eine vollstationäre Einrichtung
10 Kritische Auseinandersetzung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der Reform der Grundsicherung (Hartz IV) auf junge Wohnungslose am Beispiel des Hilfesystems in Stuttgart. Ziel ist es, die Veränderungen in der sozialen Sicherung gegenüber dem vormaligen Bundessozialhilfegesetz (BSHG) kritisch zu beleuchten und anhand eines Fallbeispiels die komplexen Zuständigkeitsstrukturen sowie die Auswirkungen der neuen Gesetzgebung auf Betroffene darzustellen.
9.11.4 Abschreckendes oder provokantes Verhalten beim Vorstellungsgespräch
Wie oben bereits erwähnt teilte Nadja ihrem PAP mit, dass sie keine Arbeitsgelegenheit möchte. Nachdem sie der PAP über die rechtlichen Folgen informiert hat, beschließt sie zum anberaumten Vorstellungstermin zu erscheinen.
Nadja erscheint zum Vorstellungsgespräch in schmutziger, zerschlissener und schlampiger Kleidung. Kurz zuvor hat sie sich Apfelkorn an der Tankstelle besorgt und trinkt diesen. Während des Gesprächs setzt sie alles daran, den schlimmsten Eindruck entstehen zu lassen, worauf sie diese Arbeitsgelegenheit nicht bekommt. Ihr zukünftiger Chef meldet der Agentur für Arbeit zurück, dass er auf solche Mitarbeiter verzichten kann.
1 Vorwort: Der Autor schildert seine Motivation zur Themenwahl durch das Praktikum in der Zentralen Beratungsstelle für junge Erwachsene in Stuttgart vor dem Hintergrund der Hartz-IV-Einführung.
2 Einleitung: Die Einleitung umreißt die mediale und politische Debatte um Hartz IV und erläutert den Aufbau der Arbeit, die sowohl die theoretischen Grundlagen als auch ein praktisches Fallbeispiel umfasst.
3 Drei Möglichkeiten der Struktur: Dieses Kapitel beschreibt die durch den Bund vorgegebenen Organisationsformen der Grundsicherung, von der Bundesagentur für Arbeit über Arbeitsgemeinschaften bis zur Optionsvariante.
4 Organisation in Stuttgart: Hier werden die spezifischen Änderungen im Stuttgarter Hilfesystem und die neue Zuständigkeitsverteilung ab 2005 detailliert dargelegt.
5 Die Projektgruppe der Jugendlichen: Das Kapitel erläutert die Systematisierung junger Arbeitsuchender in verschiedene Kundengruppen durch die Agentur für Arbeit zur individuellen Integrationsförderung.
6 Hilfesystem für Wohnungslose in Stuttgart: Diese Sektion bietet einen Überblick über das Stuttgarter Hilfsangebot, inklusive der Aufgaben der Zentralen Fachstelle, verschiedener Fachberatungsstellen sowie stationärer und ambulanter Wohnformen.
7 Grundsätze des Bundessozialhilfegesetzes vs. Grundsätze des Zweiten und Zwölften Sozialgesetzbuches: Ein systematischer Vergleich der rechtlichen Grundlagen zwischen dem alten BSHG und dem neuen SGB II sowie SGB XII.
8 Vorwort zum Fallbeispiel: Der Autor erläutert die methodische Herangehensweise des konstruierten Fallbeispiels "Nadja" zur Verdeutlichung der gesetzlichen Änderungen.
9 Fallbeispiel: Nadja: In diesem umfangreichen Praxisteil werden sämtliche Aspekte der Hilfeleistung, von der Zuständigkeit über Regelsätze und Mehrbedarfe bis hin zu Sanktionen, anhand der Lebenssituation von Nadja im direkten Vergleich (SGB II vs. BSHG) analysiert.
10 Kritische Auseinandersetzung: Der Autor zieht ein kritisches Fazit zur Reform, hinterfragt die Versprechen von "Hilfen aus einer Hand" und analysiert die praktischen Probleme bei der Umsetzung für die Betroffenen und die Mitarbeiter.
Hartz IV, Grundsicherung, Wohnungslose, Hilfesystem Stuttgart, SGB II, SGB XII, BSHG, Eingliederungsvereinbarung, Arbeitslosengeld II, junge Erwachsene, Sanktionen, Regelsatz, Mehrbedarf, Fallbeispiel, soziale Integration
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Hartz-IV-Reform auf junge wohnungslose Menschen in Stuttgart und vergleicht das neue System (SGB II/XII) mit der früheren Rechtslage (BSHG).
Zu den Schwerpunkten zählen die Organisationsstrukturen der Grundsicherung, das Stuttgarter Hilfesystem für Wohnungslose, die Kategorisierung junger Hilfesuchender in Kundengruppen sowie ein detaillierter Rechtsvergleich.
Das Ziel ist es, die praktischen Auswirkungen der Reform für junge Erwachsene aufzuzeigen, die Komplexität der neuen Zuständigkeiten transparent zu machen und zu bewerten, ob die Ziele der Reform in der Praxis erreicht werden.
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagenanalysen mit einem detaillierten Fallbeispiel ("Nadja"), das reale Problemlagen widerspiegelt und die Gesetzesänderungen konkret gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Organisationsstrukturen und des Hilfesystems sowie in eine detaillierte Fallanalyse, die Leistungsansprüche, Sanktionen und Einkommensanrechnungen vergleichend betrachtet.
Schlüsselbegriffe sind Hartz IV, Grundsicherung, Wohnungslosigkeit, SGB II, Eingliederungsvereinbarung und soziale Beratung.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Prozess durch die Neuorganisation komplizierter wurde, da nun oft verschiedene Stellen für Unterkunft, Betreuung und Regelleistungen kontaktiert werden müssen, was die Hilfeleistung für die Betroffenen erschwert.
Der Autor kritisiert die Einseitigkeit der Vereinbarung, den hohen Druck durch Sanktionen sowie die Tatsache, dass die Agentur für Arbeit oft nur in Arbeitsgelegenheiten vermitteln kann, statt eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten.
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