Bachelorarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Männlichkeit in der Theorie
2.1 Männlichkeit(en): eine erste Definition
2.2 Männlichkeit aus soziologischer Perspektive
2.3 Männlichkeit aus literaturwissenschaftlicher Perspektive
2.4 Die Krise der Männlichkeit
2.5 Das Männerbild der 1950er
2.5.1 Der schwache Mann
2.5.2 Der starke Mann
3. Analyse
3.1 Hans Beumann
3.2 Dr. Alf Benrath
3.3 Dr. Alexander Alwin
3.4 Harry Büsgen und Claude
4. Schluss
Die Arbeit untersucht das Männerbild der 1950er Jahre in Martin Walsers Debütroman "Ehen in Philippsburg", indem sie hegemoniale Männlichkeitsvorstellungen, die Krise der Männlichkeit und deren Auswirkung auf das soziale Handeln der männlichen Protagonisten analysiert.
3.1 Hans Beumann
Beumann durchlebt den ganzen Roman über einen Prozess. Er wird vorgestellt als angehender Journalist, der mit einer Empfehlung eines Professors direkt nach dem Studium auf eine Karriere in Philippsburg hofft. Vor dem Eintritt in die Philippsburger Gesellschaft ist Beumann durch und durch unsicher und fühlt sich stetig als Fremdkörper in der Gesellschaft. Er spürt eine deutliche Veränderung in sich selbst im Vergleich zu seinem vorherigen Ich auf dem Land und lebt in eine Krise, die ihn noch unsicherer und weniger zugehörig macht. In dieser Zeit trägt er den Großteil des Kampfes um den Titel des ‚Mannes‘ aus. Während des Eintritts, durch seinen Job und seine einflussreichen Bekannten fühlt er sich mächtiger und stärker. Trotz seiner immer stärker werdenden Identität als ‚Mann‘ fühlt er sich immer noch sehr unsicher und verfällt immer wieder in seine Krise. Als er dann endlich in die Gesellschaft aufgenommen wird und sogar als ‚Chevalier‘ des Sebastians zählt, verhält er sich wie die restlichen Männer der Gesellschaft, er ist nun gewaltbereit und empfindet keine Scheu vor Betrug und Lügen. Diese Veränderung nimmt auch Marga wahr, weswegen sie ihn nun bewundert und ihn mit zu sich nimmt, was Beumann anfangs verwehrt bleibt.
1. Einleitung: Vorstellung des Romans als zeitgemäße Analyse einer oberflächlichen Gesellschaft und Festlegung der Analysefokus auf männliche Identitätskrisen.
2. Männlichkeit in der Theorie: Erläuterung soziologischer und literaturwissenschaftlicher Ansätze, insbesondere des Konzepts der hegemonialen Männlichkeit sowie der Krise des Mannes in den 1950er Jahren.
3. Analyse: Detaillierte Untersuchung der männlichen Figuren Hans Beumann, Dr. Alf Benrath, Dr. Alexander Alwin sowie Harry Büsgen und Claude im Hinblick auf deren Krisen und Rollenverhalten.
4. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse, wonach die als stark geltenden Männer ihre Schwächen durch ein Lügenkonstrukt ("Theater") kaschieren.
Männlichkeit, Hegemoniale Männlichkeit, Martin Walser, Ehen in Philippsburg, Identitätskrise, Männerbild der 1950er, Rollenspiel, Schwacher Mann, Starker Mann, Sozialer Aufstieg, Gesellschaftsanalyse, Marginalisierung, Patriarchat, Literaturwissenschaft, Geschlechterrollen.
Die Bachelorarbeit analysiert das Männerbild der 1950er Jahre in Martin Walsers Debütroman "Ehen in Philippsburg" und hinterfragt die vermeintliche Stärke der männlichen Protagonisten.
Zentrale Themen sind die hegemoniale Männlichkeit, Identitätskrisen von Männern in der Nachkriegsgesellschaft, soziale Konformität und die Abgrenzung zum "Anderen" (Marginalisierten).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die männlichen Charaktere hinter einer Fassade von vermeintlicher Stärke ihre individuelle Unsicherheit durch soziale Rollenspiele und Gewalt kompensieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt durch soziologische Männlichkeitstheorien von Autoren wie Raewyn Connell und Walter Erhart.
Der Hauptteil analysiert die Figuren Hans Beumann, Dr. Alf Benrath, Dr. Alexander Alwin sowie Harry Büsgen und Claude und untersucht deren Krisen und Bewältigungsstrategien.
Wichtige Begriffe sind hegemoniale Männlichkeit, Identitätskrise, Rollenspiel, das "Ein-Mann-Theater", Anpassung und die Dichotomie von starkem und schwachem Mann.
Während Beumann als Neuling einen schmerzhaften Integrationsprozess in die Gesellschaft durchläuft, verkörpert Benrath bereits die etablierte, aber durch eine tiefe Identitätskrise und Langeweile bedrohte hegemoniale Männlichkeit.
Das Theater dient den Männern als Überlebensstrategie, um ihre innere Schwäche und Unsicherheit zu verbergen und den Erwartungen der gesellschaftlichen Rolle als "echter Mann" zu entsprechen.
Sie werden marginalisiert, weil sie durch ihre Homosexualität oder ihr "weibliches" Auftreten nicht dem hegemonialen Bild des dominanten, heterosexuellen Mannes entsprechen und somit das Rollenbild der anderen Männer stören.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Männer, die sich als "stark" präsentieren, innerlich schwach sind und ihre Schwäche lediglich durch ein komplexes, lügenhaftes Rollenspiel verdecken.
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