Bachelorarbeit, 2013
61 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Geschlechterideologien in der rechten Szene
2.1. Rechtsextremismus
2.2. Einführung in den Forschungsstand
2.3. Polares Geschlechtermodell
2.4. Egalitäres Geschlechtermodell
3. Zwischenfazit
4. Die Darstellung krimineller Frauen in den Medien
5. Methode
5.1. Wissenssoziologische Diskursanalyse
5.2. Diskursbegriff
6. Empirische Untersuchungen
6.1. Planung und Durchführung der Erhebung
6.1.1. Das Material
6.1.1.2. Vorstellung der analysierten Zeitungen
6.1.2. Der Zeitraum
6.1.3. Theoretische Verallgemeinerung am Einzelfall
6.2. Vorgehensweise zur Analyse
6.2.1. Das Prinzip der Sequenzialität
6.2.2. Diskursstränge
7. Analyse
7.1. Analyse Online-Ausgabe BILD, Artikel: Beate Zschäpe, die gefährliche Mitläuferin
7.2. Analyse Zeit Online, Dossier: Beate, die braune Witwe
7.3. Analyse Online-Ausgabe taz, Kommentar: Der vielsagende Auftritt der Beate Z.
7.4. Analyse Print-Ausgabe Die Welt, Kommentar: Zschäpes Auftritt
8. Erstellung der Gesamtanalyse
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer wissenssoziologischen Diskursanalyse, wie Beate Zschäpe, das einzige weibliche Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), in überregionalen Print- und Onlinemedien dargestellt wird. Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche diskursiven und stilistischen Mittel genutzt werden, um Zschäpe im Kontext der Terrorzelle zu verorten, und ob dabei stereotype Geschlechterbilder aus der rechten Szene oder gesellschaftliche Klischees über kriminelle Frauen reproduziert werden.
Die Darstellung krimineller Frauen in den Medien
Folgend soll auf die Massenmedien und deren Umgang mit der Darstellung von kriminellen Frauen sowie auf das Frauenbild der Gesellschaft im Allgemeinen eingegangen werden. Insbesondere durch die Erkenntnisse über das Trio des NSU erfolgte eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit über die Rolle der Frauen in der rechten Szene. Anhand von Beate Zschäpe wird durch die Diskursanalyse, die in Anlehnung an Reiner Keller erfolgt, die Rolle der Frau näher betrachtet, um überprüfen zu können, ob sich die aufgezeigten Geschlechtermodelle in Print- und Onlinemedien wiederfinden lassen. Anschließend wird kurz der Begriff Geschlecht erläutert und wie dieser in der vorliegenden Arbeit verstanden wird.
Die Medien sind ein wichtiger und einflussreicher Bestandteil zur sozialen Konstruktion der Geschlechterrollen. Als Produzenten von Realität und Spiegel der Öffentlichkeit zeigen sie auf, welche Rollen und Bilder Frauen und Männer in der jeweiligen Gesellschaftsschicht vertreten.
1. Einleitung: Einführung in den "Fall Beate Zschäpe", Darlegung der Forschungsfragen zur medialen Rollenkonstruktion und Überblick über die Relevanz der Thematik.
2. Geschlechterideologien in der rechten Szene: Theoretische Auseinandersetzung mit Frauenbildern im Rechtsextremismus, insbesondere durch die Modelle von Renate Bitzan.
3. Zwischenfazit: Zusammenführung der theoretischen Geschlechtermodelle und deren Relevanz für das Verständnis der Rolle von Frauen in der heutigen rechten Szene.
4. Die Darstellung krimineller Frauen in den Medien: Analyse, wie Medien traditionelle Geschlechterrollen und Klischees bei der Berichterstattung über weibliche Kriminalität konstruieren.
5. Methode: Erläuterung der wissenssoziologischen Diskursanalyse nach Reiner Keller und Definition der zentralen Begriffe für die empirische Arbeit.
6. Empirische Untersuchungen: Beschreibung des methodischen Vorgehens, der Auswahl des Datenkorpus sowie der Kriterien für die Materialerhebung.
7. Analyse: Detaillierte Diskursanalyse von vier spezifischen Artikeln aus BILD, Zeit, taz und Die Welt zur medialen Darstellung von Zschäpe.
8. Erstellung der Gesamtanalyse: Synthese der Einzelergebnisse und Reflexion der medialen Konstruktion von Zschäpes Bild als "Mitläuferin" oder "Aktivistin".
9. Fazit: Resümee der Arbeit, das die Ambivalenz der Berichterstattung hervorhebt und den Wandel der Frauenrolle im Rechtsextremismus kritisch reflektiert.
Beate Zschäpe, NSU, Rechtsextremismus, Diskursanalyse, Medienberichterstattung, Geschlechterrollen, Frauenkriminalität, Wissenssoziologie, Nationalsozialistischer Untergrund, Gender, Klischees, Mediale Konstruktion, Politische Identität, Mittäterinnenschaft, Radikalisierung.
Die Arbeit untersucht, wie die Medien die Rolle von Beate Zschäpe im Kontext der NSU-Terrorzelle konstruieren und ob dabei stereotype oder moderne Geschlechterbilder verwendet werden.
Die Untersuchung deckt die Themen Geschlechterideologien im Rechtsextremismus, Frauenkriminalität sowie die Rolle der Medien als Konstrukteure sozialer Realität ab.
Das Ziel ist die Analyse der medialen Berichterstattung, um zu verstehen, ob Zschäpe in traditionelle Rollenmuster (z.B. "Heimchen am Herd") gedrängt oder als "Drahtzieherin" wahrgenommen wird.
Die Autorin nutzt die wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA) nach Reiner Keller, um die Texte systematisch auf ihre Bedeutungsproduktion hin zu untersuchen.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung über Frauen im Rechtsextremismus als auch die konkrete empirische Analyse von Zeitungsartikeln (BILD, Zeit, taz, Die Welt).
Kernbegriffe sind NSU, Rechtsextremismus, Diskursanalyse, Medienberichterstattung, Gender und die Konstruktion von Geschlechterrollen.
Oft wird Zschäpe auf ihre private Rolle reduziert oder ihre Handlungen werden durch vermeintliche emotionale Abhängigkeiten von ihren männlichen Komplizen erklärt, was zu einer Entpolitisierung führt.
Dieser Begriff wird in einem der analysierten Kommentare genutzt, um Zschäpes Fähigkeit zu beschreiben, ein normales Leben im Vordergrund aufrechtzuerhalten, während sie im Hintergrund terroristische Strukturen unterstützte.
Indem Medien wiederholt auf ihre Beziehungen zu Mundlos und Böhnhardt eingehen und sie mit Titeln wie "Terror-Braut" belegen, wird sie eher als Objekt männlicher Begierde oder Abhängigkeit wahrgenommen, statt als politisch handelnde Person.
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