Bachelorarbeit, 2016
54 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Urbanisierung im 19. Jahrhundert und ihre demographischen und ökonomischen Ursachen
2.2 Herausbildung einer neuen sozialen Gruppe: Das Industrieproletariat
3. Die Situation in Berlin
3.1 Die Entwicklung in Deutschland
3.2 Voraussetzungen für die Entstehung der Arbeiterquartiere
3.3 Die Wohnsituation der Berliner Arbeiterschaft
3.3.1 Die baulichen Merkmale der Arbeiterquartiere
3.3.2 Der Erfahrungshorizont in den Berliner Arbeiterquartieren
3.4 Die Gründe für die Situation der Berliner Arbeiterschaft und verschiedene Lösungsansätze
3.4.1. Wirtschaftliche Überlegungen
3.4.2 Das Problemfeld zwischen Hobrecht-Plan und der Baupolizeiordnung von 1853
3.4.3 Die politischen Gründe und die Anfänge staatlicher Wohnungspolitik
3.4.4 Der Aufbau des politischen Systems in Preußen
3.4.5 Die Ansätze der Wohnungsreformer
4. Die Situation in London
4.1 Die Entwicklung in Großbritannien
4.2 Die Wohnungssituation der Londoner Arbeiterschaft
4.2.1 Die Entwicklung der Wohnungssituation der Arbeiterschaft
4.2.2 Die baulichen Besonderheiten der englischen Stadt
4.3 Die Gründe für die Situation der Londoner Arbeiterschaft und verschiedene Lösungsansätze
4.3.1 Ökonomische und stadtplanerische Ursachen
4.3.2 Die politische und verwaltungstechnische Organisation Londons
4.3.4 Strukturelle Probleme und Lösungsvorschläge
4.3.5 Suburbanisation und Gartenstadtbewegung als Lösung?
5. Vergleich zwischen Berlin und London
6. Fazit
Die vorliegende Untersuchung vergleicht die Wohnsituation der Arbeiterschaft in den beiden europäischen Metropolen Berlin und London um das Jahr 1900, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Entwicklung sowie den darauf reagierenden Lösungsansätzen herauszuarbeiten.
Die baulichen Merkmale der Arbeiterquartiere
Adelheid von Saldern unterscheidet grundsätzlich zwei Typen von Arbeiterquartieren. Einen dieser Typen beschreibt sie als „Zonen in Transition“. Diese entstehen durch die Entwicklungen, welche damals schon unter dem Begriff Citybildung zusammengefasst wurden. Hierunter versteht man die zunehmende strukturelle Veränderung des alten Zentrums einer wachsenden Stadt. Dieser heterogene, durch niedrige Häuser geprägte Stadtkern war vormals sowohl Arbeits- als auch Wohnstätte für verschiedene soziale Gruppen. In ihnen waren Gewerbe und Handel ebenso verbreitet wie Verwaltung und Dienstleistungsbetriebe. Im Zuge des Wachstums wird dieser zentrale Stadtraum immer stärker zu einem repräsentativen Raum. Kleinere Gewerbe, Kaufleute und Handelsbetriebe werden durch die steigenden Mieten in weiter außenstehende Bezirke verdrängt. In der Innenstadt siedeln sich immer kapitalkräftigere Branchen an, wie Banken, Kaufhäuser und Versicherungsbetriebe. Das Verhältnis zwischen Wohn- und Büroraum verschiebt sich sich immer stärker zu Gunsten des Büros beziehungsweise der Gewerbefläche. Auch die großen Industrieunternehmen wandern aus dem Zentrum ab, in Berlin beispielsweise die Firma Siemens. Diese verlegte ihre Produktion im Jahr 1883 zunächst aus dem Stadtkern Berlins nach Charlottenburg und dann 1905 noch weiter weg in die neu gegründete Siemensstadt. Dieser Prozess der Citybildung führt zu einer Verdrängung der Wohnbevölkerung aus den betroffenen Teilen der Innenstadt. Doch während die wohlhabenderen Schichten in attraktive Vororte umsiedeln konnten, war es den einkommensschwachen Bevölkerungsteilen nicht einfach möglich, in weiter von ihrem Arbeitsplatz entfernte Gegenden umzusiedeln. So entstanden um die City herum sogenannte „Zonen in Transition“. Diese Quartiere zeichneten sich durch eine alte Bausubstanz aus, die aufgrund des steigenden Wohnraumbedarfs immer weiter verdichtet wurden. Auf die vormals ein- bis zweistöckigen Häuser wurden einfach weitere Stockwerke „aufgesetzt“, Hinterhöfe und Gärten wurden mit Hinter- und Quergebäuden versehen. Die Bausubstanz war dabei im Allgemeinen sehr schlecht. Das häufig noch aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit stammende Straßensystem, bestehend aus kleinen, schmalen und verwinkelten Gassen verschlimmerte die Lage zusätzlich.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik der Wohnungsfrage im 19. Jahrhundert ein und begründet den Vergleich zwischen Berlin und London.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt die demographischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Urbanisierung sowie die Entstehung des Industrieproletariats.
3. Die Situation in Berlin: Es wird die spezifische bauliche und soziale Entwicklung der Berliner Arbeiterquartiere sowie die politische Rahmenbedingungen analysiert.
4. Die Situation in London: Dieses Kapitel beleuchtet die industrielle Entwicklung Londons sowie die dortigen stadtplanerischen Ansätze und Lösungsstrategien.
5. Vergleich zwischen Berlin und London: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Metropolen hinsichtlich ihrer Wohnverhältnisse und Verwaltungssysteme gegenübergestellt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die stadtplanerischen und politischen Unterschiede im Umgang mit der Wohnungsnot zusammen.
Wohnungsfrage, Arbeiterschaft, Urbanisierung, Industrieproletariat, Berlin, London, Stadtplanung, Mietskaserne, Slums, Hobrecht-Plan, Sozialpolitik, Wohnungsreformer, Mietverhältnisse, Citybildung, Infrastruktur
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die Problematik der Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft in Berlin und London während der Zeit der Hochindustrialisierung um 1900.
Die zentralen Themen umfassen die Urbanisierung, die Entstehung der sozialen Schicht der Industriearbeiter, stadtplanerische Maßnahmen sowie die Rolle staatlicher und kommunaler Wohnungspolitik.
Ziel ist es, die spezifischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Umgang beider Städte mit der Wohnungsnot herauszuarbeiten und die jeweiligen administrativen und politischen Ansätze zu vergleichen.
Die Arbeit nutzt eine kritische Auseinandersetzung mit historischer Fachliteratur sowie die Auswertung von Zeitzeugenberichten, um die Lebenswirklichkeit der Arbeiter nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Situation in Berlin und London, wobei jeweils die historische Entwicklung, die baulichen Gegebenheiten der Arbeiterviertel und die politischen Lösungsansätze detailliert besprochen werden.
Zu den prägenden Begriffen gehören Wohnungsfrage, Urbanisierung, Mietskaserne, Slums sowie die Rolle der kommunalen Selbstverwaltung in beiden Metropolen.
Der Hobrecht-Plan von 1862 legte die straßenbaulichen Grundlagen für das Berliner Wachstum, förderte jedoch durch eine fehlende Baupolizeiordnung die Entstehung der berüchtigten, dicht bebauten Mietskasernen.
London verfügte mit dem London County Council (LCC) früh über eine effektivere, verwaltungstechnische Einheit zur Stadtplanung, während Berlin stärker durch kleinteilige Zuständigkeiten und das preußische Dreiklassenwahlrecht geprägt war.
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