Bachelorarbeit, 2015
40 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der orator perfectus
2.1. Bildungsanforderungen
2.2. Rhetorische Fähigkeiten
2.3. Persönlichkeit des Redners
2.4. Rednerideal und Moral
2.5. Rednerische Pflichten
2.6. Naturanlage und Ausbildung
2.7. Wozu das Ideal?
2.8. Die Rolle des Redners im Staat
2.9. Das Verhältnis von Philosophie und Rhetorik
3. Weiterwirken des orator perfectus bei Quintilian
4. Conclusio
Die vorliegende Arbeit untersucht Ciceros Ideal des „orator perfectus“ anhand seiner rhetorischen Schriften. Ziel ist es, die vielfältigen Anforderungen an den idealen Redner – von umfassender Bildung über rhetorische Techniken bis hin zu moralischen Aspekten – zu einem einheitlichen Konzept zusammenzuführen und das Verhältnis zwischen Rhetorik und Philosophie sowie die Wirkung auf nachfolgende Generationen, insbesondere Quintilian, zu analysieren.
2.1. Bildungsanforderungen
Ein wahrer Redner nach Ciceros Auffassung ist äußerst selten (boni perdiu nulli … oratores invenirentur, de orat. I, 8), vielleicht hat es ihn sogar nie gegeben: ne fuerit (orat. 101). Unter allen Disziplinen ist Vollendung in der Rhetorik am schwierigsten zu erreichen: plures in omnibus rebus quam in dicendo admirabiles (de orat. I, 6). Das liegt daran, dass Redefähigkeit alleine bei Weitem nicht ausreicht. Possit dicere (s. o.) impliziert für Cicero „können“ und „wissen“ auf hohem Niveau:
Sin oratoris nihil vis esse nisi composite, ornate, copiose loqui, quaero, id ipsum qui possit adsequi sine ea scientia, quam ei non conceditis? Dicendi enim virtus, nisi ei, qui dicet, ea, quae dicet, percepta sunt, exstare non potest (de orat. I, 48).
Daraus ergibt sich eine Forderung nach (theoretischer) Bildung, und zwar in allen Disziplinen, da es kein Gebiet gibt, über das der Redner nicht sprechen kann (bzw. sprechen können soll): oratorem plenum atque perfectum esse eum, qui de omnibus rebus possit copiose varieque dicere (de orat. I, 59). Umfassende Bildung ist für Cicero untrennbar mit der Redefähigkeit verbunden. Nicht nur heißt es zu Beginn von Buch II von De oratore:
illud autem est huius institutae scriptionis ac temporis, neminem eloquentia non modo sine dicendi doctrina, sed ne sine omni quidem sapientia florere umquam et praestare potuisse (de orat. II, 5).
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit einer Analyse des Rednerideals bei Cicero und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Der orator perfectus: Dieses Hauptkapitel expliziert die vielfältigen Anforderungen, die Cicero an den vollkommenen Redner stellt, wobei die Bereiche Bildung, Rhetorik, Persönlichkeit, Moral, Pflichten, Begabung, das Ideal an sich sowie die gesellschaftliche Rolle und das Verhältnis zur Philosophie detailliert behandelt werden.
3. Weiterwirken des orator perfectus bei Quintilian: Hier wird untersucht, wie Quintilian Ciceros Rednerideal in der Kaiserzeit aufgriff, modifizierte und durch seine pädagogische Perspektive neu akzentuierte.
4. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die anhaltende Bedeutung des Rednerideals als pädagogisches Instrument sowie dessen enge Verknüpfung mit dem politischen Kontext.
Cicero, Orator perfectus, Rhetorik, Eloquentia, Rednerideal, Quintilian, Philosophie, De oratore, Orator, Redepflichten, Ausbildung, Politische Rolle, Ingenium, Doctrina, Exercitatio
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Ciceros Ideal des „orator perfectus“, also des vollkommenen Redners, wie er es in seinen rhetorischen Schriften konzipiert hat.
Zentrale Themen sind die Anforderungen an Bildung und Fachwissen des Redners, seine rhetorischen Techniken, die ethische Dimension seiner Tätigkeit und sein Wirken im politischen System der römischen Republik.
Das Ziel ist es, aus den zahlreichen Anforderungen und Definitionen Ciceros ein einheitliches theoretisches Konzept des idealen Redners zu destillieren und dessen praktische Relevanz sowie historische Tradition zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer philologischen Analyse ausgewählter rhetorischer Quellenschriften Ciceros, ergänzt durch eine vergleichende Betrachtung der Rezeption bei Quintilian.
Im Hauptteil werden die einzelnen Facetten des orator perfectus analysiert: Bildungsanforderungen, rhetorische Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale, Moralvorstellungen, rednerische Pflichten, das Zusammenspiel von Naturanlage und Ausbildung sowie das Verhältnis zur Philosophie.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rhetorik, Eloquentia, orator perfectus, politische Rolle, Ausbildung, Philosophie, Cicero und Quintilian charakterisiert.
Während bei Cicero die politische Funktion und die republikanische Freiheit im Vordergrund stehen, weist Quintilians Ideal eine stärkere restaurative, ethische Note auf, da er in der Kaiserzeit unter veränderten politischen Rahmenbedingungen schreibt.
Die Philosophie liefert für Cicero das notwendige fundierte Allgemeinwissen und die ethische Basis, wobei er eine Einheit von res (Sache/Philosophie) und verba (Wort/Rhetorik) fordert, die in der Praxis jedoch oft durch eine künstliche Trennung der Disziplinen gestört wurde.
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