Magisterarbeit, 2004
114 Seiten, Note: 2,1
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
2 Besonderheiten der Marktkommunikation von Bestattungsinstituten
2.1 Bestattungsinstitute in Deutschland
2.2 Marktkommunikation von Bestattungsinstituten
2.3 Ethische Überlegungen
2.4 Rechtliche Aspekte
3 Persuasion in der Marktkommunikation von Bestattungsinstituten
3.1 Grundlagen der Persuasion
3.2 Angst- und Verantwortungsappelle
3.2.1 Einordnung und Definition
3.2.2 Verwendung und Wirkung
3.2.3 Einflussgrößen auf die Wirkung
3.2.4 Unerwünschte Nebenwirkungen und Abwehrreaktionen
3.3 Weitere theoretische Grundlagen
3.3.1 Involvement als intervenierende Variable
3.3.2 Elaboration Likelihood-Modell
3.3.3 Darstellung des Wirkungsprozesses
3.4 Entwicklung eines integrierten Modells
4 Hypothesen und Forschungsfragen
5 Untersuchungsmethode
5.1 Forschungsdesign
5.2 Stimulus
5.3 Fragebogen
5.4 Durchführung
5.5 Stichprobe
6 Ergebnisdarstellung und -interpretation
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Angst- und Verantwortungsappellen in der Marktkommunikation von Bestattungsinstituten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Erkenntnisse der Werbewirkungsforschung – insbesondere zur Persuasion mittels solcher Appelle – auf die sensible Branche der Bestattungsdienstleistungen übertragbar sind, ohne Abwehrreaktionen bei den Rezipienten auszulösen.
3.2.1 Einordnung und Definition
In der Psychologie wird Angst als eine Empfindung der Bedrohung im Gegensatz zu Furcht bezeichnet, die eine emotionale Reaktion auf eine spezifische, bewusst wahrgenommene und identifizierte Gefahr darstellt. Furcht wird von einem bestimmten Objekt ausgelöst und hat eine gerichtete Fluchttendenz zur Folge. Angst ist demgegenüber unbestimmt und gegenstandslos, der Betroffene kann nur vor sich selbst fliehen (Kuhlmann 1990, S. 400). Bänsch (1996, S. 112) definiert Angst als „In Abgrenzung zu Furcht mehrdeutiges und unbestimmtes Gefühl der Bedrohung, für das der/die Betroffene folglich keine gezielte Reaktionsmöglichkeit zu ermitteln vermag.“.
In der Werbepsychologie werden Angst und Furcht weitgehend synonym verwendet, daher wird auch in dieser Arbeit nicht zwischen den Begriffen unterschieden.
Bewusst gestaltete Kaufaufforderungen durch einen Kommunikator werden als Appelle bezeichnet. Diese Aufforderungen können über rationale Appelle, die den Grundnutzen des Produktes betreffen, und über emotionale Appelle, die den Zusatznutzen des Angebotes betonen, geschehen (Kropff 1960, S. 132 f. und S. 241 ff.).
„Furchterregende Appelle in Kommunikationen werden diejenigen genannt, die ungünstige Konsequenzen beschreiben, die dann eintreten würden, wenn man die Schlussfolgerungen des Kommunikators nicht befolgt.“ (Schenk 2002, S. 91).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Bestattungsbranche als sensibles Geschäftsfeld und Darlegung der Notwendigkeit einer kommunikationswissenschaftlichen Untersuchung.
2 Besonderheiten der Marktkommunikation von Bestattungsinstituten: Analyse des Status quo der Branche in Deutschland, ihrer ethischen/rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der typischen Kommunikationsmittel.
3 Persuasion in der Marktkommunikation von Bestattungsinstituten: Fundierte Auseinandersetzung mit Theorien zur Beeinflussung, der Wirkung von Angst- und Verantwortungsappellen sowie psychologischen Wirkungsmodellen.
4 Hypothesen und Forschungsfragen: Ableitung der spezifischen Fragestellungen und Hypothesen auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen für das empirische Experiment.
5 Untersuchungsmethode: Beschreibung des experimentellen Designs, der Erhebungsinstrumente, der Durchführung und der Zusammensetzung der Stichprobe.
6 Ergebnisdarstellung und -interpretation: Detaillierte Auswertung der empirischen Daten, Beantwortung der Forschungsfragen und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung konkreter Empfehlungen für die Praxis sowie Aufzeigen von Forschungsbedarf.
Bestattungsinstitute, Marktkommunikation, Bestattungsvorsorge, Angstappelle, Verantwortungsappelle, Werbewirkungsforschung, Persuasion, Involvement, Bestattungskultur, empirische Untersuchung, Reaktanz, Konsumentenverhalten, Marketing-Mix, ethische Kommunikation, Kundenbindung.
Die Arbeit untersucht, wie Bestattungsinstitute erfolgreich und ethisch korrekt kommunizieren können, um Dienstleistungen wie die Bestattungsvorsorge zu bewerben, ohne dabei negative Gefühle bei der Zielgruppe auszulösen.
Zentrale Themenfelder sind die Besonderheiten der Bestattungsbranche, die psychologische Wirkungsweise von Angst- und Verantwortungsappellen in der Werbung sowie die Rolle des Engagements (Involvement) der Rezipienten.
Die Kernfrage ist, ob die Erkenntnisse der allgemeinen Werbewirkungsforschung auf den sensiblen Bereich der Bestattungsbranche übertragen werden können, insbesondere bei der Verwendung emotionaler Appelle in Broschüren.
Die Autorin führt ein empirisches forced-exposure-Experiment durch, bei dem 80 Testpersonen in vier Gruppen eingeteilt und mit unterschiedlichen Broschürenversionen konfrontiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung zu Persuasion und Werbepsychologie sowie in eine detaillierte Auswertung und Interpretation der empirischen Ergebnisse zur Broschürenwirkung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Marktkommunikation, Bestattungsvorsorge, Angstappelle, Persuasion und Werbewirkung beschreiben.
Die Untersuchung zeigt, dass Angstappelle tendenziell kontraproduktiv wirken und Reaktanz auslösen, während Verantwortungsappelle in Maßen hilfreicher sind und das Verantwortungsbewusstsein der Kunden eher unterstützen können.
Das Geschlecht zeigte einen signifikanten Einfluss, wobei Frauen generell mehr Interesse zeigten. Das Alter hatte hingegen keinen signifikanten direkten Einfluss, auch wenn sich in der Tendenz Unterschiede in der Ansprache zeigten.
Bestattungsinstitute sollten auf zu starke Angstappelle verzichten, um das negative Branchen-Image nicht zu verstärken, und stattdessen Seriosität, Professionalität und Glaubwürdigkeit in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation stellen.
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