Fachbuch, 2010
215 Seiten
0. Einleitung
1. Geschichte und Politik der Südslawen
1.1.Die Südslawen auf dem Balkan
1.2 Der erste Weltkrieg, das Königreich SHS und Jugoslavija I
1.3 Der zweite Weltkrieg und Jugoslavija II
1.4 Der Zerfall Jugoslawiens ab 1991
1.5 Die jugoslawischen Nachfolgestaaten
1.6 Sprachen und Religionen der Südslawen
2. Nationale Identität und Jugoslawismus
2.1 Identitätstheorien
2.2 Nation und Nationalität
2.3 Jugoslawismus und nationale Identitäten der Südslawen
3. Migrationsbewegungen der Südslawen nach Deutschland
3.1 Klassische Migration
3.2. Migration während Jugoslavija II
3.3 Aktuelle Migrationsformen seit 1991
4. Südslawische Diaspora in Deutschland
4.1. Definitionen
4.2 Größe und Dauerhaftigkeit der Diaspora
4.3 Charakteristika der Diaspora
4.4 Integration in Deutschland und Bezug zur Heimat
4.5 Institutionen und Netzwerke innerhalb der Diaspora
5. Empirische Erhebungen
5.1 Methodik und Vorgehensweise
5.2 Analyse der Erhebungen
5.3 Fazit der Erhebungen
6. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätsfindung von in Deutschland lebenden Südslawen aus Bosnien, Kroatien sowie Serbien und Montenegro. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit eine übergreifende jugoslawische oder südslawische Identität fortbesteht oder durch den Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren einem Wandel unterlag, wobei die empirische Analyse durch geschichtliche, politische und gesellschaftliche Grundlagen gestützt wird.
1.1.Die Südslawen auf dem Balkan
Die Südslawen bewohnten ursprünglich die Gebiete der heutigen Nordukraine und Ostpolens. Die Abwanderung begann etwa zu Mitte des 6. Jahrhunderts, die Einwanderung der Kroaten und Serben auf dem Balkan ist auf Anfang des 7. Jahrhunderts datiert (Vgl. WEITHMANN 2000:54ff). Fast drei Jahrhunderte lebten die Slawen auf dem Balkan in Stammesverbänden ohne Bildung einer ausgeprägten staatlichen Ordnung. Die Ausbildung und Untergang der jeweils einzelner südslawischen Staaten erfolgte in historisch unterschiedlichen Zeiträumen. So bildete Kroatien unter Tomislav ab 925 und unter Zvonimir (1076-89) ein Königreich. In Serbien entstand 1217 das Königreich der Serben und erfuhr unter Dušan seinen Höhepunkt (1346 – 55). Unter beiden Völkern sollten diese Zeiten noch lange als Basis großkroatischer, bzw. großserbischer Ansprüche gelten. In Bosnien-Herzegovina gestaltete sich die Situation hingegen grundlegend anders:
"Selbst für balkanische Verhältnisse blieb Bosnien – Herzegovina für Jahrhunderte im Windschatten der Geschichte. Als ´Zahumlija´, Land hinter den Bergen. wurde es zutreffend bezeichnet“ (WEITHMANN 2000:99).
Als es in den umgebenden Gebieten schon staatliche Zusammenschlüsse gab, lebten die Bosnier abgeschottet, geprägt durch sehr starke archaische Strukturen und einer eigenen Religion („Bogumilen“). Durch die Christianisierung der Bosnier, orthodox durch die Serben im Osten, sowie katholisch durch die Kroaten im Westen und Südwesten, entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert ein Staatsgebilde unter dem Namen ´Bosna´. Erst im 16. Jahrhundert wurden unter türkischen Herrschaft die Paschaluks (Vgl. AUSWÄRTIGES AMT 1 2004) Bosna und die Herzegovina gebildet, welche territorial in etwa dem heutigen Bosnien und Herzegovina entsprachen.
0. Einleitung: Erläuterung der Forschungsfragen zur Identität der Südslawen und der methodischen Vorgehensweise der empirischen Studie.
1. Geschichte und Politik der Südslawen: Überblick über die geschichtliche Entwicklung, Staatsbildungen sowie ethnische und religiöse Differenzierungen auf dem Balkan bis zum Zerfall Jugoslawiens.
2. Nationale Identität und Jugoslawismus: Theoretische Auseinandersetzung mit Identitätskonzepten, Nation, Nationalismus und dem politischen Konstrukt des Jugoslawismus.
3. Migrationsbewegungen der Südslawen nach Deutschland: Darstellung der Migrationsphasen, von der klassischen Arbeitsmigration bis hin zu Fluchtbewegungen seit 1991.
4. Südslawische Diaspora in Deutschland: Analyse der Lebenswelten, Integration und der Rolle sozio-kultureller Institutionen in der Diaspora.
5. Empirische Erhebungen: Vorstellung der angewandten Untersuchungsmethoden (Interviews und Fragebögen) sowie die Analyse der gewonnenen Daten.
6. Schlussbetrachtungen: Fazit zur Relevanz der untersuchten Identitätsfragen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Südslawen, Jugoslawien, Identität, Migration, Diaspora, Nationalismus, Balkan, Integration, Identitätsfindung, Kultur, Religion, Jugoslawismus, Migrationsgeschichte, Minderheiten, Ethnizität.
Die Arbeit befasst sich mit der Identität von Südslawen, die in Deutschland leben. Es wird untersucht, wie sich geschichtliche, politische und migrationsbezogene Einflüsse auf das Identitätsempfinden auswirken.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des südslawischen Raums, den theoretischen Grundlagen von Identität und Nation, den Migrationsbewegungen nach Deutschland und der Analyse der diasporischen Lebenswelt.
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit eine jugoslawische bzw. südslawische Identität für die Befragten heute noch Bestand hat und wie diese vor dem Hintergrund des Zerfalls Jugoslawiens und des Lebens in der Diaspora neu verhandelt wird.
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, die eine qualitative Mündliche Befragung (Leitfadeninterviews) mit einer schriftlichen Befragung (Fragebögen) kombiniert, um persönliche Erfahrungen und Einstellungen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische Aufarbeitung der Migration, eine soziologische Betrachtung der Diaspora in Deutschland sowie die ausführliche Analyse der empirischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Südslawen, Jugoslawien, Identität, Migration, Diaspora, Nationalismus, Ethnizität und kulturelle Integration.
Einige der Befragten, die in Kinderheimen der Partisanen aufwuchsen, berichten von einer stark kommunistisch geprägten Erziehung, die Jugoslawismus als Grundvoraussetzung behandelte, aber religiöse Aspekte unterdrückte.
Musik wird von den Befragten als starkes, verbindendes Element über ethnische Grenzen hinweg beschrieben, das auch für die jüngere Generation eine identitätsstiftende Funktion einnimmt.
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