Diplomarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2. Freiheitsbegriffe
3. Determinismus
3.1 Arten und Auffassungen des Determinismus
3.2 Bereichsdeterminismus
3.3 Determinismus und Kausalität
3.4 Ist der Determinismus wahr?
4. Kompatibilismus
4.1 Freiheit und Determinismus
4.2 Der klassische Kompatibilismus John Lockes
4.3 Moderne Positionen des Kompatibilismus
5. Inkompatibilismus
5.1 Harter Determinismus
5.2 Libertarismus
5.2.1 Eckpfeiler des Libertarismus
5.2.2 Probleme des Libertarismus
5.2.3 Der fähigkeitsbasierte Libertarismus Geert Keils
6. Der freie Wille und die Hirnforschung
6.1 Der freie Wille, eine Illusion?
6.2 Schuld und Strafe - Moral und Verantwortung
6.3 Konsequenzen der Erkenntnisse der Hirnforschung
6.4 Das Libet-Experiment
6.5 Kritische Anmerkung
7. Das naturwissenschaftliche Paradigma
8. Mein vorläufiger Begriff von Willensfreiheit
9. Von der bedingten zur angeeigneten Freiheit
9.1 Nur ein eigener Wille ist ein freier Wille
9.2 Flucht vor der Freiheit
9.3 Entscheidungsfreiheit
9.4 Willensfreiheit durch Selbststeuerung
9.5 Freiheit trotz Fremdbestimmung
9.6 Freiheit vom Willen
10. Mein erweiterter Begriff von Willensfreiheit
11. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Willensfreiheit und Determinismus. Das Hauptziel besteht darin, die libertarische Position – insbesondere den fähigkeitsbasierten Libertarismus nach Geert Keil – zu prüfen, zu verteidigen und um eigene Elemente der Selbststeuerung zu erweitern, um eine ganzheitliche Antwort auf die Frage nach der Freiheit des Willens zu geben.
3.3 Determinismus und Kausalität
In der Literatur werden das Kausalitätsprinzip und das Determinismusprinzip nicht selten synonym verwendet. Das passiert dann, wenn von einer nomologischen d.h. gesetzesartigen Kausalität ausgegangen wird.49 So setzte Kant die Aussage, dass jedes Ereignis notwendig eine Ursache erfordere, mit der Aussage gleich, dass alle Ereignisse allgemeinen Gesetzen unterliegen.50 Mittlerweile gibt es hingegen Kausalitätstheorien, die sich nicht auf strikte Kausalgesetze stützen. Das ergibt vor allem in zweierlei Hinsicht Sinn: Einerseits spricht gegen die Gleichsetzung vom Kausalitätsprinzip und dem universalen Determinismus die logische Folgerung, dass beim Kausalitätsprinzip frühere Ereignisse zwar spätere verursachen, aber nicht umgekehrt. Ein universaler Determinismus wirkt hingegen in beide Zeitrichtungen.
Andererseits ist vor allem eine Nichtgleichsetzung beider Prinzipien für den Libertarismus wichtig, denn viele Libertarier sind zwar der Ansicht, dass Freiheit mit Determinismus nicht vereinbar ist, mit einem nichtdeterministischen Kausalitätsprinzip allerdings schon. Man ist sich demnach im Klaren darüber, dass Gedanken, Handlungen und Entscheidungen auf Ursachen beruhen, nicht aber auf deterministischen Ursachen.51 Markus Gabriel unterscheidet deswegen explizit zwischen „Gründen“ und sogenannten „harten Ursachen“. Er stützt sich dabei auf Leibniz, der den „Satz vom zureichenden Grund“ formulierte. Dieser besagt, dass es für alles, was geschieht, eine Reihe an Gründen gibt, dass es geschieht.52 Für die Entscheidung, am Montag ins Kino zu gehen, gibt es demnach viele Gründe: weil montags Kinotag ist, das Wetter, das Interesse für den Film, genügend Geld, ein fußläufiges Kino, etc. Man kann diese Liste unendlich fortsetzen, zumal man nicht bestimmen kann, welche Gründe alle an der Entscheidung, am Montag ins Kino zu gehen, beteiligt waren.
Jeder Grund ist für sich genommen eine notwendige Bedingung für die Entscheidung. Keine der Bedingungen ist für sich genommen hinreichend. Erst wenn mehrere Bedingungen auf der Liste zusammenfallen, kommt es zu der Entscheidung. „Nur zusammengenommen sind die notwendigen Bedingungen dafür hinreichend“53, dass ich entschließe, am Montag ins Kino zu gehen.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Willensfreiheit und Skizzierung der methodischen sowie inhaltlichen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Freiheitsbegriffe: Untersuchung und Spezifizierung des Begriffs der Willensfreiheit und dessen Abgrenzung zur Handlungsfreiheit.
3. Determinismus: Detaillierte Betrachtung verschiedener Formen des Determinismus sowie das Verhältnis zwischen Kausalität und Determinismus.
4. Kompatibilismus: Kritische Auseinandersetzung mit der These, dass Determinismus und Willensfreiheit vereinbar seien, inklusive klassischer und moderner Positionen.
5. Inkompatibilismus: Diskussion der Unvereinbarkeitsthese und detaillierte Erläuterung des Libertarismus als Gegenspieler zum harten Determinismus.
6. Der freie Wille und die Hirnforschung: Kritische Analyse der neurowissenschaftlichen Argumente gegen die Existenz eines freien Willens.
7. Das naturwissenschaftliche Paradigma: Fortgeführte Kritik an der materialistisch-reduktionistischen Herangehensweise der Neurowissenschaften.
8. Mein vorläufiger Begriff von Willensfreiheit: Synthese der zuvor erörterten Positionen und Einnahme einer eigenen libertarischen Perspektive.
9. Von der bedingten zur angeeigneten Freiheit: Praktische Untersuchung von Freiheitseinschränkungen und Entwicklung von Bewältigungsstrategien für ein selbstbestimmtes Handeln.
10. Mein erweiterter Begriff von Willensfreiheit: Zusammenfassende Darstellung der erweiterten Bestimmungskriterien für einen ganzheitlichen Freiheitsbegriff.
11. Fazit und Ausblick: Abschließende Bewertung der Thematik und Aufzeigen potenzieller weiterer Forschungsfelder.
Willensfreiheit, Determinismus, Libertarismus, Kompatibilismus, Hirnforschung, Selbststeuerung, Kausalität, Entscheidung, Handlungsvermögen, Autonomie, Selbstbestimmung, Neurodeterminismus, Praktische Philosophie, Verantwortung, Identität.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Debatte über die Willensfreiheit und prüft die Vereinbarkeit von menschlicher Freiheit mit deterministischen Weltbildern.
Zentrale Felder sind die Analyse von Freiheitsbegriffen, die Auseinandersetzung mit deterministischen Theorien sowie der Einfluss der modernen Hirnforschung auf das Verständnis des freien Willens.
Das Ziel ist es, einen libertarischen Freiheitsbegriff zu formulieren, der trotz der Bedingtheit unseres Wollens und Handelns ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Verantwortung ermöglicht.
Die Arbeit nutzt eine philosophische Diskursanalyse, kombiniert mit interdisziplinären Erkenntnissen aus der Psychologie, Soziologie und den Neurowissenschaften.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Prüfung verschiedener Freiheitskonzepte und einen praxisorientierten Teil zur Stärkung der persönlichen Selbststeuerungsfähigkeit.
Die wichtigsten Schlagworte sind Willensfreiheit, Determinismus, Libertarismus, Selbststeuerung und Verantwortung.
Der Autor steht den neurowissenschaftlichen Thesen, die den freien Willen als bloße Illusion darstellen, kritisch gegenüber und weist auf methodische Schwachstellen sowie Perspektivenprobleme hin.
Dieses Konzept dient als Ausgangspunkt, da es Freiheit nicht als bloße Abwesenheit von Zwang sieht, sondern als aktive Fähigkeit zur überlegten und hindernisüberwindenden Willensbildung.
Dies beschreibt einen Zustand der Achtsamkeit und Distanz gegenüber repetitivem Wollen, der es ermöglicht, sich aus kollektiven und gesellschaftlichen Konditionierungen zu befreien.
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