Examensarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Teil I: Theoretische Grundlagen
1. Konzepte der Intertextualität
1.1 Weite Definition: Intertextualität als globales Konzept
1.1.1 Michail Bachtins Begriff der Dialogizität
1.1.2 Intertextualität nach Julia Kristeva
1.2 Enge Definition: Konkretisierung des Begriffs der Intertextualität
1.2.1 Gérard Genette
1.2.2 Ulrich Broich und Manfred Pfister
1.2.3 Susanne Holthuis
1.2.4 Peter Stocker
2. Formen der Intertextualität
2.1 Formen der Intertextualität nach Genette
2.2 Einzeltextreferenz und Systemreferenz
2.3 Zitat, Allusion und Paraphrase
2.4 Titel und Motto als Formen intertextueller Verweise
3. Intertextualität und Markierung
3.1 Arten der Markierung von Intertextualität
3.2. Funktionen der Markierung von Intertextualität
4. Funktionen von Intertextualität
4.1 Referenztextorientierte Funktionen
4.2 Textorientierte Funktionen
4.3. Produzentenorientierte Funktionen
5. Intertextuelle Textverarbeitung
5.1 Faktoren intertextueller Textverarbeitung
5.2 Der Prozess intertextueller Textverarbeitung
5.3 Modelle eines intertextuellen Lesers
6. Fazit I
Teil II: Intertextualität in Cornelia Funkes Roman Tintenherz
1. Über Tintenherz
2. Die Mottotexte als Form der Intertextualität
2.1 Die Prätexte
2.2 Funktionen der Mottotexte
2.2.1 Unterstützung des Kapitelthemas
2.2.2 Vorausdeutung
2.2.3 Figurencharakterisierung
3. Intertextualität im inneren Kommunikationssystem
3.1 Der intertextuelle Titel
3.2 Das intertextuelle Zitat
3.3 Thematisierung des Inhalts eines Referenztextes
3.4 Einführung eines Referenztextes als physischen Gegenstand
3.5 Die Präsenz von Figuren aus einem Referenztext
3.6 Funktionen der Intertextualität im inneren Kommunikationssystem
4. Fiktionale Intertextualität
4.1 Die zweiebige Intertextualitätsstruktur
4.2 Formen fiktionaler Intertextualität
4.2.1 Der Titel Tintenherz
4.2.2 Thematisierung des Inhalts von „Tintenherz“
4.2.3 „Tintenherz“ als physischer Gegenstand in der Handlung
4.2.4 Die Präsenz der Figuren aus „Tintenherz“
4.2.5 Funktionen der fiktionalen Intertextualität in Tintenherz
5. Intertextualität und doppelte Adressiertheit in Tintenherz
6. Fazit II
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Intertextualitätsstruktur im Roman „Tintenherz“ von Cornelia Funke. Ziel ist es, den Einsatz intertextueller Verfahren zu analysieren, deren Funktionen zu bestimmen und zu prüfen, inwieweit theoretische Grundlagen der Intertextualitätsforschung zur Beschreibung dieses Romans beitragen können.
2.1 Die Prätexte
Funke wählt als Prätexte vor allem Auszüge aus Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur, die zum Thema des jeweiligen Kapitels passen. Dabei gibt sie die Quelle jeweils unmittelbar unter dem Zitat in Kursivdruck an. Weiterhin heben sich die Mottotexte bereits rein optisch von der Geschichte ab, da sie in einer kleineren Schrift abgedruckt sind und von einem gemalten Rahmen umgeben werden. Es handelt sich hier also um explizit markierte Intertextualität, wodurch jeder Leser, unabhängig von seiner Allusionskompetenz, die Intertextualität als solche erkennt und den Prätext identifizieren kann. Insgesamt benutzt Funke Zitate aus 44 Büchern und Texten. Aus einigen hat sie nicht nur eines, sondern mehrere Motti abgeleitet. Um zunächst einen Überblick über die von Funke verwendeten Prätexte zu geben, sind diese in der folgenden Tabelle aufgelistet:
Konzepte der Intertextualität: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Intertextualität, wobei zwischen weiten (Bachtin, Kristeva) und engeren (Genette, Broich/Pfister, Holthuis, Stocker) Definitionen unterschieden wird.
Formen der Intertextualität: Hier werden zentrale Kategorisierungen vorgestellt, darunter die von Genette entwickelte Systematik der Transtextualität sowie die Unterscheidung zwischen Einzeltext- und Systemreferenz.
Intertextualität und Markierung: Das Kapitel befasst sich mit der Frage, wie Intertextualität für den Leser sichtbar gemacht wird, und stellt Jörg Helbigs Progressionsskala zur Markierungsintensität vor.
Funktionen von Intertextualität: Hier werden die Hauptfunktionen intertextueller Verweise in referenztext-, text- und produzentenorientierte Kategorien eingeteilt.
Intertextuelle Textverarbeitung: Dieses Kapitel beleuchtet den kognitiven Prozess des Lesens intertextueller Texte, einschließlich der Faktoren und Strategien, die bei der Konstruktion von Textwelten eine Rolle spielen.
Fazit I: Das Fazit fasst den theoretischen Diskurs zusammen und bereitet die Anwendung der Erkenntnisse auf den Roman „Tintenherz“ vor.
Intertextualität, Tintenherz, Cornelia Funke, Literaturwissenschaft, Intertextualitätstheorie, Mottotexte, Paratexte, Fiktionale Intertextualität, Rezeptionsästhetik, Textverarbeitung, Markierung, Leserlenkung, Doppelte Adressiertheit, Prätexte, Transtextualität.
Die Arbeit analysiert die vielfältigen intertextuellen Bezüge in Cornelia Funkes Roman „Tintenherz“ und setzt diese in Bezug zu literaturwissenschaftlichen Theorien der Intertextualität.
Zentrale Themenfelder sind die Funktionen der Mottotexte, die Intertextualität im inneren Kommunikationssystem, das Phänomen der fiktionalen Intertextualität sowie die Wirkung auf unterschiedliche Lesergruppen.
Das Ziel ist die Untersuchung der komplexen Intertextualitätsstruktur von „Tintenherz“ und die Überprüfung, ob bestehende theoretische Modelle ausreichen, um diese spezifische Struktur zu erfassen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der Konzepte von Theoretikern wie Gérard Genette, Susanne Holthuis und Jörg Helbig, die auf die Textanalyse von „Tintenherz“ angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition, Markierung und Funktion von Intertextualität sowie einen praktischen Teil, der diese Aspekte konkret am Beispiel von Funkes Roman untersucht.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie fiktionale Intertextualität, Mottotexte, Markierung, Rezeptionssteuerung und doppelte Adressiertheit geprägt.
Das Besondere ist die Bezugnahme auf ein fiktionales Buch („Tintenherz“), das nur innerhalb der Geschichte existiert und die Handlung maßgeblich bestimmt, was eine Form der Intertextualität auf einer zweiten Ebene darstellt.
Die Arbeit übernimmt Jörg Helbigs Progressionsskala, die von der unmarkierten Intertextualität (Nullstufe) bis zur thematisierten Intertextualität (Potenzierungsstufe) reicht.
Da der Roman sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene empfohlen wird und unterschiedliche Lesearten auf verschiedenen Inhaltsebenen bietet, wird das Phänomen der doppelten Adressiertheit in Bezug auf die dort eingesetzte Intertextualität untersucht.
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