Bachelorarbeit, 2017
72 Seiten, Note: 1,0
I Einleitung
I.1 Relevanz
I.2 Fragestellung und Methode
I.3 Forschungsstand und Quellenlage
II Reichsparteitagsgelände – Eine Kontroverse
II.1 Geschichte des Areals bis 1945
II.1.1 Vom Wasserspeicher zum Freizeitpark
II.1.2 Errichtung des Reichsparteitagsgeländes und Erweiterungspläne
II.1.3 Kulisse für die Inszenierung des Nationalsozialismus
II.1.4 Kriegsjahre
II.2 Nutzung nach 1945
II.2.1 Pragmatismus
II.2.2 Verdrängung
II.2.3 Aufarbeitung
II.3 Positionen zum künftigen Umgang
II.3.1 Bestanderhalt
II.3.2 Kontrollierter Verfall
II.3.3 Rückbau
II.3.4 Rekonstruktion
II.3.5 Künstlerische Nutzung
II.3.6 Beseitigung
II.4 Rechts- und Beschlusslage
II.4.1 Denkmalschutz
II.4.2 Stadt Nürnberg
II.4.3 Freistaat Bayern
II.4.4 Bundesrepublik Deutschland
II.5 Aktuelle Maßnahmen
III Schluss
III.1 Bewertung
III.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die vielschichtige Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg mit Fokus auf die Zeit nach 1945. Ziel ist es, die kontroversen Debatten um den Umgang mit diesen baulichen Überresten des Nationalsozialismus zu analysieren, verschiedene Positionen der Protagonisten aufzuarbeiten und die aktuelle Rechts- sowie Beschlusslage kritisch zu bewerten.
II.1.1 Vom Wasserspeicher zum Freizeitpark
Das Gelände um den im späten Mittelalter angelegten Dutzendteich im Nürnberger Südosten war bereits früh ein verkehrstechnisch gut erschlossenes und damit aus der nah gelegenen Stadt Nürnberg leicht erreichbares Naherholungs- und Freizeitgebiet. Am heutigen Standort der Kongresshalle stand seit dem Jahr 1713 für etwa 185 Jahre das erste Wirtshaus am Dutzendteich, zuvor hatte der städtische Seewärter bereits 1690 das Schankrecht erhalten. Hier wurde im Jahr 1912 der 20 Hektar große Nürnberger Tiergarten eröffnet, mit künstlich modellierten Landschaften und langen, idyllischen Promenaden am Dutzendteichufer. Dieser Tiergarten musste allerdings 1939 den Ausbauplänen des Reichsparteitagsgeländes weichen und wurde geschlossen. Das benachbarte, parkähnliche Areal des Luitpoldhains entstand zunächst als Ausstellungsgelände für die Bayerische Jubiläums-Landesausstellung für Gewerbe, Industrie und Kunst, die im Jahr 1906 abgehalten wurde. Neben der neu angelegten, weitläufigen Parkanlage überdauerte die Ausstellung auch die im modernen Jugendstil errichtete Maschinenhalle (Luitpoldhalle) welche bald auch Stadthalle für diverse Großveranstaltungen fungierte.
Am 28. August 1909 landete auf dem südlichen Dutzendteichgelände der Zeppelin III des Grafen Zeppelin, das Areal wurde – auch wegen der immer wieder stattfindenden Luftschifflandungen – Zeppelinwiese genannt. Dieser Bereich des Dutzendteichgeländes war seit Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts für die Errichtung eines Sportgeländes mit Stadion für 50.000 Zuschauer vorgesehen, der Baubeginn erfolgte im Jahr 1926. Das im modernen Bauhausstil errichtete, achteckige Stadion wurde 1928 fertiggestellt.
I Einleitung: Einführung in die Thematik der baulichen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus in Nürnberg und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.
II Reichsparteitagsgelände – Eine Kontroverse: Analyse der historischen Entwicklung, der wechselhaften Nachkriegsnutzung und der verschiedenen Positionen zum künftigen Umgang mit den Bauten.
III Schluss: Kritische Bewertung der bisherigen Auseinandersetzung mit dem NS-Erbe und ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen bei der Erhaltung und Vermittlung.
Reichsparteitagsgelände, Nationalsozialismus, Nürnberg, Zeppelintribüne, Kongresshalle, Denkmalpflege, Erinnerungskultur, NS-Architektur, Nachkriegszeit, Dokumentationszentrum, Kontroverse, Städtebau, Instandsetzung, Gedenkstätte.
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und dem aktuellen Umgang mit den baulichen Überresten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg, insbesondere im Hinblick auf die Debatte zwischen Erhalt, Verfall und Rekonstruktion.
Zentral sind die historische Nutzung des Areals, der Wandel der Erinnerungskultur nach 1945 sowie die aktuellen politisch-baulichen Strategien der Stadt Nürnberg und des Bundes.
Im Zentrum steht die Untersuchung, wie mit den baulichen Relikten des Nationalsozialismus unter Berücksichtigung ihrer historischen Bedeutung und ihres baulichen Zustands umgegangen werden sollte.
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Dokumentationen, amtlichen Leitlinien und zeitgenössischen Quellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse bis 1945, die Betrachtung der pragmatischen und verdrängenden Nachkriegsnutzung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den verschiedenen Positionen zum künftigen Umgang.
Reichsparteitagsgelände, NS-Erbe, Denkmalschutz, Erinnerungskultur und Transformation der Nutzung.
Das Gelände wurde zunächst pragmatisch genutzt, etwa für Motorsport-Veranstaltungen wie das Norisring-Rennen oder als Austragungsort für Großkonzerte, oft unter Inkaufnahme des fortschreitenden Verfalls der Bausubstanz.
Die Zeppelintribüne ist das prominenteste Beispiel für die Debatte um Instandsetzung versus Verfall. Sie wird heute als Teil der Erinnerungskultur betrachtet, wobei die Kosten für eine Sanierung und die Art der musealen Vermittlung intensiv debattiert werden.
Ziel ist es, das Gelände als authentischen Lernort zu begreifen, der den NS-Kontext vermittelt, ohne ihn zur Kulisse für neue Inszenierungen verkommen zu lassen.
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