Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Einführung in die Gender-Debatte
2.1 Gender, Geschlecht – Begrifflichkeiten und aktuelle Diskussion
2.2 Geschlechterdifferenzierung in der Sozialen Arbeit
3 Obdachlosigkeit im Kontext Sozialer Arbeit
3.1 Armut, Wohnungslosigkeit, Obdachlosigkeit? – Eine Einführung
3.1.1 Armut als Grundlage für Wohnungslosigkeit
3.1.2 Ist Jede*r Wohnungslose gleich obdachlos?
3.2 Die Entwicklung von Armut und Obdachlosigkeit in Deutschland ab 1970
3.3 Ursachen und Folgen von Armut und Obdachlosigkeit im deutschen Sozialstaat
3.4 Obdachlosigkeit heute und die Aufgaben der Sozialen Arbeit
4 Geschlechterdifferenzierung in der Sozialen Arbeit mit Obdachlosen
4.1 Ist Geschlechterdifferenzierung zum Thema Obdachlosigkeit notwendig? – eine statistische Analyse
4.2 Weibliche Obdachlosigkeit
4.2.1 Gewalt als Hauptursache
4.2.2 Verdeckte Obdachlosigkeit
4.2.3 Psychische Erkrankungen
4.3 Männliche Obdachlosigkeit nach Fichtner
4.4 Differenzierte Einrichtungen in Deutschland
4.5 Auswirkung auf Personal und Sozialpolitik
4.6 Ausblick auf zukünftige Soziale Arbeit mit Obdachlosigkeit
5 Fazit
Die Arbeit analysiert, wie soziales Geschlecht in der marginalisierten Lebenssituation von Obdachlosigkeit im heutigen Sozialstaat gelebt wird und ob eine geschlechtersensible Sozialpolitik und Personalaufstellung erforderlich ist, um auf diese Dimension sozialer Ungleichheit zu reagieren.
1 Einleitung
Wenn wir das Bild eines Obdachlosen vor uns sehen, erscheint uns meist ein bettelnder, ungepflegter Mann vor dem inneren Auge. Viele Menschen verbinden diesen mit einem Leben, in dem er versagt haben muss, vielleicht ist er alkoholabhängig oder nimmt andere Drogen. Die wenigsten Obdachlosen, die wir auf der Straße antreffen, sind weiblich. Stellen wir uns Frauen in der Obdachlosigkeit vor, sind diese misshandelte Frauen oder alleinerziehende Mütter und werden in Frauenhäusern aufgenommen, oder sie sind vielleicht auch drogenabhängig und prostituieren sich? Diese verinnerlichten Stereotypen bestimmter sozialer Gruppen haben sich über Generationen gesellschaftlich etabliert und halten sich in allen sozialen Schichten.
Nun leben wir heute in einer Gesellschaft, die von 50 Jahren Gender- und Emanzipationsforschung geprägt ist. Während in den Katalogen weiterhin Spielzeugherde für Mädchen und Spiel-Werkzeug für Jungen verkauft werden, sind Transsexualität und Geschlechtsumwandlungen ein aktuelles Thema und die gleichgeschlechtliche Ehe wurde gerade in das deutsche Recht aufgenommen. Doch wie verhält sich die Geschlechterdifferenzierung unter den Marginalisierten in unserer Gesellschaft? Die Kluft zwischen Armen und Reichen wächst auch im Sozialstaat Deutschland, doch leben wir wirklich in einem Land in welchem Armut und Obdachlosigkeit überhaupt existieren muss? Obdachlosigkeit und Armut wird nach unserem heutigen konsumorientierten Verständnis in Verbindung mit Arbeitslosigkeit gebracht.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, hinterfragt bestehende Stereotypen über Obdachlosigkeit und legt die Forschungsfrage zur geschlechterdifferenzierten Situation im Sozialstaat fest.
2 Einführung in die Gender-Debatte: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Gender und soziales Geschlecht und diskutiert theoretische Konzepte wie Habitus, hegemoniale Männlichkeit und Intersektionalität im Kontext der Sozialen Arbeit.
3 Obdachlosigkeit im Kontext Sozialer Arbeit: Hier werden Definitionen von Armut und Wohnungslosigkeit erörtert, die historische Entwicklung betrachtet sowie die Ursachen und Aufgaben der Sozialen Arbeit im aktuellen Sozialstaat skizziert.
4 Geschlechterdifferenzierung in der Sozialen Arbeit mit Obdachlosen: Das Kapitel analysiert statistische Tendenzen, untersucht die spezifischen Problemlagen von Frauen und Männern, beleuchtet die Bedeutung geschlechtersensibler Einrichtungen und diskutiert Auswirkungen auf Sozialpolitik und Personal.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Notwendigkeit einer geschlechterdifferenzierenden Perspektive und fordert eine entsprechende Anpassung der Sozialpolitik und der Angebote der Sozialen Arbeit.
Obdachlosigkeit, Soziale Arbeit, Gender, Geschlechterdifferenzierung, Armut, Wohnungslosigkeit, Lebenslagenansatz, Soziale Ungleichheit, Männlichkeit, Weiblichkeit, Geschlechtersensible Arbeit, Marginalisierung, Doing Gender, Sozialstaat, Hilfesystem.
Die Arbeit untersucht die Relevanz des sozialen Geschlechts im Kontext von Obdachlosigkeit und analysiert, wie diese Dimension soziale Ungleichheit beeinflusst.
Zentrale Themen sind die theoretische Gender-Debatte, die Lebenssituation von obdachlosen Menschen sowie die Anforderungen an eine geschlechtersensible Soziale Arbeit.
Ziel ist es, einen Ausblick zu geben, wie sich eine geschlechtersensible Soziale Arbeit mit Obdachlosen entwickeln kann und welche Anforderungen dies an Profession und Wissenschaft stellt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Forschungsstandes sowie auf qualitativen Befragungen von Einrichtungsleitungen verschiedener Notunterkünfte.
Der Hauptteil vertieft die Gender-Theorie, analysiert die statistische Lage und die spezifischen Problemlagen von Frauen und Männern in der Obdachlosigkeit sowie die sozialpolitischen Konsequenzen.
Wichtige Schlagworte sind Obdachlosigkeit, Gender, soziale Ungleichheit, geschlechtersensible Soziale Arbeit und Lebenslagenansatz.
Da Frauen und Männer unterschiedliche Ursachen und Bewältigungsstrategien für ihre Obdachlosigkeit aufweisen, sind differenzierte Angebote notwendig, um Vertrauen zu schaffen und individuelle Hilfe erfolgreich zu gestalten.
Frauen neigen eher zur „verdeckten Obdachlosigkeit“ und meiden aus Scham institutionelle Hilfen, während Männer oft versuchen, trotz marginalisierter Lage traditionelle Männlichkeitsbilder aufrechtzuerhalten.
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