Bachelorarbeit, 2018
57 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Technische Indikatoren und historische Equity Risk Premium im wissenschaftlichen Kontext
2.1 Eigenschaften und Intuition bekannter technischer Indikatoren
2.2 Eigenschaften und Determinanten der Equity Premium
2.3 Historische Equity Premium als Prognosegrundlage
3. Vorausdeutende Regressionen basierend auf zehn bedeutsamen Indikatoren
3.1 In-Sample Analyse
3.2 Out-of-Sample Analyse
3.3 Analyse der Asset Allokation
4. Kritische Würdigung der Ergebnisse
4.1 Erfolge und mögliche Schwachstellen des Modells
4.2 Einfluss des technologischen Fortschritts
4.3 Mehrwert für die Gesellschaft
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prognosefähigkeit technischer Indikatoren hinsichtlich der Entwicklung der Equity Risk Premium (ERP). Dabei wird analysiert, inwiefern gängige technische Indikatoren aus der Finanzanalyse in der Lage sind, systematische Vorhersagen für die Equity Premium zu treffen und ob diese Erkenntnisse Investoren bei der Asset Allokation einen ökonomischen Mehrwert bieten können.
2.1 Eigenschaften und Intuition bekannter technischer Indikatoren
Technische Indikatoren sind Teil der technischen Analyse bei Investoren. Sowohl die technische Analyse, wie auch die Fundamentalanalyse und die Sentimentanalyse gehören zum Untersuchungsbereich der Finanzanalyse. Die technischen Indikatoren sind in der Lage aus Kursverläufen bestimmte Trendeigenschaften abzuleiten um Prognosen für die Zukunft treffen zu können. Diese Art der Analyse steht streng genommen im direkten Widerspruch zur Markteffizienzhypothese, da es nicht möglich sein sollte in einem effizienten Markt systematisch Überrenditen zu erzielen. Die Verbundhypothese konstatiert jedoch, dass die Markteffizienz per se nicht getestet werden kann. Ebenso besteht ein Widerspruch zur Random-Walk-Hypothese, die als Folgerung der Markteffizienzhypothese angesehen werden kann und beschreibt, dass keine Möglichkeit besteht einen zukünftigen Kursverlauf vorherzusagen. Aus diesem Grund wurden bei wissenschaftlichen Finanzmarktanalysen technische Indikatoren lange Zeit als tendenziell wenig seriös beurteilt. Allerdings werden technische Analysemethoden von internationalen Berufsverbänden, wie etwa die International Federation of Technical Analysts (IFTA) anerkannt und eingesetzt. Diese Tatsache macht deutlich, dass die Thematik in der heutigen Zeit nicht ganz unbedeutend sein kann. Auch die wissenschaftlichen Untersuchungen kommen mittlerweile zu dem Schluss, dass die technische Analyse über einen langen Zeitraum einen bedeutsamen Beitrag für den Investment Prozess liefern kann. In dieser Arbeit sollen Indikatoren untersucht werden, die eine Aussage über den Trend, das Momentum oder die Volatilität eines Kursverlaufs treffen, um zu quantifizieren, welchen Beitrag sie zur Prognose der Equity Premium leisten können.
Für Investoren, die technische Indikatoren in ihre Investitionsstrategie implementieren, bietet sich der Vorteil, dass bei emotionslosem Verfolgen dieser Strategie Negativeffekte aus dem Bereich der Behavioral Finance, wie beispielsweise der Dispositionseffekt, weitestgehend vermieden werden können. Ein Nachteil bei diesem Vorgehen ist jedoch, dass technische Indikatoren während langanhaltender Seitwärtsbewegungen des Basiskurses häufig schlechte Aussagen treffen und folglich zu einer negativen Entwicklung der Investition führen können.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das "Equity Premium Puzzle" ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Prognosekraft technischer Indikatoren zur Vorhersage der Equity Premium zu untersuchen.
2. Technische Indikatoren und historische Equity Risk Premium im wissenschaftlichen Kontext: Hier werden die theoretischen Grundlagen technischer Indikatoren sowie das Konzept der Equity Risk Premium als Prognosegrundlage im wissenschaftlichen Kontext erörtert.
3. Vorausdeutende Regressionen basierend auf zehn bedeutsamen Indikatoren: Dieses Kapitel befasst sich mit der empirischen Untersuchung der Prognosefähigkeit durch In-Sample, Out-of-Sample und Asset-Allokationsanalysen basierend auf zehn technischen Indikatoren.
4. Kritische Würdigung der Ergebnisse: Hier erfolgt eine kritische Reflexion der Modellerfolge, der Schwachstellen, des technologischen Einflusses sowie der Bedeutung für die Gesellschaft.
5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Eignung technischer Indikatoren zur Prognose der Equity Premium.
Technische Indikatoren, Equity Risk Premium, Equity Premium Puzzle, Finanzanalyse, Markteffizienzhypothese, Trendfolge, In-Sample Analyse, Out-of-Sample Analyse, Asset Allokation, Sharpe Ratio, Behavioral Finance, Rendite-Risiko-Verhältnis, Zeitreihenanalyse, Prognosekraft, Volatilität.
Die Arbeit untersucht, ob technische Indikatoren, die üblicherweise zur Analyse von Kursverläufen dienen, auch geeignet sind, die zukünftige Equity Risk Premium vorherzusagen.
Zentrale Themen sind die technische Analyse, die Kapitalmarkttheorie (insb. Equity Premium Puzzle), die empirische Regressionsanalyse und die Performancebewertung von Anlagestrategien.
Die Forschungsfrage ist, ob technische Indikatoren eine signifikante Prognosekraft für die Equity Premium besitzen und ob Investoren durch deren Anwendung bei der Asset Allokation ökonomische Vorteile erzielen können.
Es werden Zeitreihenanalysen (multiple lineare Regression) durchgeführt, um die Prognosefähigkeit der Indikatoren zu testen, ergänzt durch eine Performanceanalyse mit Sharpe-Ratio-Berechnungen unter Berücksichtigung von Transaktionskosten.
Der Hauptteil umfasst die Vorstellung der zehn untersuchten Indikatoren, die methodische Vorgehensweise bei den In-Sample- und Out-of-Sample-Regressionsanalysen sowie die anschließende Auswertung der Performance bei der Asset Allokation in den Märkten USA, Europa und Deutschland.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Equity Risk Premium, technische Indikatoren, Prognosekraft, Markteffizienz und Asset Allokation beschreiben.
Die Untersuchung der Hoch- und Tiefpunkte (Peaks und Troughs) ermöglicht es, die Performance der Indikatoren in verschiedenen Marktphasen zu differenzieren, da einige Indikatoren bei Kursabfällen (Troughs) eine bessere Prognosequalität aufweisen als in stabilen Marktphasen.
Transaktionskosten mindern die Performancevorteile der Indikatoren-Strategien deutlich, da häufige Portfolioumschichtungen aufgrund von Indikatorsignalen hohe Gebühren verursachen, die den erzielten Mehrwert konterkarieren können.
Die Arbeit diskutiert, dass technische Analysen als Teil eines "seismographischen Frühwarnsystems" dienen könnten, um vor gefährlichen Entwicklungen oder Krisen an den Finanzmärkten zu warnen und somit zur Stabilität beitragen könnten.
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