Masterarbeit, 2018
180 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Grundlagen der Eugenik
1.1. Begriff, Ziel und Wesen der Eugenik
1.2. Formen der Eugenik
1.3. Wegbereiter der Eugenik
1.4. Vater der Eugenik
1.5. Geschichte der Eugenik
2. Zeitliche und räumliche Dimension der Eugenik
2.1. Eugenik in Deutschland vor 1933
2.2. Eugenik in Deutschland nach 1945
2.3. Eugenik in Österreich
2.4. Eugenik in der Schweiz
2.5. Eugenik in Großbritannien
2.6. Eugenik in Italien
2.7. Eugenik in Skandinavien
2.8. Eugenik in den USA
2.9. Eugenik in der Sowjetunion
3. Ideologische Dimension der Eugenik
3.1. Sozialistische Eugenik
3.2. Feministische Eugenik
3.3. Katholische Eugenik
4. Aktuelle Dimension der Eugenik
4.1. Reproduktionsmedizin
4.2. Samenspende
4.3. Leihmutterschaft
4.4. IVF und ICSI
4.5. Eizellspende
4.6. Tragemutterschaft
4.7. Präimplantationsdiagnostik
4.8. Pränatale Diagnostik
4.9. Reproduktionsmedizin und Gesellschaft
4.10. Wie eugenisch ist die Reproduktionsmedizin?
Fazit
Autor
Diese Arbeit zielt darauf ab, aufzuzeigen, dass Eugenik nicht auf den Nationalsozialismus beschränkt ist, sondern zeitlich, räumlich und ideologisch weit darüber hinausreicht. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern eugenisches Gedankengut auch jenseits der NS-Ideologie existierte und in welchen veränderten Formen es bis in die heutige Zeit, insbesondere in der modernen Reproduktionsmedizin, fortbesteht.
1.1. Begriff, Ziel und Wesen der Eugenik
Motor der Evolution sind Genmutationen sowie die Mischung der elterlichen Erbanlagen durch geschlechtliche Fortpflanzung. Charles Darwin beschreibt das Prinzip der Selektion als natürlichen Mechanismus evolutionärer Entwicklung, weiß aber noch nichts über die physiologischen Prozesse, die eine Anpassung bewirken und wie sich diese Anpassung über Generationen verfestigt. Die Evolutionslehre ist somit nur ein Postulat einer steten Weiterentwicklung, wobei „weiter“ nicht normativ im Sinne von „besser“, sondern nur im Sinne von „besser angepasst“ zu verstehen ist. Die Maxime der Evolution ist Opportunismus und der Gradmesser für das Überleben einer Spezies ist deren Fitness iSe optimalen Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten.
Im Unterschied zur Evolutionstheorie ist die Eugenik normativ. Sie will den Auswahlprozess nicht dem natürlichen Trial-and-error-Prinzip überlassen, sondern bewusst gestalten. Der normative Charakter zeigt sich schon im Begriff selbst: Eugenik bedeutet wörtlich übersetzt „gut Erzeugtes“. Ihr Begründer Francis Galton definiert sie als „die Wissenschaft, die sich mit den Einflüssen befasst, welche die angeborenen Eigenschaften einer Rasse verbessern und welche diese Eigenschaften zum größtmöglichen Vorteil der Gesamtheit zur Entfaltung bringen.“ Eugenik will demnach sowohl das Leben des einzelnen als auch das der Gesellschaft kontrollieren, das Fortpflanzungsverhalten Generationen übergreifend rationalisieren und die Bevölkerung dadurch optimieren.
1. Grundlagen der Eugenik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, den Begriff und die Geschichte der Eugenik, wobei insbesondere die Rolle von Francis Galton als Wegbereiter beleuchtet wird.
2. Zeitliche und räumliche Dimension der Eugenik: Das Kapitel analysiert die internationale Ausbreitung eugenischer Bewegungen in verschiedenen Ländern und Epochen, um die Beschränkung auf den Nationalsozialismus zu widerlegen.
3. Ideologische Dimension der Eugenik: Hier werden die Anschlusspunkte eugenischen Denkens an den Sozialismus, Feminismus und Katholizismus untersucht, um die ideologische Vielfalt der Eugenik darzustellen.
4. Aktuelle Dimension der Eugenik: Der Hauptteil setzt sich kritisch mit der modernen Reproduktionsmedizin auseinander und prüft, inwiefern Verfahren wie IVF, PID und pränatale Diagnostik als neue, technisch unterstützte Formen der Eugenik zu werten sind.
Eugenik, Rassenhygiene, Reproduktionsmedizin, Evolution, Selektion, Sozialdarwinismus, pränatale Diagnostik, Humangenetik, Biomacht, Familienplanung, Erbgesundheit, Sozialhygiene, Sterilisation, Genetik, Degeneration
Die Arbeit untersucht die historische, ideologische und aktuelle Ausprägung eugenischer Bestrebungen und zeigt auf, dass diese weit über den Nationalsozialismus hinausreichen.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Eugenik, ihre räumliche Verbreitung, die Verknüpfung mit politischen Weltanschauungen und ihre moderne Anwendung in der medizinisch unterstützten Fortpflanzung.
Ziel ist es, die Fehlannahme einer ausschließlichen NS-Beschränktheit der Eugenik zu widerlegen und ihre andauernde Aktualität in heutigen gesellschaftlichen und medizinischen Debatten aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer diskursgeschichtlichen und ideologiekritischen Analyse, die sich auf ein breites Quellenstudium (wissenschaftliche Literatur, Gesetze, Enzykliken, Zeitgenössische Diskurse) stützt.
Der Hauptteil analysiert die zeitliche, räumliche und ideologische Dimension der Eugenik und diskutiert kritisch moderne reproduktionsmedizinische Verfahren auf ihre eugenische Relevanz.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eugenik, Rassenhygiene, Reproduktionsmedizin, Selektion, Biomacht und Humangenetik geprägt.
Die Arbeit zeigt, dass eugenisches Denken durch neue Technologien wie PID und PND in veränderter Form fortbesteht, indem Leben nach Kriterien von Wert und Nutzen optimiert werden soll.
Während die "alte" Eugenik oft staatlich gelenkt, rassistisch und bevölkerungspolitisch ausgerichtet war, zeichnet sich die "neue" Eugenik durch Freiwilligkeit, Individualisierung und einen medizinisch-technologischen Fokus aus.
Die Reproduktionsmedizin fungiert als moderne Sozialtechnologie, die, legitimiert durch den Wunsch nach einem "Wunschkind", Selektionsprozesse ermöglicht, die eugenischen Motiven der Vergangenheit ähneln.
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