Magisterarbeit, 2004
95 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Vorwort
3. Essstörungen in Abgrenzung zu „normalem“ Essverhalten
4. Arten von Essstörungen
4.1 Anorexia nervosa
4.2 Bulimia nervosa
4.3 Sonstige Essstörungen
5. Symptomatik
5.1 Somatische Folgeerscheinungen bei Anorexie und Bulimie
5.2 Psychische Symptome
5.3 Soziale Folgeerscheinungen
6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Essstörungen
7. Zahlen zu Essstörungen
7.1 Epidemiologie
7.2 Prognose, Mortalität und Todesursachen
8. Keine Krankheiten der Neuzeit
9. Theorien zur Ätiologie
9.1 Der Psychoanalytische Ansatz
9.1.1 Das ambivalente Verhältnis zur Mutter
9.1.2 Der Gewinn durch das Symptom
9.1.3 Kritik am psychoanalytischen Ansatz
9.2 Der persönlichkeitstheoretische Ansatz
9.2.1 Das Selbstwertgefühl
9.2.2 Körperschemastörung
9.3 Der soziokulturell-gesellschaftliche Ansatz
9.3.1 Kulturtheoretische Aspekte
9.3.2 Der Feministische Ansatz
9.4 Der Biologisch-genetische Ansatz
9.4.1. Schwellensituation Pubertät
9.4.2 Biophysiologische Aspekte
9.4.3 Der Genetische Ansatz
9.4.4 Komorbidität
9.5. Der Familiendynamische Ansatz
9.5.1 Die Magersuchtsfamilie
9.5.2 Besonderheiten in der Familiendynamik
9.5.3 Sexueller Missbrauch
10. Auslösende Faktoren einer Essstörung
11. Essstörungen als Bewältigungs- und Problemlösestrategie
11.1 Realitätsbewältigung durch Sucht und Flucht
11.1.1 Essstörungen – Krankheiten mit Suchtcharakteristik
11.1.2 Verhaltensweisen Süchtiger
11.2 Aufrechterhaltende Faktoren der Magersucht und Bulimie
11.3 Funktionen von Essstörungen
11.3.1 Funktionen der Magersucht
11.3.2 Die Funktionen der Bulimie
12. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen, multifaktoriellen Entstehungsbedingungen von Essstörungen, mit besonderem Fokus auf Anorexia nervosa und Bulimia nervosa. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, welche psychologischen, familiendynamischen und soziokulturellen Faktoren zur Ausbildung dieser Krankheitsbilder beitragen und welche Funktionen das gestörte Essverhalten im individuellen Leben der Betroffenen erfüllt.
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Entstehungsbedingungen von Essstörungen, im Besonderen den von Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, mit dem Hauptaugenmerk auf Anorexie. Zuerst werden die einzelnen Essstörungen vorgestellt, wobei auf die bekanntesten Exponenten der Essstörung, die typische Anorexie und die typische Bulimie ausführlich und auf andere Essstörungen der Vollständigkeit wegen nur kurz eingegangen wird. Das Phänomen Essstörung ist äußerst komplex.
Damit sich der Leser ein Bild von der Schwere und Ernsthaftigkeit der Krankheitsbilder machen kann und um zu zeigen, dass es sich nicht nur um einen Abnehm-Tick bei skeletthaft aussehenden Mädchen oder um „fressende“ und „kotzende“ Frauen handelt, werden sowohl psychische, physische und soziale Folgeerscheinungen als auch epidemiologische und prognostische Daten aufgezeigt. Dass sich Essstörungen nicht explizit voneinander trennen lassen und mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen, wird anschließend in einem gleichnamigen Kapitel beleuchtet.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die komplexen Entstehungsbedingungen von Anorexia und Bulimia nervosa unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Theorien zu beleuchten.
2. Vorwort: Das Vorwort diskutiert den Wandel der Ernährungssituation und des Lebensstils in den Industrienationen als Kontext für das Auftreten von Essstörungen.
3. Essstörungen in Abgrenzung zu „normalem“ Essverhalten: Dieses Kapitel definiert den Begriff des gestörten Essverhaltens im Kontrast zu einem physiologisch gesteuerten Essverhalten und beleuchtet die emotionale Funktion des Essens.
4. Arten von Essstörungen: Es werden die klinischen Formen Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und weitere Essstörungen vorgestellt, wobei die Unmöglichkeit einer strikten Trennung der Krankheitsbilder hervorgehoben wird.
5. Symptomatik: Hier werden die vielfältigen somatischen, psychischen und sozialen Folgeerscheinungen einer chronifizierten Essstörung detailliert beschrieben.
6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Essstörungen: Das Kapitel analysiert die übersteigerte Angst vor Gewichtszunahme und die Identitäts- sowie Selbstwertproblematik als verbindende Elemente bei unterschiedlichen Krankheitsbildern.
7. Zahlen zu Essstörungen: Es werden epidemiologische Daten wie Prävalenz und Inzidenz sowie Prognosen und Mortalitätsraten von Essstörungen dargelegt.
8. Keine Krankheiten der Neuzeit: Das Kapitel räumt mit dem Vorurteil auf, Essstörungen seien lediglich moderne Phänomene, und zeigt deren historische Präsenz auf.
9. Theorien zur Ätiologie: Eine tiefgehende Untersuchung der verschiedenen Ansätze – psychoanalytisch, persönlichkeitstheoretisch, soziokulturell, biologisch-genetisch und familiendynamisch – zur Entstehung von Essstörungen.
10. Auslösende Faktoren einer Essstörung: Dieses Kapitel widmet sich akuten und chronischen Belastungen, die als direkte Auslöser für das Ausbrechen der Erkrankung dienen.
11. Essstörungen als Bewältigungs- und Problemlösestrategie: Es wird analysiert, wie Essstörungen als psychologische Lösungsversuche für Lebensängste fungieren und Suchtcharakteristika annehmen.
12. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass Essstörungen ein multikausales Krankheitsbild darstellen, das tief in familiäre und soziale Strukturen eingebettet ist.
Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Ätiologie, Familiendynamik, Magersucht, Symptomatik, Suchtcharakteristik, Pubertät, Selbstwertgefühl, Körperschemastörung, Psychosomatik, Multikausalität, Konfliktbewältigung, Schlankheitsideal
Die Arbeit analysiert die Entstehungsursachen und aufrechterhaltenden Faktoren von Anorexia und Bulimia nervosa aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.
Zentrale Felder sind die psychologische Symptomatik, die familiäre Dynamik, soziokulturelle Einflüsse und die Funktion von Essstörungen als missglückte Lösungsstrategie.
Die Forschungsfrage fragt nach dem Zusammenspiel von individuellen, familiären und gesellschaftlichen Bedingungen, die bei Mädchen und jungen Frauen zur Entwicklung einer Essstörung führen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die einen integrativen Ansatz verfolgt, indem sie Erkenntnisse aus der Psychoanalyse, Systemtherapie, Epidemiologie und Soziologie zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Krankheitsbilder, die Analyse der Symptome und die detaillierte Betrachtung ätiologischer Theorien, insbesondere des familiendynamischen Ansatzes.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Essstörungen, Multikausalität, Identitätsentwicklung, Familiendynamik und Körperschemastörung definiert.
Da Essstörungen oft im Pubertätsalter ausbrechen, in dem die Mädchen in ihrer Herkunftsfamilie leben, sind die familiären Rahmenbedingungen entscheidend für die Krankheitsgenese.
Weil es betroffenen Frauen aufgrund der Normalgewichtigkeit oft über Jahre gelingt, ihre Essanfälle und das kompensatorische Verhalten vor der Umwelt zu verbergen.
Das medial verbreitete Ideal der Schlankheit erzeugt einen immensen Anpassungsdruck, der bei prädisponierten Mädchen zur Entstehung von Körperunzufriedenheit und Diätverhalten führt.
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