Masterarbeit, 2013
95 Seiten, Note: 2,0
0. Einleitung
1. Zur Begriffsklärung
1.1. Forschungsstand zur Boulevardpresse
1.2. Das Image
1.3. Der Klatsch um prominente Personen
2. Das Korpus
3. Die Strategie der Emotionalisierung
3.1. Emotionsausdrückende und Emotionsbezeichnende Lexeme
3.2. Perspektivierung/ emotionale Bewertung
3.3. Semantisches Feld Opfer/ Kampf
3.4. Semantisches Feld Liebe/ Fürsorge nach MITTELBERG (1967: 28-37)
3.5. Skandalisierung
4. Familiarisierung
4.1. Wir-Verständnis/ direkte Rede
4.2. Einblick in privates Familienleben
4.3. Berufen auch Autorität nach KLEIN (1994: 4-7)
5. Kategorie der Weiblichkeit
5.1. Kategorie der Äußerlichkeiten nach STIMNIKER (2008)
5.2. Traditionelle Frauenrolle
6. Oberschicht vs. Volksnähe
6.1. Semantisches Feld Oberschicht
6.2. Semantisches Feld Volksnähe/ Die Frau Wulff von nebenan
7. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die sprachlichen Strategien, mit denen die Boulevardpresse das öffentliche Image prominenter Persönlichkeiten am Beispiel von Bettina Wulff aufbaut und gezielt verändert. Dabei wird analysiert, wie durch Sprache bestimmte Wahrnehmungen beim Leser evoziert und beeinflusst werden.
3.2. Perspektivierung/ emotionale Bewertung
Ein sehr wichtiges und im Korpus häufig anzutreffendes Mittel zur Konstruktion des Images von Bettina Wulff ist die perspektivierte und emotional bewertende Beschreibung von ihr. Es ist eines der Erkennungszeichen der Boulevardpresse Sachverhalte aus der Perspektive des Produzenten darzustellen und seine Meinung und Bewertung der Situation in den Text einfließen zu lassen. Schließlich vermittelt die „sprachliche Darstellungsrepräsentation […] über den referentiellen Wert hinaus emotionale Bewertungen und kognitive Fokussierungen“ (SCHWARZ-FRIESEL 2007: 32). Diese Bewertungen werden oft nicht explizit, sondern implizit ausgedrückt. Dies ist besonders bei negativer Bewertung, Kritik und Diffamierungen in den Medien der Fall, da diese Vorsichtsmaßnahmen gegen rechtliche Schritte der beschriebenen Person ergreifen müssen (vgl. SCHWARZ-FRIESEL 2007: 25).
Dabei wird beim Leser der Zeitung ein emotionaler Bezug zu Bettina Wulff hergestellt, denn dieser nimmt die ihm in der Berichterstattung vermittelte Perspektive an und teilt die vermittelte Bewertung der Sachverhalte. Außerdem können perspektivierte Texte emotionale Einstellungen beim Rezipienten aktivieren bzw. konstituieren (vgl. SCHWARZ-FRIESEL 2007: 95), welche dieser dann mit der Person Bettina Wulff assoziiert. Auch daraus ergibt sich ein Image, denn die Berichterstattung definiert die Beurteilung. Die boulevardeske Textgestaltung führt zu der Repräsentation auf bestimmte Art und Weise (vgl. SCHWARZ-FRIESEL 2007). Medien sind, wie bereits erwähnt, Attrappen für tatsächliche Gesprächspartner, mit denen der Rezipient Klatsch austauschen könnte.
0. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Hypothese zur linguistischen Imagekonstruktion durch die Boulevardpresse am Fallbeispiel Bettina Wulff.
1. Zur Begriffsklärung: Theoretische Grundlagen zum Forschungsstand der Boulevardpresse und Definition des Image-Begriffs in der Kommunikation.
2. Das Korpus: Offenlegung der Datenbasis, bestehend aus 450 Artikeln über Bettina Wulff aus drei verschiedenen Boulevardzeitungen.
3. Die Strategie der Emotionalisierung: Erläuterung, wie Boulevardtexte durch gezielte Wortwahl und semantische Felder Emotionen beim Leser hervorrufen und steuern.
4. Familiarisierung: Untersuchung sprachlicher Mittel, um beim Leser Nähe und ein Gefühl der sozialen Zugehörigkeit zur Berichterstattung zu erzeugen.
5. Kategorie der Weiblichkeit: Analyse, wie Bettina Wulff durch stereotype Zuschreibungen als "ideale Frau" oder "vorbildliche Mutter" inszeniert wird.
6. Oberschicht vs. Volksnähe: Analyse des Kontrasts zwischen der Darstellung als glamouröser Elite und der Bodenständigkeit einer "Frau von nebenan".
7. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Hypothese, dass Boulevardmedien durch systematische sprachliche Strategien die Wahrnehmung des Lesers beeinflussen.
Boulevardpresse, Bettina Wulff, Image, Emotionalisierung, Familiarisierung, Sprachwissenschaft, Medienanalyse, semantische Felder, Skandalisierung, Frauenrolle, Persuasion, Identifikation, Klatsch, Journalismus, Diskursanalyse
Die Arbeit untersucht linguistisch, wie Boulevardzeitungen durch gezielte sprachliche Strategien ein spezifisches Image einer prominenten Person aufbauen und verändern.
Die zentralen Themen sind Emotionalisierung, Familiarisierung, Konstruktion von Geschlechterrollen und die Inszenierung sozialer Distanz oder Nähe.
Ziel ist es zu belegen, dass Boulevardmedien keine neutrale Berichterstattung liefern, sondern durch bewusste sprachliche Muster aktiv Meinungsbildung betreiben.
Es wird eine qualitative, textuelle Analyse eines Korpus von über 450 Boulevardartikeln aus den Zeitungen BILD, B.Z. und Berliner Kurier durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in Kapitel, die spezifische Strategien wie Emotionalisierung, Familiarisierung und die Verwendung bestimmter semantischer Felder im Detail analysieren.
Boulevardpresse, Imagebildung, Emotionalisierung, Familiarisierung, Diskursanalyse und Persuasion.
Das Image wandelt sich durch die Boulevardpresse von einem anfänglich positiven Idealbild der "First Lady" hin zu einem eher negativen Bild, welches durch Skandalisierung und Opfersuche geprägt ist.
Dieses Feld dient dazu, beim Rezipienten Mitleid zu erzeugen und die Identifikation mit der Protagonistin in Krisensituationen zu forcieren.
Sie schafft beim Leser die Illusion einer persönlichen Nähe und Bindung zur Prominenten, wodurch dieser sich eher als Teil einer Gemeinschaft fühlt und die vorgegebene Meinung der Zeitung übernimmt.
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