Diplomarbeit, 2009
94 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3 Methodik
1.4 Definitorische Grundlagen
2 Theoretische und historische Grundlagen des Banken- und Kreditgeschäfts
2.1 Volkswirtschaftliche Funktionen der Kreditinstitute
2.2 Transaktionskostentheorie
2.3 Finanzmarktheorie
2.4 Historische Entwicklung des modernen Kredit- und Bankenwesens in Deutschland
2.5 Grundlagen des Endkundenkreditgeschäfts
3 Social Lending - Entwicklung und derzeitiger Stand
3.1 Grundlagen des Social Lending
3.2 Gründungsunternehmen als derzeitige Akteure
3.2.1 Smava
3.2.2 Zopa
3.2.3 Prosper
3.3 Risikodiversifizierung
4 Entwicklungschancen des Social Lending
4.1 Entwicklungsmöglichkeiten des Social-Lending-Konzepts
4.2 Risiken für die Social-Lending-Entwicklung
4.3 Marktausblick
5 Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht das Social Lending als internetbasiertes Kreditgeschäft zwischen Endkunden und analysiert, inwieweit dieses Modell etablierte Bankenstrukturen ergänzen oder herausfordern kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Status quo, die Geschäftsmodelle, die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung dieses Marktes.
1.1 Problemstellung
Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. Stützungsaktion, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleiten erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.5
Die Worte von Kurt Tucholsky sind heute mindestens so aktuell wie vor knapp 80 Jahren. Die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise, die in den USA ihren Ursprung hat, lassen den deutschen Bankenmarkt nicht unberührt und haben dazu geführt, dass die aktuellen Entwicklungen in diesem Wirtschaftsbereich zunehmend im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen sind und dass das Marktagieren der Banken und ihrer Vorstände skeptischer betrachtet werden. Rund 75% der Teilnehmer einer Studie des Fraunhofer Instituts geben vor diesem Hintergrund an, dass sie das gestiegene Misstrauen in die monetären Finanzinstitute bzw. die Bankwirtschaft insgesamt als strategische Herausforderung ansehen.6 Aus diesen Erkenntnissen lässt sich schließen, dass die Manager der Banken bestrebt sind, vertrauensbildende Maßnahmen herbeizuführen, um den Reputationsverlust auszugleichen. Mehr Transparenz ist deshalb das entscheidende Kriterium, was kritische Anleger und Kreditnehmer derzeit von den Banken erwarten. Es dürfte somit nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Bankenwirtschaft ihre internen Vergütungsmodelle und Bonifikationen überdenken,7 um den Vertrauensverlust bei ihren Klienten zu kompensieren, denn ihr „Kapital“ ist das entgegengebrachte Vertrauen der Endkunden, wie in Kapitel 2.5 noch erläutert werden wird.
1 Einführung: Die Einleitung legt die Motivation und den wissenschaftlichen Rahmen der Arbeit dar, definiert das Social Lending und skizziert das Forschungsinteresse.
2 Theoretische und historische Grundlagen des Banken- und Kreditgeschäfts: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Funktionen von Banken, die Transaktionskostentheorie sowie die Geschichte und Bedeutung des Bankenwesens für die deutsche Volkswirtschaft.
3 Social Lending - Entwicklung und derzeitiger Stand: Hier werden die Grundlagen des Social Lending, die Geschäftsmodelle ausgewählter Akteure (Smava, Zopa, Prosper) und Methoden der Risikodiversifizierung beschrieben.
4 Entwicklungschancen des Social Lending: Das Kapitel analysiert potenzielle Entwicklungspfade, Herausforderungen wie regulatorische Rahmenbedingungen und diskutiert die Marktchancen sowie das Konkurrenzverhältnis zu klassischen Banken.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert die erzielten Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen.
Social Lending, Peer-to-Peer Banking, Finanzintermediäre, Kreditvermittlung, Transaktionskosten, Risikodiversifizierung, Web 2.0, Smava, Zopa, Prosper, Bankenregulierung, Marktversagen, Vertrauensgüter, Online-Kreditplattform, Finanzmarktheorie.
Die Arbeit behandelt den Entwicklungsstand und die Zukunftsaussichten des Social Lending, also der Kreditvergabe zwischen Privatpersonen über Internetplattformen.
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen des Bankwesens, der Status quo von P2P-Plattformen, Risikomanagement sowie die regulatorischen und strategischen Herausforderungen.
Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Thematik zu bieten und zu prüfen, inwieweit das Social-Lending-Konzept als Alternative oder Ergänzung zu traditionellen Banken fungieren kann.
Die Arbeit basiert auf der Analyse von Standardwerken, Fachartikeln, Studien, Unternehmensangaben sowie Experteninterviews mit Branchenvertretern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung des Geschäftsmodells von Social-Lending-Plattformen sowie eine Risiko- und Chancenanalyse.
Schlüsselbegriffe sind Social Lending, Finanzintermediation, Transaktionskosten, Risikodiversifizierung und die Rolle des Internets im Bankensektor.
Smava nutzt in Deutschland spezifische Kooperationen (z.B. mit der Biw AG) und Instrumente wie Anleger-Pools, um regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und das Ausfallrisiko für Investoren zu mindern.
Die Anleger-Pools dienen als Schutzmechanismus, bei dem Anleger in einer Bonitätsklasse Zahlungsausfälle bei einzelnen Kreditnehmern durch den Wegfall von Tilgungsanteilen innerhalb des Pools gemeinsam tragen.
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