Bachelorarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 1,70
1) Artemisia Gentileschi „Judith enthauptet Holofernes“, um 1620
1.1 Einführung
1.2 Bildanalyse
1.2.1 Komposition, Lichtregie und Farbwahl
1.2.2 Raumgestaltung
1.2.3 Abra
1.2.4 Judith
1.2.5 Holofernes
1.2.6 Signatur
1.2.7 Provenienz
2) Die künstlerische Entwicklung Artemisias anhand zweier Versionen
2.1 Die erste Version: „Judith enthauptet Holofernes“, 1611-12
2.2 Vergleich der Gemälde von 1611-12 und 1620
3) Vater und Tochter: ein Werk zwischen Tradition und Innovation
3.1 Orazio Gentileschis „Judith und ihre Zofe“, ca. 1607-08
3.2 Vergleich der Gemälde von Orazio und Artemisia Gentileschi
4) Abschließende Worte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ (um 1620) von Artemisia Gentileschi hinsichtlich seiner Komposition, Lichtführung und inhaltlichen Bedeutung. Das primäre Ziel ist es, die künstlerische Innovation Gentileschis im Vergleich zu ihrem Vater Orazio sowie zu ihrer eigenen früheren Version des Themas herauszuarbeiten und die Genese ihres individuellen Stils im Kontext der barocken Malerei zu beleuchten.
1.2.4 Judith
Es ist die kräftige rechte Hand Judiths, die den Griff des Schwertes umfasst. Wie auch in der biblischen Geschichte ist sie es, die die Tat vollbringt. Im Buch Judit heißt es: „Herr, […] sieh in dieser Stunde gnädig auf das, was meine Hände zur Verherrlichung Jerusalems tun werden.“ Und ein wenig später: „Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr […]! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab.“ Judith ist dementsprechend die ausführende „Hand Gottes“. Es verwundert daher nicht, dass Gentileschi besonders Judiths kräftige Hände und die freigelegten Unterarme betont. Wie auch in der Bibel beschrieben, greift die Linke in Holofernes‘ Haar und presst den Kopf auf das Laken, während die Rechte das Schwert in den Hals führt. Bettina Uppenkamp sieht hier einen christlichen Bezug, da die Waffe die Form eines lateinischen Kreuzes hat, welche durch die senkrechte Haltung betont wird. Judiths Arme sind parallel ausgestreckt und, wie auch bei Abra, bis über die Ellenbogen entblößt. Die gestreckte Armhaltung erzeugt Distanz zu Holofernes, so, als würde Judith die Tat nur widerwillig vollziehen oder, als wolle sie nicht mit Blut befleckt werden.
Während die erhöhte Position der Magd darauf schließen lässt, dass sie auf dem Bett kniet, so steht Judith zumindest mit dem linken Bein auf dem Boden. Der gelbe Stoff ihres Kleides hinter Holofernes‘ Brust sowie ihre Körperneigung von ihm weg, lassen darauf schließen, dass sie den rechten Oberschenkel auf dem Bett, vielleicht sogar auf Holofernes‘ Rippen, abstützt. Das dezente Lehnen des Oberkörpers nach rechts nimmt der Haltung, laut Griselda Pollock, die Dynamik und lässt sie statisch erscheinen. In dieser zwar energischen, aber kaum eleganten Haltung, neigt sie den Oberkörper leicht nach vorn, sodass der Betrachter einen Einblick in Judiths tiefes Décolté erhascht.
1) Artemisia Gentileschi „Judith enthauptet Holofernes“, um 1620: Das Kapitel bietet eine detaillierte Einführung und eine formale Bildanalyse des Hauptwerks, inklusive der Rolle der drei Figuren sowie der Signatur und Provenienz.
2) Die künstlerische Entwicklung Artemisias anhand zweier Versionen: Hier werden die beiden Fassungen von 1611-12 und 1620 miteinander verglichen, um Artemisias künstlerische Reifung und die Veränderungen in Komposition und Ausdruck darzustellen.
3) Vater und Tochter: ein Werk zwischen Tradition und Innovation: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss von Orazio Gentileschis Werk „Judith und ihre Zofe“ auf Artemisias Schaffen und arbeitet die Abgrenzung der Tochter vom väterlichen Stil heraus.
4) Abschließende Worte: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei Artemisias Loslösung von der Tradition ihres Vaters und die Entwicklung eines eigenständigen Stils betont werden.
Artemisia Gentileschi, Judith und Holofernes, Barockmalerei, Caravaggismus, Bildanalyse, Komposition, Lichtregie, Orazio Gentileschi, Kunstgeschichte, Italienischer Barock, Malerei, weibliche Identität, Ikonographie, Provenienz, Restaurierungsgeschichte
Die Arbeit untersucht das Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ von Artemisia Gentileschi und analysiert, wie die Künstlerin das biblische Motiv im Barock neu interpretierte.
Zentrale Themen sind die Bildgestaltung, der Vergleich zwischen verschiedenen künstlerischen Versionen desselben Sujets sowie der Einfluss von Orazio Gentileschi auf seine Tochter.
Das Ziel ist es, die künstlerische Unabhängigkeit von Artemisia Gentileschi und ihre Innovationen innerhalb des caravaggesquen Stils aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Bildanalyse, die formale Kriterien wie Komposition, Licht und Farbe mit einer Untersuchung der Ikonographie und dem historischen Kontext verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Version von 1620, einen vergleichenden Abschnitt zur frühen Version von 1611-12 und eine Untersuchung der Abhängigkeiten und Unterschiede zum Werk ihres Vaters Orazio.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Artemisia Gentileschi, Barock, Caravaggismus, Judith, Ikonographie und Künstlerische Entwicklung.
Abra wird hier nicht als passives Beiwerk dargestellt, sondern als aktive Komplizin, die durch ihre physische Präsenz und ihr Eingreifen in die Tat die Dramatik der Szene verstärkt.
Es wird vermutet, dass Artemisia durch ihren Kontakt zu Galileo Galilei dessen Erkenntnisse über die Parabelform von Wurfgeschossen in die Darstellung des spritzenden Blutes einfließen ließ.
Da Artemisia in der Werkstatt ihres Vaters ausgebildet wurde, sind sich Experten bei frühen Werken oft uneinig, ob es sich um eigenständige Arbeiten, Gemeinschaftsprojekte oder Kopien handelt.
Damit ist gemeint, dass Gentileschi das biblische Geschehen in eine realistische, menschliche und fast brutale Umgebung setzt, anstatt den göttlichen Bezug der Tat, wie in älteren Werken üblich, in den Vordergrund zu stellen.
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