Masterarbeit, 2016
76 Seiten, Note: 1,4
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Einsatz von Telematik in der Kraftfahrtversicherung
2.1 Grundkonzept eines Telematik-Tarifes
2.2 Konzeptrealisierung in der Praxis
2.3 Mehrwerte und Risiken aus Sicht der Versicherungsnehmer
3 Theorien und Modelle
3.1 Begriffsbestimmung und theoretische Einordnung
3.2 Identifikation von Variablen der Akzeptanz aus den theoretischen Modellen
3.2.1 Theory of Reasoned Action
3.2.2 Technology Acceptance Model
3.2.3 Innovation Diffusion Theory
3.3 Identifikation weiterer Variablen aus der Praxis auf Basis des Experteninterviews
3.4 Theoriegeleitete Modellentwicklung zur Analyse der Akzeptanz von Telematik-Tarifen
4 Empirische Untersuchung
4.1 Methodische Grundlagen zur Datenerhebung
4.2 Datenerhebung mittels Online-Befragung
4.2.1 Operationalisierung der Modellkonstrukte / Fragebogenkonzeption
4.2.2 Pretest
4.2.3 Durchführung der Befragung
4.2.4 Datenbereinigung
4.3 Statistischer Ansatz zur Datenanalyse
5 Datenanalyse
5.1 Stichprobenbeschreibung und deskriptive Statistiken
5.2 Gütebeurteilung der Modelle
5.2.1 Gütebeurteilung des Messmodells
5.2.2 Gütebeurteilung des Strukturmodells
5.3 Untersuchungsergebnisse und Prüfung der Hypothesen
6 Diskussion der Auswertung
7 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Identifikation und Messung von Treibern und Barrieren der Kundenakzeptanz von Telematik-Tarifen in der Kraftfahrtversicherung im deutschen Privatkundensegment. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Faktoren die Nutzungsintention beeinflussen und wie stark deren jeweiliger Effekt auf das Entscheidungsverhalten der Versicherungsnehmer ist.
2.1 Grundkonzept eines Telematik-Tarifes
Telematik ist eine Verknüpfung der Begriffe Telekommunikation und Informatik. Es ist eine Technologie, die die Funktionen der Navigation, Ortung, Informatik und Kommunikation miteinander vernetzt. Sie ermöglicht eine drahtlose Übertragung von Informationen und deren anschließende Weiterverarbeitung.
In der Kfz-Versicherung kann mithilfe von Telematik das Fahrverhalten der Fahrzeugnutzer erfasst und anhand der übermittelten Daten analysiert werden. Auf dieser Basis lassen sich im Ergebnis individuelle Risikoprofile der Kunden erstellen, die maßgeblich die Höhe der zu zahlenden Prämie bestimmen. Mit der Telematik eröffnet sich also für die Versicherungsunternehmen die Möglichkeit einer nutzenbasierten Kalkulation der Kfz-Versicherungsprämie. Die Versicherungsmodelle, die bei der Kalkulation den Fahrstil berücksichtigen, werden deshalb auch als Pay-how-you-drive (PHYD) tituliert. Der Grundgedanke derartiger Tarife besteht darin, dass ein risikoaverser Fahrstil mit einem Prämienrabatt belohnt und ein risikoreiches Fahrverhalten dagegen mit Prämienzuschlägen sanktioniert wird.
Der Beitrag einer konventionelle Kfz-Versicherung wird primär durch folgende Merkmale bestimmt: Fahrzeugdaten (Hersteller, Motorleistung), PKW-Zulassungsort, Sozio-demografische Merkmale der Fahrzeugnutzer (Alter, Jahr des Führerscheinerwerbs, ggf. Beruf und Unfallhistorie), sowie Angaben des Kunden zur jährlichen Fahrleistung, welche nur begrenzt kontrollierbar sind.
Die Prämienkalkulation basiert somit auf historischen Daten und berücksichtigt nur mäßig die tatsächliche Fahrleistung sowie das individuelle Fahrverhalten nach Abschluss eines Versicherungsvertrages. Die pauschale Preisberechnung führt dazu, dass „gute“ Fahrer die risikoreiche Fahrweise „schlechter“ Fahrer durch einen zu ihrem persönlichen Risiko unangemessen hohen Mehrbeitrag subventionieren. Das konventionelle Versicherungsmodell bietet somit dem Fahrer kaum einen ökonomischen Anreiz, durch das Fahrverhalten sein Risikoprofil zu verbessern.
Ein solcher Anreiz soll dagegen mit einem Telematik-Tarif geschaffen werden. Das individuelle Unfallrisiko wird bei der Prämienberechnung berücksichtigt, indem die tatsächliche Fahrweise als Kalkulationselement mit einbezogen wird. Es wird insofern erwartet, dass ein auf ökonomisches Handeln bedachter Versicherungsnehmer in einem Telematik-Tarif sich bemühen wird, sein Risikoprofil so gering wie möglich zu halten, um seine Versicherungsprämie zu minimieren.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Telematik-Tarife ein und definiert das Ziel, Akzeptanzfaktoren für diese Innovation in Deutschland zu identifizieren.
2 Einsatz von Telematik in der Kraftfahrtversicherung: Dieses Kapitel erläutert das Grundkonzept und die praktische Realisierung von Telematik-Tarifen sowie die aus Kundensicht relevanten Mehrwerte und Risiken.
3 Theorien und Modelle: In diesem Teil werden die theoretischen Grundlagen aus der Akzeptanzforschung (TAM, TRA, Diffusionstheorie) dargelegt und zu einem eigenständigen Modell für die Untersuchung weiterentwickelt.
4 Empirische Untersuchung: Hier wird der methodische Ansatz der Datenerhebung mittels Online-Befragung sowie die Vorbereitung, Operationalisierung und Bereinigung der Daten beschrieben.
5 Datenanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, die Güteprüfung des Modells sowie die Ergebnisse der Hypothesenüberprüfung.
6 Diskussion der Auswertung: Hier werden die Ergebnisse kritisch interpretiert und die Rolle der Akzeptanzfaktoren im Kontext des deutschen Versicherungsmarktes reflektiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über Treiber und Barrieren der Akzeptanz zusammen und gibt Empfehlungen für die Praxis sowie einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Telematik-Tarif, Kfz-Versicherung, Akzeptanzforschung, Technology Acceptance Model, Fahrverhalten, Prämiennachlass, Datenschutz, Risikoprofil, Nutzungsintention, Pay-how-you-drive, Innovation, Strukturgleichungsmodellierung, Konsumentenverhalten, Datensicherheit, Kundenakzeptanz.
Die Arbeit untersucht, warum potenzielle Kunden in Deutschland Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung akzeptieren oder ablehnen.
Die zentralen Themen umfassen die Funktionsweise von Telematik-Versicherungen, die wissenschaftliche Modellierung von Technologieakzeptanz und die Identifikation spezifischer Akzeptanztreiber wie Kostenersparnis versus Datenschutzbedenken.
Das Ziel ist es, ein theoretisches Modell zur Identifikation und Messung der Treiber und Barrieren für die Abschlussbereitschaft von Telematik-Tarifen zu entwickeln und empirisch zu validieren.
Es wurde ein explorativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer Literaturanalyse, Experteninterviews und einer quantitativen Online-Befragung basiert, wobei zur statistischen Auswertung die Strukturgleichungsmodellierung (Partial Least Squares) zum Einsatz kam.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Modellentwicklung, die methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie eine detaillierte Analyse der Ergebnisse zur Bestätigung oder Ablehnung der aufgestellten Hypothesen.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Telematik-Tarif, Nutzungsintention, Akzeptanzforschung, finanzieller Anreiz, Datenschutzrisiko und Strukturgleichungsmodellierung.
Die Analyse ergab überraschenderweise eine signifikant höhere Abschlussbereitschaft bei Kunden ab 58 Jahren, was im Widerspruch zur ursprünglichen Strategie einiger Versicherer steht, primär junge Fahranfänger als Zielgruppe anzusprechen.
Das wahrgenommene Risiko für die Privatsphäre wurde als eine der stärksten Barrieren identifiziert; eine transparente Kommunikation darüber, dass nur aggregierte Scores statt Einzeldaten übermittelt werden, ist daher essenziell für die Akzeptanz.
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