Bachelorarbeit, 2014
88 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Türkische „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik
2.1 Außenpolitische Gründe von Arbeitsmigration in die Bundesrepublik
2.2 Motivation und Ursache der Migration türkischstämmiger Arbeiter
2.3 Das Anwerbeabkommen vom 30. Oktober 1961
2.4 Neufassung deutsch-türkisches Abkommen 1964
2.5 Der Anwerbestopp 1973
3. Altern in der Migration
3.1 Daten und Fakten
3.2 Situation der älteren Generation türkischstämmiger Migrantinnen und Migranten in Deutschland: Ein kurzer Abriss
3.3 Bedeutung der Religion
3.4 Konstitution von türkischen Migranten
3.5 Lebensbedingung und Wohnumfeld
3.6 Ökonomische Situation
4. Befragung
4.1 Problemzentriertes Interview
4.2 Experteninterview
4.3 Methodische Überlegung
4.4 Entwicklung der Frage
4.5 Durchführung
4.6 Reflektion
5. Inhaltliche Diskussion
5.1 Besonderheiten der türkischen Sprache
5.2 Datum und Grund der Migration
5.3 Bildung
5.4 Finanzielle Situation
5.5 Sprache
5.6 Familiäre Lage
5.7 Soziale Lage
5.8 Religiosität
5.9 Gesundheitliche Konstitution
5.10 Unterstützungsbedarf
6. Herausforderung an die Soziale Arbeit
6.1 Ethnische Altenheime
6.2 Tagespflegeeinrichtungen
6.3 Häusliche Pflege
6.4 Begegnungscafés
6.5 Funktion der Sozialen Arbeit
7. Resümee
Die Arbeit untersucht die Lebenslage älterer Migrantinnen und Migranten der ersten Generation aus der Türkei in Deutschland, um den spezifischen Unterstützungsbedarf im Alter zu ermitteln und Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit aufzuzeigen.
2.3 Das Anwerbeabkommen vom 30. Oktober 1961
Das letztlich am 30. Oktober 1961 getroffene Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei gilt für viele allerdings als ein Abkommen zweiter Klasse. Dieses Abkommen war insofern von den vorgehenden Anwerbevereinbarungen zu unterscheiden, da es sich nicht wie beispielsweise im Falle von Italien auf eine pauschale Bedarfsmeldung bezog, sondern nur auf ein konkretes Beschäftigungsangebot der Unternehmen. Es war also auf den individuellen und betriebswirtschaftlichen Bedarf gerichtet (Özil, Hofmann, & Dayioglu-Yücel, 2012, S. 26). Das Anwerbeabkommen wurde zunächst beschränkt auf unverheiratete Personen. Familienzusammenführung und Familiennachzug waren nicht vorgesehen. Jeder Bewerber musste sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen und eine Eignungsprüfung absolvieren (Hunn, 2005, S. 59 ff.). Auch wurde eine zeitliche Grenze von maximal zwei Jahren festgesetzt. Des Weiteren wurden anfänglich ausschließlich Arbeitskräfte aus den europäischen Gebieten der Türkei akquiriert. Eine Begrenzung wurde vorgesehen, um den temporären Charakter der Abmachung hervorzuheben. Der Familiennachzug war unter anderem nicht gewollt, da man potenzielle Schwierigkeiten in puncto Betreuung und Unterbringung der Familienangehörigen vermeiden wollte (bpb, 2014).
Allerdings wurde der Aspekt der temporären Arbeitsaufnahme drei Jahre später mit der am 3. Dezember 1964 vereinbarten Regelung aufgehoben. Viele der türkischen Arbeitswilligen versuchten ohnehin die Regelung der begrenzten Aufenthaltsgenehmigung zu entgehen, indem sie durch den konsularischen Weg versuchten, eine Einreisegenehmigung zu erlangen. Ungeachtet dessen, dass diese Möglichkeit komplizierter und aufwändiger war und über private Übersetzungsbüros vollzogen wurde, sahen viele der Arbeitswilligen eine wirkliche Alternative darin. Durch dieses Prozedere wurde der Arbeitsaufwand für die türkischen Behörden erheblich intensiviert. Sie versuchten daher, das eigens für die Bewerber eingerichtete Verbindungsbüro in Istanbul für die Akquirierung von Arbeitskräften zu monopolisieren, um die Ausreise nicht mehr konsularisch vollziehen zu können. Eine solche Monopolisierung war jedoch nicht gewünscht, da das Verbindungsbüro unter diesen Umständen als Kontrollinstanz fungiert hätte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Alterns von Migranten der ersten Generation in Deutschland ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Türkische „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik: Hier werden die geschichtlichen Hintergründe, die Motive und die politischen Rahmenbedingungen der Anwerbung türkischer Arbeitskräfte beleuchtet.
3. Altern in der Migration: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten und lebensweltliche Faktoren, die das Altern in der Fremde für die betroffene Kohorte prägen.
4. Befragung: Hier werden die methodischen Überlegungen, die Auswahl der Interviewpartner sowie die Durchführung und Reflexion der qualitativen Experten- und Betroffeneninterviews dargelegt.
5. Inhaltliche Diskussion: In diesem Hauptteil werden die Interviewergebnisse anhand spezifischer Kategorien wie Sprache, Bildung, familiäre Lage und Gesundheit ausgewertet.
6. Herausforderung an die Soziale Arbeit: Abschließend werden konkrete Handlungsmöglichkeiten, insbesondere die Notwendigkeit einer kultursensiblen Altenhilfe, diskutiert.
7. Resümee: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von Anerkennung und professioneller, kultursensibler Unterstützung für diese Generation.
Migration, Gastarbeiter, erste Generation, Altern, türkische Migranten, Soziale Arbeit, Altenhilfe, kultursensible Pflege, Arbeitsmigration, familiäres Unterstützungssystem, Akkulturation, soziale Isolation, Bildungsdefizite, Gesundheitssektor, Lebensabend.
Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Lebenssituation von Migranten der ersten Generation aus der Türkei, die mittlerweile ein hohes Alter erreicht haben, und analysiert die Anforderungen an eine angemessene soziale Versorgung in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die aktuelle gesundheitliche und ökonomische Lage der Betroffenen, die Bedeutung familiärer Netzwerke sowie die Rolle von Religion und Sprache.
Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen im Alter dieser Bevölkerungsgruppe aufzuzeigen und Strategien zu formulieren, wie die Soziale Arbeit durch kultursensible Ansätze zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen kann.
Die Autorin führt eine qualitative Untersuchung durch, die problemzentrierte Interviews mit Betroffenen sowie Experteninterviews mit Fachkräften aus dem Sozial- und Pflegebereich kombiniert.
Im Hauptteil werden die gewonnenen Interviewergebnisse systematisch ausgewertet. Dabei werden Faktoren wie Sprachbarrieren, Bildungsdefizite, die prekäre finanzielle Situation sowie die Bedeutung von Familie und Religion detailliert diskutiert.
Wesentliche Begriffe sind „Gastarbeiter“, „erste Generation“, „Altenhilfe“, „kultursensible Pflege“, „Akkulturation“ und „soziale Netzwerke“.
Die Verwendung der Muttersprache im Interview war essenziell, um sprachliche Barrieren abzubauen und den Befragten zu ermöglichen, ihre sensiblen persönlichen Erlebnisse und Emotionen authentisch auszudrücken.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass bisherige Altenhilfesysteme oft nicht auf die spezifischen kulturellen und religiösen Bedürfnisse dieser Generation ausgerichtet sind und daher eine interkulturelle Öffnung oder ethnisch ausgerichtete Pflegeeinrichtungen notwendig sind.
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