Bachelorarbeit, 2016
96 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung
1.1 Abhängigkeit und süchtiges Verhalten
1.2 Erklärungsmodelle von Abhängigkeit
1.3 Sozialwissenschaftlicher Ansatz
1.4 Neurowissenschaftlicher Ansatz
1.5 Verhaltenspsychologischer Ansatz
2 ICD-10 – Einteilung der Störungen durch psychotrope Substanzen
2.1 Opiate
2.2 Ecstasy
2.3 Cannabinoide
2.4 Crystal Meth
3 Abstinenzerhalt – die Zeit nach der Therapie
3.1 Die Lage der Kinder süchtiger Mütter
3.2 Abhängigkeit versus Abstinenz
4 Sucht aus Genderperspektive
4.1 Unterschiede der Entwicklung einer Suchterkrankung
4.2 Frauen sind anders süchtig – ein Erklärungsversuch
4.3 Geschlechterverhältnisse und Arbeit
4.4 Frauen - Arbeit - Sucht
5 Lebenswelt Alleinerziehender Frauen
5.1 Defizite im Alltag
5.2 Rückfallrisiken
5.3 Abstinenz und Kinderbetreuung
5.4 Was brauchen die Mütter, was brauchen die Kinder
5.5 Gesellschaftlicher Umgang mit suchterkrankten Alleinerziehenden
5.6 Familie und Arbeitswelt
5.7 Darstellung der Fallstudie
6 Mögliche Hilfeformate nach SGB VIII
6.1 § 10 SGB VIII -Leistungsansprüche vs. Zuständigkeiten
6.2 Vorrangigkeit von Leistungen
6.3 § 16 SGB VIII - Bildung, Beratung und Erholung
6.4 § 17 SGB VIII und § 18 SGB VIII - Beratung und Unterstützung
6.5 § 19 SGB VIII – Gemeinsame Wohnformen
6.6 § 20 SGB VIII – Versorgung in Notsituationen
6.7 §27 SGB VIII - Hilfen zur Erziehung
6.8 § 28 SGB VIII - Erziehungsberatung
6.9 § 31 SGB VIII -Sozialpädagogische Familienhilfe
6.10 § 35 a SGB VIII – Eingliederungshilfe
6.11 § 36 SGB VIII - Hilfeplanung
6.12 § 41 SGB VIII – Hilfen für junge Volljährige
7 Leistungen der Krankenhilfe und Rehabilitation
7.1 Leistungen der Eingliederungshilfen und Arbeitsförderung
7.2 § 16a SGB II – Kommunale Eingliederungsleistungen
7.3 § 23 ff SGB VIII- Verflechtung der Ansprüche
7.4 § 30 SGB IX Früherkennung und Frühförderung
7.5 SGB IX und XII- Eingliederungshilfe
7.6 SGB VI § 15 Abs. 2 SGB VI- Adaption und Arbeit
7.7 § 54 SGB XII Leistungen der Eingliederungshilfe
8 Nachsorge
8.1 Nachsorge aus Sicht der Sozialen Arbeit
8.2 Beispiele der Sozialen Nachsorge anhand der Fallstudie
9 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer passgenauen Nachsorge für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Suchttherapie, um eine langfristige Abstinenz im Alltag mit ihren Kindern zu sichern. Dabei wird analysiert, wie bestehende Rechtsnormen der Sozialgesetzgebung für diese spezielle Zielgruppe nutzbar gemacht werden können.
1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung
„Psychoaktive Substanzen, also alkoholische Getränke, Haschisch und Marihuana, Opium, Cocablätter und Tabak sowie eine Unzahl weiterer Kräuter, Blätter, Blüten, Wurzeln, Mineralien, Flüssigkeiten und neuerdings künstlich hergestellter Produkte, in verschiedener Form, begleiten die Geschichte der Menschheit.[…] Der sakrale Gebrauch der Stoffe mischte sich ebenfalls von Anfang an mit weltlicheren Bedürfnissen, jenem nach Rausch, Raserei und Ekstase, aber auch denen nach Schmerzvermeidung, Ruhe, Rückzug. Und schon immer war der Schritt vom Gebrauch einer Droge zu ihrem Missbrauch recht klein. Geschichten über Menschen, die „im Rausch“ alle Regeln brechen oder auch über sich selbst hinauswachsen, gehören zum festen Bestandteil des kulturellen Erbes“ (Vogt, 2004, S.9).
Die Berufstätigkeit der Verfasserin in verschiedenen Feldern der Suchthilfe führte zu der Wahrnehmung, dass es für süchtige Frauen mit Kindern ein scheinbares Defizit an Beratungs-, Therapie- und Nachsorgeangeboten gibt, die tatsächlich auf die Bedürfnisse und speziellen Unterschiede im Suchtverhalten von Frauen und Männern zugeschnitten sind. Diese Erfahrung deckt sich mit der Berufserfahrung von KollegInnen und KommilitonInnen, die in der Suchthilfe arbeiten. Ganz besonders deutlich wird dies bei der Gruppe der Alleinerziehenden, die in gängiger Forschungsliteratur und im Theoriediskurs nach eigenen Recherchen unterdurchschnittlich vertreten ist.
Gerade diese Gruppe stellt aber einen zunehmend höher werdenden Anteil der Abhängigkeitskranken sowohl in der Langzeittherapie als auch im ambulanten Kontext der Beratung und Nachsorge, wie anhand der folgenden Kapitel nachgewiesen wird. Daher erscheint es notwendig, sich mit der speziellen Problematik der Abhängigkeitserkrankungen und damit verbunden der Erreichung und Erhaltung der Abstinenz von alleinerziehenden Müttern zu befassen, um nicht nur den Müttern, sondern auch den mit ihnen lebenden Kindern eine Hilfe zum gemeinsamen Leben zu schaffen. In dieser Arbeit geht es ausschließlich um stoffgebundene Abhängigkeiten mit Herausnahme der Abhängigkeit von Tabak, die Erweiterung auf nichtstoffliche Verhaltenssüchte würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung: Die Autorin legt die Relevanz der Thematik für alleinerziehende Mütter dar und skizziert die Notwendigkeit geschlechtersensibler Suchthilfe.
2 ICD-10 – Einteilung der Störungen durch psychotrope Substanzen: Dieses Kapitel erläutert medizinische Grundlagen der Suchterkrankungen und differenziert zwischen verschiedenen gängigen Suchtstoffen.
3 Abstinenzerhalt – die Zeit nach der Therapie: Der Fokus liegt auf der schwierigen Phase nach der stationären Behandlung, insbesondere im Hinblick auf die Situation der betroffenen Kinder.
4 Sucht aus Genderperspektive: Hier werden die spezifischen Unterschiede in Suchtentwicklung und Konsummustern zwischen Frauen und Männern diskutiert.
5 Lebenswelt Alleinerziehender Frauen: Das Kapitel beleuchtet die realen Alltagsbelastungen von Müttern und stellt die Ergebnisse einer eigenen Fallstudie vor.
6 Mögliche Hilfeformate nach SGB VIII: Eine detaillierte Übersicht der jugendhilferechtlichen Unterstützungsmöglichkeiten für die Zielgruppe.
7 Leistungen der Krankenhilfe und Rehabilitation: Darstellung der Ansprüche auf medizinische Rehabilitation und der Verflechtung mit Eingliederungsleistungen.
8 Nachsorge: Abschließende Zusammenfassung der Anforderungen an die soziale Nachsorge sowie Skizzierung beispielhafter Unterstützungsmodelle.
9 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse mit Fokus auf Vernetzung der Hilfesysteme und Eingliederung in Arbeit.
Abhängigkeit, Alleinerziehende Mütter, Sucht, Drogenhilfe, Jugendhilfe, SGB VIII, Abstinenz, Rehabilitation, Nachsorge, Kindeswohl, Genderperspektive, Erziehung, Soziale Arbeit, Suchtverhalten, Eingliederungshilfe
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für alleinerziehende Mütter bei der Erhaltung ihrer Abstinenz nach einer stationären Suchttherapie und beleuchtet passende Hilfsangebote.
Die zentralen Themen sind Suchtverhalten von Frauen, die speziellen Belastungen alleinerziehender Mütter, rechtliche Ansprüche nach dem Sozialgesetzbuch sowie die Bedeutung der Kinderbetreuung.
Die Forschungsfrage lautet: Wie gelingt es abhängigkeitskranken alleinerziehenden Frauen, nach der Therapie ihre Abstinenz im Alltag mit ihren Kindern zu sichern und welche Hilfen sind hierfür erforderlich?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine qualitative Fallstudie mit drei betroffenen Müttern sowie ein Experteninterview durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe (SGB VIII) und Rehabilitation (SGB V, IX, XII) und setzt diese in Bezug zur spezifischen Lebenswelt der Mütter.
Schlüsselbegriffe sind Sucht, alleinerziehende Mütter, Nachsorge, Jugendhilfe, SGB, Abstinenz und Wiedereingliederung.
Alleinerziehende Mütter tragen eine enorme Doppelbelastung, wobei ihre Suchterkrankung oft im Verborgenen verläuft und sie zusätzlich unter Schuldgefühlen und Ängsten bezüglich des Kindeswohls leiden.
Viele der untersuchten Mütter beantragen aus Angst vor dem Jugendamt notwendige Hilfen nicht, was das Rückfallrisiko deutlich erhöht, da Unterstützungssysteme oft als Kontrollinstanzen wahrgenommen werden.
Dies bezeichnet den Wechsel von Müttern zwischen sehr nachgiebigem Verhalten unter Drogeneinfluss und aggressivem bzw. abweisendem Verhalten in Entzugsphasen, was die Kinder massiv belastet.
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