Masterarbeit, 2016
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Evangelische Kirchen in der DDR zwischen 1949 und 1961
3. Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR
4. „Die Kirche im Sozialismus“
4.1. Selbstverständnis
4.2. Rechtsstellung der evangelischen Kirchen
4.3. Die evangelischen Kirchen zwischen Verantwortung und Deeskalation
5. Anpassung und/oder Widerstand: Wichtige Persönlichkeiten und ihr Wirken
5.1. Albrecht Schönherr
5.2. Christa Lewek
5.3. Heino Falcke
Exkurs: Christus befreit – darum Kirche für andere
5.4. Würdigung und Vergleich
6. Oppositionelle Bewegung in den 1980er Jahren
6.1. Politische und gesellschaftliche Situation in den 80er Jahren
6.2. Die Friedensbewegung
6.2.1. Schwerter zu Pflugscharen
6.2.2. Basisgruppen unter dem Dach der Kirche
6.2.3. Friedensgebete
6.2.4. Montagsdemonstrationen
6.3. Die friedliche Revolution und der Fall der Mauer
7. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und den Weg der evangelischen Kirchen in der DDR von 1949 bis zur friedlichen Revolution 1989. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Kirche in einem totalitären System zwischen Anpassung, Widerstand und der Mitgestaltung einer gerechteren Gesellschaft positionieren konnte und welche Handlungsspielräume sie dabei nutzte.
Heino Falcke
Eine verbesserliche Welt – daran glaubten in der DDR ab den 50er Jahren nicht mehr viele Christen. Doch für Heino Falcke war es die Hoffnung auf eine verbesserliche Welt, die ihn ununterbrochen innerhalb der ökumenischen Arbeit als Pfarrer und Probst antrieb.
Am 12. Mai 1929 wurde Heino Falcke in Riesenburg im damaligen Westpreußen geboren. Sein Vater war Schulleiter, wurde jedoch bald für den Krieg eingezogen. In Königsberg besuchte Heino Falcke das Gymnasium und machte 1946 nach der Flucht aus Westpreußen sein Abitur in Seehausen in der Altmark. Dort fand er auch in die Junge Gemeinde hinein, dessen junger Pfarrer bei Bonhoeffer im Predigerseminar war. Durch ihn kam Falcke erstmals mit Bonhoeffers Werken in Berührung und wurde für sein Theologiestudium motiviert. 1946 nahm er das Theologiestudium in Berlin auf und setzte es nach zwei Jahren in Göttingen fort. 1950 erhielt er ein Stipendium in Basel und wurde Assistent bei Karl Barth, dem maßgeblichen Verfasser der Barmer Theologischen Erklärung.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Zusammenbruch der DDR und fragt nach der Rolle der evangelischen Kirchen, die zwischen Widerstand und Anpassung schwankten.
2. Evangelische Kirchen in der DDR zwischen 1949 und 1961: Dieses Kapitel behandelt die Reorganisation der Landeskirchen nach dem Krieg und den zunehmenden Druck durch das SED-Regime, der die Kirchen in die Defensive drängte.
3. Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR: Der Fokus liegt auf der faktischen Abspaltung der DDR-Kirchen von der EKD durch den Mauerbau und der Gründung des BEK.
4. „Die Kirche im Sozialismus“: Hier wird das neue Selbstverständnis der Kirche als „Kirche für andere“ und ihre rechtliche sowie gesellschaftliche Stellung analysiert.
5. Anpassung und/oder Widerstand: Wichtige Persönlichkeiten und ihr Wirken: Dieses Kapitel porträtiert Schönherr, Lewek und Falcke und vergleicht ihre unterschiedlichen Ansätze zur Gestaltung des kirchlichen Dienstes im SED-Staat.
6. Oppositionelle Bewegung in den 1980er Jahren: Die Untersuchung der Rolle der Kirche als Schutzraum für Friedensgruppen, Basisbewegungen und ihre Funktion als Ausgangspunkt der friedlichen Revolution.
7. Resümee: Eine kritische Rückschau auf die Rolle der Kirche, die sowohl als „Mutter der Wende“ gefeiert als auch für ihre Systemnähe kritisiert wurde.
DDR, Evangelische Kirche, Kirche im Sozialismus, SED, Friedensbewegung, Opposition, Albrecht Schönherr, Christa Lewek, Heino Falcke, Dietrich Bonhoeffer, Friedliche Revolution, Montagsdemonstrationen, Schwerter zu Pflugscharen, BEK, Staat-Kirche-Verhältnis
Die Arbeit analysiert die wechselvolle Geschichte und die politische Rolle der evangelischen Kirchen in der DDR zwischen 1949 und 1989.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Kirche und SED-Staat, das theologische Selbstverständnis der „Kirche im Sozialismus“ sowie die Unterstützung oppositioneller Gruppen.
Das Ziel ist es, den Weg der Kirchen in der DDR nachzuzeichnen und zu klären, wie diese sich zwischen Anpassung, Widerstand und inhaltlicher Mitverantwortung positioniert haben.
Es handelt sich um eine theologische und kirchengeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur, Quellen und Dokumenten sowie auf Biografien kirchlicher Führungspersönlichkeiten basiert.
Der Hauptteil beleuchtet die Entwicklung des BEK, das Wirken prägender Akteure wie Schönherr, Lewek und Falcke sowie die Entstehung der oppositionellen Bewegung in den 1980er Jahren.
DDR, Kirche im Sozialismus, Friedensbewegung, Opposition, Staat-Kirche-Verhältnis und Bonhoeffer-Theologie sind die prägenden Begriffe.
Der Autor zeichnet Schönherr als moderaten Vermittler, der durch seine Verhandlungspolitik Freiräume schuf, dafür aber nach der Wende Kritik für eine zu große Nähe zum System erntete.
Falcke positionierte sich deutlich kritischer gegenüber dem realexistierenden Sozialismus und unterstützte als Probst an der Basis explizit oppositionelle Gruppen und Reformbewegungen.
Dieser Vortrag Falckes war wegweisend für das Verständnis einer Kirche, die sich nicht in Nischen zurückzieht, sondern mündige gesellschaftliche Mitarbeit als Glaubensauftrag versteht.
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