Bachelorarbeit, 2014
41 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Erschließung des Resilienzbegriffes
2.1 Allgemeine Bedeutung und Gebrauch
2.2 Exkurs: Resilenz in der Ökologie und Humangeographie
2.3 Resilienz in der psychosozialen Literatur
2.4 Exkurs soziologische Kritik der psychosozialen Resilienzdebatte
3 Zum Verständnis des Körperbegriffs
4 Schnittstellen von Resilienz und Körper
4.1 Resilienz und körperliche Aspekte in renommierten Studien
4.2 Perspektivwechsel auf Resilienz
4.3 Der Körper und das Erfahren der (krisenhaften) Situation
4.4 Resilienzfaktor „Problemlösen“ und die Bedeutung von Emotion und Körper
4.5 Resilienz und Erfahrung
4.6 Resilienz und der Körper an einem Beispiel
4.7 Zwischenfazit zum Verhältnis von Körper und Resilienz
5 Die Bedeutung des Körpers in der psychosozialen Beratung
5.1 Psychosoziale Beratung
5.1.1 Was will Beratung?
5.1.2 Was verbindet und was unterscheidet Therapie und Beratung?
5.2 Der Körper in der psychosozialen Beratung
5.2.1 Begegnung in therapeutischen und Beratungs-Settings
5.2.2 Der Körper als Ansatzpunkt des Verständnisses des Klienten
5.3 Der Körper als Ansatzpunkt zur Gestaltung der Beratung
5.3.1 Bewältigung durch Haltungsziele
5.3.2 Entspannungs- und Besinnungsübungen
5.3.2.1 Reise durch den Körper
5.3.2.2 Atementspannung
5.3.2.3 Reise zu den Stärken
6 Beratung und Resilienz
7 Zusammenführung von Resilienz, Körper und psychosozialer Beratung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Resilienz und Körper sowie deren spezifische Bedeutung in der psychosozialen Beratung, mit dem Ziel, körperorientierte Ansätze als wirksame Hilfsmittel zur Resilienzstärkung herauszuarbeiten.
4.6 Resilienz und der Körper an einem Beispiel
Um im Gegensatz zu von Freyberg (2011) einen Ausblick auf die „positiven Sprengkraft“ verkörperter Resilienz zu bieten, soll im folgenden ein Beispiel aufgezeigt werden, dass Rosenberg (2013) zu Folge eine Seminarteilnehmerin nach einem „Gewaltfreie Kommunikation“-Workshop erlebte.
Die junge Frau arbeitet in einem Drogenhilfezentrum. Um 23Uhr in der Nacht, tritt ein unter Drogen stehender Mann von der Straße ein und schleudert die Frau zu Boden und bedroht sie mit einem Messer, nachdem diese dem Mann erklärt hatte, dass alle Zimmer belegt sind und schreit sie an, dass sie „Nutte“ ihn nicht anlügen solle. Statt weiter auf der Tatsache zu pochen, dass alle Zimmer belegt sind, geht die Frau nach einem tiefen Durchatmen empathisch auf die wütenden Gefühle des gewalttätigen Mannes ein. Im Verlauf des 35 Minuten dauernden, gefühls- und bedürfnisorientierten Gesprächs erkennt die Frau zunehmende die Verzweiflung und den Schmerz des Mannes und die Situation entschärft sich zunehmend. Die Frau bemerkt, dass ihre Angst in gleichem Maße schwindet, in dem sie den Mann weniger „als Monster“ sondern „einfach [als] menschliche[s] Wesen“ erkennt (ebd. 139).
Da diese Situation für vermutlich weit mehr als 70% der Menschen mit psychischen oder physischen Schäden geendet hätte und von der Frau „unerwartet gut bewältigt“ wurde, sowie als „Anlass für Entwicklung“ genutzt wurde, kann davon gesprochen werden, dass diese Frau Resilienz bewiesen hat, auch wenn bei Rosenberg (2013) das Wort Resilienz nicht verwendet wird.
Für die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Köpers für Resilienz ist das Beispiel aus mehreren Perspektiven interessant.
Erstens kann hervorgehoben werden, dass die Frau davon spricht, dass sie bevor sie Antwortet zunächst „tief durchatmet“ (ebd. 138). Das tiefe Durchatmen wirkt m. E. wie eine Unterbrechung und leitet den Umschwung aus der passiven Seite in die aktive Phase des Handelns ein. Diese basale, körperliche Regung, die jedoch bewusst durchgeführt wird, könnte somit als nennenswerter erster Schritt zur Lösung der hoch riskanten Situation erkannt werden.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die vernachlässigte Rolle körperlicher Aspekte in der Resilienzdebatte und fragt nach deren Relevanz als Ansatzpunkt in der psychosozialen Beratung.
2 Erschließung des Resilienzbegriffes: Dieses Kapitel definiert Resilienz interdisziplinär, von der Ökologie bis zur Psychologie, und diskutiert kritische soziologische Perspektiven.
3 Zum Verständnis des Körperbegriffs: Hier wird der Körper als leibphänomenologisches Medium der Welterfahrung definiert, das über dualistische Sichtweisen hinausgeht.
4 Schnittstellen von Resilienz und Körper: Dieses Kapitel zeigt auf, wie körperliche Haltung, Wahrnehmung und Erfahrung eng mit Resilienzfaktoren wie Problemlösung und Selbstwirksamkeit verwoben sind.
5 Die Bedeutung des Körpers in der psychosozialen Beratung: Die Untersuchung stellt psychosoziale Beratung als Hilfsinstrument dar und analysiert, wie körperorientierte Verfahren wie das ZRM oder Entspannungstechniken zur Bewältigung beitragen.
6 Beratung und Resilienz: Das Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen der Förderung von Resilienz durch Beratung und der Anerkennung struktureller gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
7 Zusammenführung von Resilienz, Körper und psychosozialer Beratung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, um die zentrale Bedeutung des körperorientierten Arbeitens für die Stärkung von Klienten-Handlungsmöglichkeiten zu belegen.
Resilienz, Psychosoziale Beratung, Embodiment, Körperphänomenologie, Krisenbewältigung, Körperhaltung, Ressourcenorientierung, Stressbewältigung, leibliche Erfahrung, Selbstwirksamkeit, Züricher Ressourcenmodell, Bewegungsaspekte, Problemlösungskompetenz, Gewaltfreie Kommunikation, Lebensweltorientierung.
Die Arbeit untersucht die bisher wenig beachtete Verbindung zwischen dem Körper und der Resilienz sowie deren Nutzen für die praktische psychosoziale Beratung.
Die Arbeit verbindet die Resilienzforschung, leibphänomenologische Theorien und Ansätze der psychosozialen Beratungspraxis.
Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit der Körper als Medium der Welterfahrung ein wertvoller Ansatzpunkt ist, um Resilienz in der psychosozialen Beratung zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung empirischer Studien und der Verknüpfung von phänomenologischen und psychologischen Konzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Resilienz- und Körperbegriffe sowie die praktische Anwendung durch körperorientierte Methoden wie das Züricher Ressourcenmodell.
Besonders prägend sind die Begriffe Resilienz, Körper als Medium, psychosoziale Beratung und Erfahrung bzw. Erfahrenheit.
Das Durchatmen fungiert als bewusste körperliche Unterbrechung, die einen Umschwung von einer passiven, angstgesteuerten Reaktion hin zu einer aktiven, lösungsorientierten Handlungsphase einleitet.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Ausbildungssysteme den Intellekt häufig als einzig relevantes Werkzeug betrachten, wodurch die körperliche Dimension in der Beratungspraxis oft vernachlässigt wird.
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